Beiträge mit dem Schlagwort: Mütter der Gläubigen

Safiya Bint Huyayy

Safia Bint Hujai Ibn Achtab (r)

Einführung

Ich begrüße euch in unserer heutigen Folge der Serie “Begegnungen mit den Lieben”. Wir nähern uns
dem Ende dieses Programms. Und so Gott will, werden wir ein neues Programm anfangen, das uns
neue Energie geben wird, und ich hoffe, dass Gott uns dabei helfen wird. Möge Er uns und euch die
Türen öffnen.

Da wir nun bald am Ende unseres Programms ankommen, und nach unseren Geschichten über die
Lieben, und wie der Name auch schon sagt, die “Begegnungen mit den Lieben”, fühlt ihr mittlerweile
die Liebe? Spürt ihr schon die Sehnsucht, sie im Paradies zu treffen? Ist es bei euch mittlerweile auch
so weit, dass ihr sie seht, hört und sie um euch spürt? Lebt ihr schon mit ihnen mit? Werden wir uns
wohl bei unserem Tode an diese Worte von Bilal erinnern, die uns ja auch zu dem Namen unseres
Programms geleitet haben: „Was für eine Freude, morgen werde ich die Lieben begegnen,
Muhammad und seine Gefährten.“ Werden wir diese Worte auch sagen, wenn wir sterben: „Morgen
werden wir unsere Lieben begegnen, den Gesandten Gottes, unsere Mütter und all die anderen.“
So viele Folgen sind schon vorbei, auch die Folgen über die Ehefrauen des Propheten. Wir halten uns
vor Augen, dass wir vorhaben, sie auswendig zu lernen und sie zu lieben. Erinnert ihr euch auch an
die Regel, die wir am Anfang der Folgen von den Ehefrauen des Propheten aufgestellt haben? Wie es
der Koranvers sagt:
[Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selber, und seine
Frauen sind ihre Mütter…] (33:6)

Wir lesen diesen Vers sehr oft im Koran, aber eines unserer Ziele ist es, diesen Vers zu spüren, sodass
wir am Tag der Auferstehung, wenn wir Allah, den Erhabenen, treffen, Ihm sagen können: „Wir haben
diesen Vers gespürt, und wir fühlen dass Dschuwaireya, Umm Salama, A’ischa und Chadidscha unsere
Mütter sind, und ich bringe ihnen die gleichen Gefühle der Liebe und der Zärtlichkeit entgegen.“ Ich
werde ihnen am Tag der Auferstehung sagen: „Wie geht es dir Mutter, ich habe dich vermisst,
Mutter.“

Unsere Mütter

Heute werden wir mit den Ehefrauen des Propheten weitermachen. Wir haben schon die Geschichten
von acht der zwölf Ehefrauen erzählt. Es bleiben uns nur noch vier Ehefrauen, die wir in den nächsten
Folgen beenden werden. Und somit haben wir dann von allen Ehefrauen erzählt.
Möchte einer von euch uns die Namen der Ehefrauen sagen, in der Reihenfolge ihrer Heirat? Und wie
jedes Mal ist es ein Wettbewerb, wo wir sagen, den Gewinner erwarten hundert Dollar, und am Ende
geben wir nichts, also?

Eine der Anwesenden sagte:

1. Chadidscha Bint Chuwailid,
2. Sauda Bint Zam’a,
3. A’ischa Bint Abu Bakr,
4. Hafsa Bint U’mar Ibn Al-Chattab,
5. Zainab Bint Chuzaima,
6. Umm Salama (Hind Bint Abu Umaima),
7. Zainab Bint Dschahsch,
8. Dschuwaireya Bint Al-Harith,
9. Safia Bint Hujai Ibn Achtab,
10. Umm Habiba (Ramla Bint Abu Sufian),
11. Maria Bint Scham’un (die Ägypterin),
12. Maimuna Bint Al-Harith.

Wir werden sie jetzt alle gemeinsam auf dem Bildschirm sehen. Und noch einmal, das Ziel ist es, dass
ihr eure Mütter auswendig lernt. Ist es nicht eigenartig, wenn du eine von ihnen am Tag der
Auferstehung fragen wirst: „Wer bist du? Ich kenne dich nicht.“ Denn es kann nicht sein, dass du über
jenen Fußballspieler Bescheid weißt, wer er ist, und wie viel man für ihn bezahlt, oder jene Sängerin,
was sie so alles verdient, aber du kennst deine Mutter nicht. Du behauptest, das ist Allgemeinwissen
und du bist schlecht darin. Nein, das ist kein Allgemeinwissen, das ist deine Mutter, die du im Paradies
treffen wirst, und das solltest du wissen, denn alles Andere wirst du dann vergessen.

Die Juden von Medina

Heute fangen wir an mit Safia Bint Hujai Ibn Achtab. Ihr Vater ist das Oberhaupt der Juden der Bani
Al-Nadir. In Medina gab es drei große Stämme der Juden: Die Bani Qainuqa’a, die Bani Al-Nadir, und
die Bani Quraiza. Der Prophet (s) hat Medina von allen drei Stämmen befreit. Zwar hatte er anfangs
mit ihnen eine Vereinbarung, weil er wollte, dass Frieden in Medina herrscht. Aber weil sie den
Propheten (s) betrogen haben, hatte er sie bekämpft.

Die Juden der Bani Qainuqa’a:
Der erste Stamm der Juden, den der Prophet (s) aus Medina vertrieben hat, waren die Bani Qainuqa’a,
und dies nach einem bestimmten Ereignis.
Es gab eine muslimische kopftuchtragende Frau, die im Markt Waren gekauft und verkauft hat, sie saß
dort in islamischer Kleidung und führte Geschäfte mit einem jüdischen Händler. Zu der Zeit haben die
Juden den Goldmarkt beherrscht, und der Islam hat den Umgang mit den Juden ganz einfach
gestaltet: kaufen, verkaufen und in Frieden leben. Doch dieser jüdische Händler hatte nichts Gutes im
Schilde. Er, knotete das Ende ihres Kleides mit ihrem Kopftuch zusammen, sodass sie sich beim
Aufstehen entblößte. Er tat dies, damit alle im Markt sie auslachen würden. Sie stand auf, und wie von
dem Juden geplant, wurde sie entblößt. Daraufhin tötete einer der Muslime im Markt den Juden, und
als Antwort haben die Juden den Muslim getötet. Dann umzingelte der Prophet (s) die Juden der Bani
Qainuqa’a und vertrieb sie aus Medina, weil man eine Muslimin entblößt hatte.
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Asmaa bint Abu Bakr (r)

Einleitung

Willkommen in einer neuen Folge von unserer Serie “Begegnungen mit den Lieben” Die Folge von
heute erzählt von einer besonderen Frau. In den letzen Folgen war die Rede meistens von Männern,
den Gefährten des Propheten (s). Wir haben weniger über die Rolle der Frauen gesprochen. Viele
Geschwister haben mich auch über die Rolle der Gefährtinnen gefragt. Nahmen sie eine Rolle mit dem
Propheten (s) ein?

Wenn ihr euch daran erinnern könnt, haben wir in einigen Folgen über Um U’mara (Verwandte von
Bint Ka’b) gesprochen. Der Prophet (s) sagte zu ihr (s): „Du und deine Familie sind meine Begleiter im
Paradies.“ Beim Feldzug von Uhud verteidigte sie den Propheten (s) sehr stark. In einer anderen
Folge haben wir über Sumaya gesprochen. Sie war die Erste, die für den Islam gestorben ist, die erste
Märtyrerin im Islam. Damals sagten wir, dass es kein Zufall ist, dass der erste Märtyrer im Islam eine
Frau sei. Auch ist es kein Zufall, dass der Erste, der das Glaubensbekenntnis
im Islam aussprach, eine Frau war. Die Wissenschaftler stimmten mit der Meinung überein, dass die erste Person nach
dem Propheten (s), die sich für Allah niedergeworfen hat, Chadidscha (r) war.
Wir können damit sagen, dass die Frau eine groβe Rolle im Islam spielte, und dass sie immer
eine besondere Stellung besaβ. Deshalb sollte man nicht manchen Aussagen glauben, dass die Frau im
Islam wertlos sei und dass der Islam der Frau Unrecht getan hat. Heute erzählen wir von einer
besonderen Frau in der islamischen Geschichte. Ich denke, dass keiner von den Gefährten und
Gefährtinnen solch eine Stellung bei Gott einnahm. Allah (t) hat ihr eine gro βe Ehre und eine besondere Stellung erwiesen.
Es handelt sich um “Asmaa Bint Abi Bakr“.

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Maria Bint Scham’un (r) – die Ägypterin

Maria Bint Scham’un (r) – die Ägypterin

Herkunft

Sie hieß Maria Bint Scham’un (r). Sie war die Tochter eines koptischen Vaters und einer römischen
Mutter. Sie lebte in Südägypten und arbeitete im Schloss vom Muqauqis, beim Oberhaupt der Kopten,
der zu jener Zeit der Herrscher von Ägypten war, und sie war Christin.
Maria (r) hatte eine Schwester, die Sirin hieß. Sie arbeitete mit ihr in dem Schloss. Sirin war eine der
Frauen, die einen hohen Rang im Schloss hatte. Dies sind alle Informationen, die wir über ihre Jugend
wissen.

Briefe an die Könige

In diesem Jahr schrieb der Prophet (s) an alle Könige der Welt, um sie zum Islam einzuladen, was
eine ehrenhafte Tat war. Denn zu diesem Zeitpunkt gehörte den Muslimen nur die heutige kleine
Stadt Medina, die damals nur ein kleines Dorf war. War das also Wagnis oder Vertrauen? Allah, der
Segensreiche und Erhabene, sagte ihm, als er noch im Haus von Arqam Ibn Abu Al-Arqam war, im
kleinen Ort, in dem sich die Muslime trafen und sich vor den Anhängern des Stammes Quraisch
versteckten – in der Sure “Die Propheten”: [Und Wir entsandten dich nur aus Barmherzigkeit
für alle Welten.] (21:107)

Ein Muslim gibt nicht auf, und muss stets das Vertrauen haben, dass Allah (t) den Islam stärken wird,
auch wenn alles um uns noch dunkel erscheint, und alle Zeichen darauf hindeuten, dass es keinen
Sinn habe.
Der Prophet (s) war zu jenem Zeitpunkt sechzig Jahre alt, drei Jahre bis zu seinem Tode. Nur Medina
gehörte den Muslimen, aber dennoch schrieb er an die Könige der Welt.
Seine Briefe enthielten folgenden Text:

Von Muhammad, dem Gesandten Allahs, Diener Allahs und sein Gesandter, an Heraklius,
den Großen der Römer. Nimm den Islam an, so erlangst du Frieden!

Von Muhammad, Diener Allahs und sein Gesandter, an Muqauqis, Herrscher Ägyptens.
Nimm den Islam an, so erlangst du Frieden!

Von Muhammad, Allahs Gesandtem, an Chosroes, Herrscher Persiens. Nimm den
Islam an, so erlangst du Frieden!

Das war ein großer Stolz, und das Gefühl für die Größe unseres Glaubens, und keine Angeberei oder
Hochmut, Gott bewahre. Es war das Vertrauen in Gottes Sieg, die Ehre des Islam, das Weiterleiten
des Islam und das Gefühl der Verantwortung für die Welt.
Ein schönes Verhalten, dass am selben Tag 14 Briefe an 14 Könige der Welt abgeschickt wurden, in
denen der Prophet (s) zum Islam einlädt.

Muqauqis, König von Ägypten

Eines der Länder zu denen der Prophet (s) ein Schreiben geschickt hatte, war Ägypten.
Dieses Land wird später eine sehr große Rolle im Islam und bei den Muslimen spielen. Der Brief war
sehr wichtig. Hafiz Ibn Abu Balt’a, einer der Gefährten des Propheten (s), der sich auch am Feldzug
von Badr beteiligte, wurde beauftragt, diesen Brief zu übergeben. Und so führte er den Auftrag auch
aus. Er kam nach Ägypten und übergab den Brief an Muqauqis, der ihn dann auch las. Da stand: Von
Muhammad Allahs Gesandter an Muqauqis, den Herrscher von Ägypten. Nimm den Islam an, so
erlangst du Frieden, sonst trägst du die Verantwortung für Sünden der Bauern, der Ägypter und der
Kopten. Im Koranvers heißt es: [„Sprich: „“O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem
gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts
neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer
Allah.““ Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: „“Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben
sind.““] (3:64)

Muqauqis las den Brief und merkte, dass dies nicht die Worte eines Menschen waren, da sah er zu
Hafiz Ibn Abu Balt’a und sagte zu ihm: „Ich habe gewusst, dass dies die Zeit des letzten Propheten ist,
aber ich dachte, dass er aus Großsyrien kommt, denn alle Propheten vor ihm kamen von dort. Aber
dass er von den Arabern kommt, wusste ich nicht und dachte ich auch nicht. Ich weiß aber auch, dass
es wahr ist, und dass er die Wahrheit sagt, aber ich fürchte, dass die Kopten mir nicht glauben
werden und ihm nicht folgen werden.“

Muqauqis ist nicht zum Islam übergetreten, er wollte seine Herrschaft bewahren, aber er hat einen
Brief an den Propheten (s) geschrieben, in dem er sagte: „Dein Bote hat mich bereits erreicht, und ich
habe dein Schreiben gelesen, und verstanden, was darin steht. Ich dachte, dass der letzte Prophet
aus Großsyrien kommt, aber da er jetzt von den Arabern kommt, so glaube ich dir. Ich kann aber
auch nicht mit dir sein. Ich schicke dir ein Geschenk, es sind zwanzig Stück ägyptischer Stoffe, Honig
aus Banha und zwei Sklavinnen, Maria und Sirin, von den Besten, die wir haben. Damit wollte er ein
gutes Verhältnis mit den Muslimen und dem Propheten (s) sichern.

Maria und Sirin

Hafiz nahm die Geschenke an und kehrte mit Maria und Sirin zurück nach Medina. Sie waren natürlich
sehr traurig, weil sie ihr Land verließen. Hafiz fühlte, dass Muqauqis sie dazu gezwungen hatte und sie
das nicht wollten. Denn sie reisten zu einem fremden Land, zu einer anderen Religion und das wollten
sie nicht. Hafiz konnte nichts für sie tun. Nur der Prophet (s) konnte entscheiden, ob sie zurückkehren
durften, wenn sie nicht wünschten zu bleiben.

Hafiz Ibn Abi Balt’a ist ein Vorbild für jene, die zum Islam geschickt einladen. Er dachte, sie zum Islam
zu berufen. Er sah aber, wie ihre Herzen gebrochen waren, weil sie ihr Land verlassen hatten, deshalb
versuchte er sie zu beruhigen. An seiner Stelle, was hättest du ihnen gesagt? Hättest du gesagt: „Ihr
habt recht und ich nicht?“ Diese Weise ist sicherlich falsch. Du könntest sie damit sogar verlieren oder
noch trauriger machen. Hafiz aber machte etwas ganz Anderes. Er zeigte uns, wie die Gefährten des
Propheten (s) den Islam richtig und tief verstanden haben. Sie waren Seelenärzte. Er beruhigte sie
und löschte ihre Depression und Trauer.

Die Rückreise

Ich hoffe, dass die, die zum Islam aufrufen, die Art von Hafiz Ibn Abi Balt’a lernen. Er dachte daran,
ihnen eine Geschichte zu erzählen, die sie beruhigen sollte. Denn das, was ihnen passierte, ist
tausende Jahre davor einer anderen Frau genauso passiert gewesen. Den Weg, den sie gerade
bestritten, war diese Frau auch gegangen. Es handelte sich um Hadschar. Allah hat ihren Namen in
der ganzen Welt bekannt gemacht. Sie war auch Ägypterin und lebte im Schloss des Königs von
Ägypten. Als Abraham, Friede sei auf ihm, zum König kam, begegnete er anfangs Abraham boshaft,
dann aber änderte sich die Lage, und der König versuchte ihn freundlich zu behandeln. Deshalb
schenkte er ihm Hadschar. Sie ging mit ihm denselben Weg und dieselbe Strecke. Vielleicht empfand
sie auch dieselben Gefühle, die die beiden Frauen gerade fühlten. Denn auch sie hatte auch ihr Land
verlassen. Vielleicht gingen sie sogar auf ihren Fußspuren.

Diese Frau aber traf einen Propheten:
Abraham – Friede sei auf ihm. Abraham (a.s.) heiratete dieses Mädchen, das ihm aus Ägypten
geschenkt wurde. Sie gebar Allahs Propheten Ismail (a.s.), der als Vater der Araber bekannt ist. Aus
seiner Nachkommenschaft wurde der “Prophet vom Ende der Zeiten”, Muhammad (s), geboren.
Hadschar besaß somit eine besondere Stellung bei allen Arabern und Muslimen. Die Muslime erinnern
sich an sie, wenn sie die Zeremonien der kleinen oder der großen Wallfahrt machen, wenn sie die
Läufe zwischen Safa und Marwa vollbringen. Der Name dieses Mädchens, die aus Oberägypten kam,
wurde verewigt, Hadschar.

Die Geschichte wiederholt sich

Kann das möglich sein? Tausende Jahre später wiederholt sich die Geschichte. Hadschar war die
einzige Frau, die vor Sara ein Kind für Abraham (a.s.) gebar. Maria (r) war auch die einzige seiner
Frauen, die – nach Chadidscha (r) – dem Propheten (s) ein Kind gebar.

Maria (r) kam aus derselben Gegend wie Hadschar, Oberägypten. Sie arbeitete auch im Schloss des
Königs, heiratete einen Propheten, ging auf demselben Weg und reiste zum selben Ort wie Hadschar.
Der einzige Unterschied ist, dass sie nach Medina und nicht nach Mekka reiste. Hadschar brachte
einen Sohn zur Welt, aus dessen Nachkommenschaft der Prophet (s) geboren wurde, der Maria
heiratete. Warum kamen beide Frauen aus Ägypten und warum gab es all diese Ähnlichkeiten in ihren
Geschichten trotz dieser Tausenden Jahren? Wer kontrolliert dieses Weltall? Wer ist der König dieses
Universums? Wer ließ diese Geschichte trotz dieser Jahre mit allen Einzelheiten wiederholen? Preis sei
Allah. Er sei gepriesen, wie er dieses Weltall in dieser großartigen Weise führt.

Stellt euch Maria (r) vor, als sie diese Geschichte hörte und stellt euch vor, wie Hafiz mit seiner
Klugheit und seiner Liebe zu seiner Religion ihre Trauer in Entspannung, Interesse und Hoffnung
verwandelte. Jetzt wünschte sie sich, den Propheten (s) zu sehen und fragte sich, ob Hadschars
Geschichte sich wiederholen könnte?

Die Lehre zur Einladung zum Islam

Auf dem Weg nach Medina begannen sich die Gefühle von Frau Maria (r) zu ändern. An der Stelle der
Depression trat jetzt Hoffnung auf. Manchmal können wir mit wenigen Worten die Gefühle von
Menschen ändern. An dieser Stelle will ich diejenigen ansprechen, die zum Islam einladen: Wo ist euer
Lächeln? Wo sind eure feinen Wörter? Wo sind die schönen Ideen, die mich direkt zum Herzen
führen? Wie kann ich meine Rede attraktiver gestalten und die Herzen ansprechen, so dass ich die
Leute zur Liebe Allahs führe? Was wäre das beste Wort, das ich sagen könnte, damit die Gefühle einer
Person, die weit von der Religion ist, zur Liebe zu Allah wechseln?

Das ist eine wichtige Lehre, die uns Hafiz Ibn Abi Balt’a in diesem Bereich gibt, damit wir ihm dabei
folgen. Wie verwandelte sich Maria (r) von einer Frau, die sich traurig und fremd fühlte, zu einer Frau,
die Muslimin werden wollte? Den ganzen Weg dachte sie an Hadschar und fragte sich, ob sie an ihrer
Stelle sein könnte. Jetzt hoffte sie, schnell Medina zu erreichen und den Propheten (s) zu treffen.

Allah (t), Lenker des Weltalls

Bei Al-Muqauqis war Maria eine Sklavin. Jetzt aber ist sie bei uns eine Herrin. Wir freuen uns, wenn
wir ihren Namen nennen, denn sie ist eine unserer Mütter. Hier können wir etwas Schönes erkennen:
Als sie ihr Land verließ, war sie sehr traurig und niedergedrückt. In dieser Zeit hatte Allah (t) für sie
vorherbestimmt, dass sie eine unserer Mütter sein würde.

Meine Lieben, manchmal fragen wir uns, warum uns bestimmte Sachen passieren, die wir für schlecht
halten, obwohl dahinter das Gute steckt. In der folgenden Sure steht:
[…Es kann sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist…] (2:216). 

Du und ich, wir erleben vieles, wie z.B.:
dass Allah uns etwas nicht gibt, das wir uns sehr wünschen, man fragt sich dann, warum das so ist,
warum bekomme ich das nicht, ich wollte doch etwas Gutes damit machen? Was wir aber nicht wissen
ist, dass wir das, was für uns am Besten ist, bekommen haben, deshalb sollen wir auf Gott vertrauen.
Das Wichtigste ist, dass wir dabei bleiben, Allah (t) zu gehorchen, und danach macht Allah (t) was Er
will, denn die Erde gehört Ihm, die Geschöpfe sind Seine Sklaven und das ganze Weltall gehört Ihm.
Er ist der Allwissende und wir wissen nichts. Also vertrauen wir auf Allah (t) und akzeptieren, was Er
uns vorschreibt und was Er macht.

Begegnung mit dem Propheten (s)

Als Maria (r) Medina erreichte, ging sie mit Hafiz, um den Propheten (s) zu treffen. Er zeigte ihm die
Geschenke, die ihm geschickt wurden, sowie Maria und Sirin. Der Prophet (s) erfuhr, was Hafiz getan
hat, deshalb lud er sie zum Islam ein. Beide akzeptierten sofort, Muslime zu werden. Das geschah,
weil Hafiz Ibn Abi Balt’a seine Arbeit sehr gut gemacht hatte.

Stellt euch vor, wenn Hafiz den ganzen Weg ihnen die Unterschiede zwischen beiden Religionen
erklärt hätte, wäre es unmöglich gewesen, dieses Ergebnis zu bekommen. Wenn man die Wege zum
Herzen erkennt und dem Herzen nahe steht und es berührt, ist das hundertmal besser, als wenn wir
den Verstand anderer inständig mit Informationen, die sie nicht bereit wären zu hören, ansprechen.

Die Geschichte der Heirat

In diesem Treffen wurden Maria und Sirin Musliminnen. Der Prophet (s) heiratete Maria (r). Ziel dieser
Ehe war eine Verschwägerung mit den Ägyptern. In derselben Zeit sollte der Prophet (s) eine Frau
heiraten, die Christin war. Damit wollte er uns lehren, dass wenn sich jemand zum Islam bekennt, er
unser Bruder ist. Man darf ihn nicht wegen seiner Vergangenheit verachten oder beseitigen. Man soll
über seinen Ursprung nicht nachdenken. Als ob der Prophet (s) uns sagt, sie wurde jetzt eure
Schwester im Islam, und wenn ich sie heirate, wird sie eure Mutter. Das ist ein praktischer Beweis der
Gleichheit im Islam. Dasselbe hat er mit Safia (r), die Jüdin war, vorher getan.

Die Empfehlung des Propheten (s), die Ägypter gut zu behandeln

Der Prophet (s) wollte sich mit den Ägyptern verschwägern, weil Ägypten ein Land sei, das viel Gutes
für den Islam und die Muslime berge. Diese Worte sage ich nicht aus einem Gefühl der
Voreingenommenheit, weil ich Ägypter bin, oder wegen eines Nationalgefühls. Der Prophet (s) sagte
darüber: „Lasst es (er meint das Stammeszusammengehörigkeitsgefühl), denn es (ist stinkend)
verursacht Fäulnis!“ Ich will nur die Wahrheit der Sache erläutern. Das Land Ägypten, sein Volk, seine
geographische Lage und die Zahl der Bevölkerung, das alles ist sehr wichtig für die Zukunft des Islam.
Der Prophet (s) wollte eine starke Beziehung zwischen ihm und dem Volk dieses Landes aufbauen.

Wenn einer heute eine bestimmte Familie liebt und ihr nahe stehen will, heiratet er eine aus dieser
Familie. Somit wird er als Mitglied dieser Familie gezählt. Der Prophet (s) wollte, dass die Ägypter den
Islam bis zum Jüngsten Tag lieben.
Er (s) sagte: „Wenn ihr Ägypten erobert habt, so nehmt
viele Soldaten aus diesem Land, denn sie sind die besten Soldaten der Erde. Bis zum
Jüngsten Tag sind sie in voller Bereitschaft für den Krieg.“ In einem anderen Hadith sagte der
Prophet (s) vor seinem Tod: „ Wenn ihr Ägypten erobert, empfehle ich euch, ihr Volk gut zu
behandeln, denn sie sind mit mir verschwägert und verwandt.“ Die Verwandtschaft ist die von
Hadschar und die Verschwägerung ist von der Seite Marias. Der Prophet (s) teilte mit, dass er mit dem
Volk Ägyptens auf diese zwei Arten stark verbunden sei. Ich sage dir diese Worte nicht, damit du
hochmütig wirst und dich stolz fühlst, sondern damit du die Verantwortung in diesen Worten trägst.
Wir sind die besten Soldaten der Erde. Bis zum Jüngsten Tag sind wir immer bereit, zu kämpfen und
den Islam zu verteidigen.

Die Truppen von Saladin und Qutuz setzten sich von Ägypten aus in Bewegung, obwohl sie nicht
selbst Ägypter waren. Als sie den Tataren und den Kreuzheeren begegneten, gingen sie nach Ägypten
und kämpften mit Unterstützung einer ägyptischen Armee.

Allah, Der Segenreiche und Erhabene wollte, dass der Prophet (s) eine Frau aus Ägypten heiratet,
damit unsere Beziehung mit dem Propheten (s) immer sehr eng bleibt. Somit sind die Ägypter die
Onkel des Propheten (s) von der Seite Ismails, Friede sei auf ihm, geworden und auch die Onkel
seines Sohnes Ibrahims. Und das ist eine sehr große Ehre für uns.

Die Worte des Propheten (s) über die Völker

Der Prophet (s) hat mit jedem Land etwas getan, damit er den Menschen dort näher kommt, und
damit sie seine Liebe zu ihnen spüren. So sagte er über die Anhänger des Stammes Quraisch und die
Bewohner von Mekka: „Die Nachfolgerschaft befindet sich in Quraisch bis zum Tage der
Auferstehung.“ Er sagte auch über die Bewohner von Großsyrien: „Es wird einige von meiner Nation
geben, die bei der Wahrheit bleiben, und keiner der sie hängen lässt, kann ihnen Schaden zufügen,
und das wird so bleiben bis die Stunde schlägt.“ So fragten sie: „Wo werden wir sie finden Gesandter
Gottes?“ Er antwortete ihnen: „In Jerusalem und dessen Umgebung.“ Und in einem anderen Hadith
sagte er: „In Großsyrien.“ Damit wird das Gebiet von Syrien, Libanon, Jordanien und Palästina
gemeint.

Hiermit bezweckt der Gesandte (s) die ganze Nation zu vereinen, als ob er sie in seine Arme nehmen
würde. Allah sagt auch im folgenden Koranvers:
[Wahrlich, ein Gesandter aus eurer Mitte ist zu euch gekommen; es schmerzt ihn sehr, wenn ihr unter etwas leidet;
er setzt sich eifrig für euer Wohl ein; gegen die Gläubigen ist er mitleidig und barmherzig.]
(9:128)

In der Lebensgeschichte des Gesandten (s) steht, dass jeder seiner Gefährten sagte: „Ich dachte,
dass ich derjenige wäre, den der Prophet (s) am meisten geliebt hätte.“ Die Art, wie er sie begrüßte,
gab ihnen dieses Gefühl. Und so pflegte es der Prophet (s) auch mit den Ländern, und nicht nur zu
seinen Lebzeiten, sondern bis zum Tage der Auferstehung.

Die Nachricht der Heirat

Die Nachricht, dass Muhammad (s) geheiratet hat, hat einen Aufruhr erzeugt zwischen den Ehefrauen
des Propheten (s), weil sie eifersüchtig waren. A’ischa (r) sagte: „Ich war nie so eifersüchtig, wie ich
über Maria war, der Gesandte (s) liebte sie, weil sie schön reden konnte.“ Sie sagte: „Sie hatte sehr
schön geredet, so wie es die Ägypter zu tun pflegten.“ Und es scheint so, dass die Ägypter schön
reden konnten, schon zu Zeiten von Maria (r). Deswegen hat der Prophet (s) gern mit ihr gesessen
und geredet.

Da wir gerade über die Worte der Ägypter reden, so sagte der Imam Schafi’i: „Wer keine Ägypterin
geheiratet hat, der ist als Junggeselle gestorben.“ Dies ist die Meinung vom Imam Schafi’i und nicht
meine eigene.

Marias (r) Haus

Alle Ehefrauen Muhammads (s) lebten neben der medinensischen Moschee, aber der Prophet (s)
wollte, dass Maria (r) woanders lebte, in einem Ort genannt Al-Al-A’wali. Ein Ort außerhalb von
Medina, den es bis heute noch gibt. Das Haus von Maria (r) hieß „Maschrabia Um Ibrahim“. Und wenn
es uns gegönnt ist, zusammen dorthin zu gehen, so werde ich euch diesen Ort zeigen. Ich werde euch
den Platz zeigen, an dem Ibrahim, der Sohn des Propheten (s), geboren wurde. Die Säule, an der sie
sich während der Geburt festhielt, existierte noch bis vor einigen Jahren in Medina.

Al-Al-A’wali ist die Umgebung um Medina, keine Wüste, sondern eine Grünfläche, voller Pflanzen,
Palmen, Datteln und Wasserquellen. Maria (r) war die einzige Frau, die nicht von der Arabischen
Halbinsel stammte. Der Gesandte (s), in seiner Barmherzigkeit und seinem Feingefühl, achtete er sehr
darauf, obwohl er mit vielen Dingen sehr beschäftigt war, wie den Bemühungen um den Islam, dem
Unterrichten vom Koran und das Kümmern um die anderen Völker, dass seine neue Frau aus Ägypten
das Wüstenklima nicht vertragen würde. Aus diesem Grund brachte er sie an einen Ort, dessen
Umgebung ähnlich war, wie diese aus ihrer Heimat, in der sie bis zu diesem Zeitpunkt lebte. Folglich
befand sich ihre Unterkunft in Al-Al-A’wali.

Eine Lehre für die Heiratswilligen

Daraus lernen wir, dass wenn jemand um die Hand einer unserer Töchter anhält, man einen wichtigen
Punkt beachten sollte, und zwar ob er religiös ist oder nicht. Aber das soll nicht heißen, dass sie unter
ihrem Stand heiraten sollte. Denn das ist ein wichtiger sozialer Punkt. Der Prophet (s) achtete darauf,
dass seine Frau in einer sozialen Schicht weiterlebt, in der sie schon vor ihrer Heirat gelebt hatte.

Das soll aber auch nicht bedeuten, dass jede die heiratet, verlangen muss, dass sie in dem gleichen
sozialen Stand wie ihre Eltern heiratet, dass ist falsch. Was ich damit meine ist, dass es keinen großen
Unterschied geben sollte zwischen den Lebensumständen der Eheleute. Aber sie wird womöglich zu
Beginn nicht die gleiche Schicht wie ihre Eltern erreichen können, weil sie in ihrem neuen Eheleben
von vorne beginnen wird.
Haben deine Eltern auch so angefangen? Sicher und vielleicht mit viel weniger, deswegen ist es
wichtig ausgewogen zu sein.

So kommt es manchmal vor, dass ein junger Mann sich in ein Mädchen verliebt, obwohl es einen
großen Unterschied zwischen ihren Welten gibt. Das Mädchen, überwältigt von ihren Gefühlen, übt bei
ihren Eltern Druck aus. Es ist immer gut ein wenig nachzudenken und ein Gleichgewicht zu finden, ich
glaube, ihr verstehet was ich meine.

Ein freudiges Ereignis

Der Gesandte (s) hat Maria (r) oft besucht. Manchmal ist er tagsüber bei ihr vorbei gegangen, um mit
ihr zu reden und um sich zu vergewissern, dass es ihr gut ginge.
Das achte Jahr nach der Hidschra rückte näher und etwas Großartiges ereignete sich, sie wurde
schwanger. Aber sie hat es die ersten drei Monate für sich behalten, weil sie es nicht glaubte. So
wiederholte sich die Geschichte von Hadschar. Gepriesen sei Allah.[Das ist Allahs Huld; Er gewährt sie,
wem Er will;…] (62:4) Entschuldigt mich, wenn ich über Ägypten übertreibe, aber das rührt mich
deswegen, weil ich mich danach sehne, und deswegen nutze ich jede Chance aus darüber zu reden.

Ibrahim

Der Prophet (s) hat sich sehr gefreut als er die Nachricht von Marias Schwangerschaft erfahren hatte.
Denn er war ein sehr sensibler Mann. Also glaubt nicht, dass ein Muslim, ein Mann mit kalten,
abweisenden und gefühllosen Gefühlen ist. In einem Hadith steht:
„Der Muslim ist einfach, weich und simple.“

So kam Ibrahim zur Welt. Der Prophet (s) nannte ihn in Erinnerung an Abraham (a.s.) ebenso, und so
wiederholte sich die Geschichte. Der Gesandte (s) spürte die Parallele zwischen den beiden
Geschichten. Ibrahim wurde in Al-A’wali geboren, im Ort Maschrabia Um Ibrahim.

Muhammad (s) war voller Freude, denn es war sein erster Sohn nach den Dreien, die Chadidscha (r)
zur Welt brachte, welche jedoch als Kleinkinder starben. Der Prophet (s) war zu dem Zeitpunkt schon
61 und es war wahrscheinlich die letzte Gelegenheit noch ein Kind zu bekommen. So lief der Gesandte
(s) mit dem Neugeborenen in den Armen haltend zu den Häusern seiner Gefährten und klopfte an ihre
Türen. Als sie öffneten, sagte er zu ihnen: „Sieh Dir meinen Sohn Ibrahim an!“ Die Gefährten haben
sich sehr für ihn gefreut.

Ibrahim blieb bei Maria (r) und ihrer Schwester Sirin. Sirin war mit Hassan Ibn Thabet verheiratet,
dem Dichter des Gesandten (s), sie haben A’bd Al-Rahman bekommen, und auch sie lebte mit ihm als
gläubige Muslimin.

Es ist das zehnte Jahr nach der Hidschra und Ibrahim ist jetzt schon fast zwei Jahre alt und beinahe
entwöhnt. Es ist aber auch das Jahr indem Muhammad (s) verstarb. Jedoch vor seinem eigenen
Ableben wurde sein Sohn krank. Als dieser im Sterben lag, schickte Maria (r) nach dem Propheten (s),
und er machte sich schnell auf den Weg nach Al-A’wali, wo er Ibrahim im Schoß seiner Mutter auffand.

Ibrahims Tod

Ich widme jeder Mutter diese Geschichte, deren Kind in jüngerem Alter gestorben ist. Im Diesseits
gibt es eben vieles Anstrengendes. Es ist Stätte der Heimsuchung. Ihr sollt nicht glauben, dass das
Diesseits eine Heimstatt ist. Allah (t) will euch im Diesseits nur auf die Probe stellen, ob ihr duldet und
standhaft seid oder heult. Für die, die ihr Kind verloren hat: Seid standhaft und nehmt den Propheten
(s) als Vorbild. Er verlor seinen Sohn, als er noch 2 Jahre alt war, also im schönsten Alter, in dem die
Eltern in großer Liebe mit den Kindern verbunden sind. Der Prophet (s) nahm Ibrahim von seiner
Mutter. Da begann er zu röcheln und sagte: „O Ibrahim, ich kann leider nichts gegen den Willen Allahs
unternehmen, ich besitze nichts von dem, was Allah besitzt!“ Seht ihr, wie der Prophet (s) standhaft
war?

Für jede Mutter, die ihr Kind verloren hat

Ibrahim starb im Schoß des Propheten (s). Hier soll jede Mutter eines verstorbenen Säuglings den
Propheten (s) als Vorbild nehmen. Hier ist etwas Beruhigendes für sie: Allah, der Segensreiche und
Erhabene, ruft am Jüngsten Tag die Kinder, die vor dem Pubertätsalter starben, und sagt: „Geht und
tretet ins Paradies ein!“ Die Kinder antworten darauf: „Nicht ohne unsere Väter und Mütter!“ Allah,
der Segensreiche und Erhabene erwidert dann: „Tretet ins Paradies Hand in Hand mit euren Vätern
und Müttern hinein!“ Seht ihr, wie großzügig Allah (t) ist? Seid standhaft, meine Schwestern, die ihr
eure Kinder verloren habt, und lernt von eurem Propheten (s)!

Ibrahim starb, der Prophet (s) vergoss Tränen. U’mar fragte: „Weinst du, o Gesandter Allahs (s)?“ Der
Prophet (s) antwortete: „Ja, U’mar, ja. Weinen ist eben Barmherzigkeit, die Allah (t) in die Herzen
Seiner gläubigen Diener einwirft.“ Ja, Weinen ist Barmherzigkeit, das von Allah (t) kommt. Es ist
weder verboten noch ist es eine Schande. Der Prophet (s) hatte kein hartes, kaltes Herz. Er
betrachtete Ibrahim und sagte: „Die Augen tränen, das Herz trauert, aber man sagt nur, was bei Allah
(t) Gefallen findet. Wahrlich ist man sehr traurig über dich, Ibrahim. Wenn wir nicht wüssten, dass du
im Paradies bist, wäre man noch trauriger über dich gewesen.“

Das Diesseits ist Stätte der Heimsuchung

Der Prophet (s) wendete sich dann der heftig weinenden Maria (r) zu und sagte tröstend:
„Er ist mein Sohn. Er ist zwischen meiner Brust und meinem Schoß gestorben. Er wird jetzt im
Paradies gestillt.“
(berichtete Muslim)

Der Prophet (s) war nicht in der Lage, an Ibrahim die Ganzwaschung des Toten zu verrichten. Al-Fadl
Ibn Al-A’bbas (r) übernahm die Ganzwaschung und begrub ihn in Al-Baqi`. Der Ort seines Grabes ist
bis heute höchstwahrscheinlich bekannt, nach der Meinung meister Gelehrten. Man kann wohl meinen:
„Warum sollte all dies dem Propheten (s), Allahs (t) Lieblings, geschehen sein?“ Die Antwort ist: Allah
(t) will uns damit sagen, dass „das Diesseits nur Stätte der Heimsuchung ist. Wenn Meinem Liebling
Muhammad (s) all dies geschehen ist, warum beklagt ihr euch denn darüber, dass euch ein Unglück
trifft?“

Meine Geschwister, das Diesseits ist keine dauerhafte Heimstatt. Die dauernde Heimstatt ist nur das
Paradies bei Allah (t), wo Ibrahim nun ist. Ich hoffe, dass euch dies klar ist.

Begegnung mit den Lieben

Ibrahim starb. Drei Monate später starb der Prophet (s), und nach sechs Monaten auch Maria (r). Das
ist eine Gnade von Allah, dem Segenreichen und Erhabenen. Denn der Tod bedeutet manchmal die
Begegnung der Lieben, und zwar das Zusammentreffen Allahs (t) mit Seinen Lieben, die Er auf die
Probe gestellt hatte, und die sich als standhaft und stark erwiesen haben.

Sich dem Willen Allahs (t) unterordnen

Der Prophet (s) ordnete sich trotz seiner großen Liebe zu Ibrahim dem Willen Allahs (t) unter und
blieb standhaft. Könnt ihr euch das vorstellen? Er weinte zwar, erklärte jedoch seinen Gehorsam
gegenüber seinem göttlichen Vorgesetzten. Wer kann solche Pein ertragen? Welche edlen Gefühle
besitzt man, wenn man sich trotz seiner Schmerzen dem Willen Gottes ergibt, auch wenn dies noch so
schwer fällt! Die Kraft dazu kommt nur dann von Allah (t). Der Prophet (s) bringt uns die Ergebenheit
bei und sagt:
„Wer spricht: Ich nehme Allah (t) als meinen Gott, den Islam als meine
Religion und Muhammad (s) als meinen Propheten an, bei Tag und Nacht, obliegt es Allah,
ihn in diesem Tag zu befriedigen.“

Meine Geschwister, sprecht es immer: Wir nehmen Allah (t) als unseren Gott, den Islam als unsere
Religion und Muhammad (s) als unseren Propheten an. Wir nehmen, o Allah (t), alles auf uns, was
uns im Diesseits geschieht, wenn auch die Trauer uns erfüllt und die Augen
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