Beiträge mit dem Schlagwort: Ibnul Qayyim

Frömmigkeit

Ibn al-Qayyim (rahimahullah) sagte:

“Wer immer fundiertes Wissen von dem hat, was Allah dem Propheten offenbart hat, wird merken, dass die meisten der Leute, welche angeblich fromm sind, häufig die am wenigsten Frommen sind.
Was für eine Frömmigkeit oder Tugend ist in jemandem, der sieht wie ein Übel begangen wird, Allahs Grenzen überschritten werden, der Glaube verloren geht, die Sunnah des Gesandten Allahs verlassen wird und (sogar) davor gewarnt wird – und dennoch gleichgültig in seinem Herzen bleibt?
Seine Zunge schweigt, er ist ein stummer Shaytan, so wie jemand, der gegen den Glauben spricht ein redegewandter Shaytan ist.
Ist nicht die Heimsuchung im Din die Situation derer, die, wenn sie Führerschaft und Versorgung durch den Din erlangen, sich nicht darum scheren, was mit dem Din passiert?
Wahrlich, die Besten unter ihnen sind noch jene, die wenigstens betrübt sind, durch den üblen Zustand der Angelegenheiten.
Wenn jemand solch eine Person in seiner Ehre, seinem Besitz oder Rang angreifen würde, so würde diese Person sicherlich alle notwendigen Schritte gehen, um sich selbst vor diesem Angriff zu schützen. Solche Menschen wurden getestet, sind gescheitert und in Allahs Augen gesunken, dennoch bemerken sie es nicht.
Die Prüfung mit der sie getestet wurden ist der Tod ihrer Herzen. Wenn das Herz (jedoch) lebt und seine Funktion auf dem höchsten Punkt ist, so erhebt es sich in Zorn für Allah und Seinen Propheten und strebt danach Seinen Din voranzutreiben!

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Leere im Herzen

Ibn al Qayyim:

Wahrlich im Herzen ist eine Leere, welche nicht entfernt werden kann, ausgenommen mit der Gesellschaft Allah’s (swt.).

Und darin ist eine Traurigkeit, welche nicht entfernt werden kann, ausgenommen mit dem Glück Allah zu kennen und IHM (ge)treu zu sein.

Und darin ist eine Leere, welche nicht gefüllt werden kann, ausgenommen mit der Liebe zu IHM und der Zuwendung zu IHM und des Gedenken Seiner.

Und wenn einer Person die ganze Welt und was in ihr ist gegeben würde, würde es diese Leere nicht füllen.

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Krankheiten des Herzens und ihre Heilung

Krankheiten des Herzens und ihre Heilung Imam Ibn ul Qayyim al Dschauziyah
Auszug aus Kapitel 1 von “Heilung mit der Medizin des Propheten – Allahs Heil und Segen auf ihm”

Es gibt zwei Arten von Krankheiten, die das Herz angreifen; die erste ist “Zweifel” und “Irrtum” und die zweite ist “sinnliche Begierde” und “Leidenschaft”. Beide kommen im Quran vor.
Allah sagt über die Krankheit des Zweifels (ungefähre Bedeutung):

“…In ihren Herzen ist eine Krankheit (aus Zweifel und Heuchelei) und Allah mehrt ihre Krankheit, und für sie ist eine schmerzliche Strafe dafür (bestimmt), dass sie logen.“ [2:10]

Und Er sagt (ungefähre Bedeutung):
“…und auf das die, in deren Herzen Krankheit ist, und die Ungläubigen sagen mögen: ”Was meint Allah mit diesem Gleichnis?…“[74:31]

Allah sagt, indem er sich auf jene bezieht, die den Quran und die Sunnah als Basis ihrer Gerichte ablehnen (ungefähre Bedeutung): “…Und wenn sie zu Allah (zu seinen Worten, dem Quran) und Seinem Gesandten gerufen werden, damit er zwischen ihnen richte, siehe, dann wendet sich eine Gruppe von ihnen ab. Doch wenn das Recht auf ihrer Seite ist, dann kommen sie zu ihm in aller Unterwürfigkeit gelaufen. Ist Krankheit in ihren Herzen? Oder zweifeln sie, oder fürchten sie, dass Allah und Sein Gesandter ungerecht gegen sie sein würden? Nein, sie sind es selbst, die Unrecht begehen…” [24:48-50]

Dies ist die Krankheit des Zweifels und des Irrtums.
Auch sagt Allah über die Leidenschaft und sinnliche Begierde, im Falle des Ehebruchs (ungefähre Bedeutung): “…O Frauen des Propheten, ihr seid nicht wie andere Frauen! Wenn ihr gottesfürchtig sein wollt, dann seid nicht unterwürfig im Reden, damit nicht der, in dessen Herzen Krankheit ist, Erwartungen hege, sondern redet in geziemenden Worten…”[33:32]

Passende Heilmittel für die Leiden des Herzens (in Bezug auf spirituelle und emotionale Leiden) gibt es nur von den Händen der Propheten, Aleyhim as Salam, und den Gesandten Allahs. Das Herz verbessert sich, wenn es sich Wissen über seinen Herrn und Schöpfer und Wissen über Seine (Allahs) Namen, Eigenschaften, Handlungen und Geboten aneignet. Das Herz verbessert sich auch, wenn es vorzieht, Allahs Wohlgefallen zu erlangen und vorzieht, was Er (Allah) will, während er ständig Seine (Allahs) Verbote vermeidet und das, was zu Seinem (Allahs) Verdruss führen könnte.
Es gibt kein Leben, keine Heilung oder kein Wohlergehen, außer durch diese Methode, welche nur die Gesandten geben können.

Es ist falsch zu denken, dass man jemals durch einen anderen Weg das Wohlergehen des Herzens erlangen kann, als durch das Vorbild der Gesandten Allahs. Diese Fehler resultieren aus der Verwirrung des richtigen Wohlergehens des Herzens, durch das Befriedigen und Stärken seiner niederen tierischen sinnlichen Begierden und Leidenschaften.

Durch diesen Weg entfernt sich das Herz vom Erlangen des richtigen Wohlergehens und der Stärke, und sogar ihre Existenz ist in Gefahr. Jene, die nicht zwischen diesen beiden Wegen unterscheiden, sollten um das Leben und die Gesundheit ihrer Herzen trauern, oder sogar um die Abwesenheit von ihnen. Lass solche Leute auch wegen dem fehlendem Licht der richtigen Leitung trauern, und weil sie vollständig im Ozean der Dunkelheit sind.

Quelle: Salaf.de

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7 Fallen des Shaytan

Shaykh Ibn
Qayyim Al-Jawziyya ~ 7 Fallen des
Shaitans

Der
Mensch sollte über denjenigen nachdenken, der ihn zum Ungehorsam
überredet, ihm die schlechten Taten schön erscheinen lässt und
dessen Pflicht es ist, eben nur dies zu tun. Das ist der Schaytan,
welcher für ihn zuständig ist. Aus diesem Grund müssen wir gut über
ihn nachsinnen. Der Mensch muss ihn als seinen Feind ansehen,
vorsichtig ihm gegenüber sein, sich vor ihm in acht nehmen und im
Klaren darüber sein. Ebenfalls muss man darauf achten, was der
Schaytan einem heimlich vorbereitet, ohne dass man es merkt. Dieser
Verfluchte will den Menschen ins Unglück stürzen, durch eine, von
den sieben folgenden Methoden bzw. Fallen, die er ihm auf dem
Geraden Weg stellt.

Man sollte wissen, dass es kleinere
und größere (leichtere und schwerere) Hindernisse gibt. Jedoch wird
der Schaytan nicht aufhören, dir die größere Falle zu stellen,
damit du in sie hinein fällst, bis er vollkommen machtlos wird,
dies zu tun.
1. Falle: der
Kufr
Kufr oder Unglaube
(Glaubensverweigerung) an Allah subhanahu wa ta’ala, Seine
Religion, die Begegnung mit Ihm, Seine vollkommenen Eigenschaften
und an das, worüber uns die Gesandten berichtet haben. Falls der
Schaytan in dieser Sache erfolgreich ist, wird er sehr zufrieden
sein, sein Feuer (der Begeisterung) für dich wird sich abkühlen,
und er wird sich ausruhen können. Falls du jedoch, durch das Licht
des Iman und die Reinheit der Rechtleitung, dieses Hindernis
überwindest, wird er, der Verfluchte, dir mit dem nächsten
entgegentreten.

2. Falle: die Neuerung in der
Religion (Bid’a)
Dies erreicht
er, indem er dich entweder von einem Glauben überzeugt, dir einen
Glauben einflößt, der im Gegensatz zur Wahrheit steht, nach welcher
Allah subhanahu wa ta ‘ala Seinen Gesandten geschickt hat, und nach
welcher Er sein Buch offenbart hat. Oder er überzeugt dich davon,
dass du deine ‘Ibadah an etwas bzw. jemand anderen richtest, was
Allah subhanahu wa ta ‘ala, verboten hat, wie z.B. Statuen und
Bilder. Dieses stellt eine Neuerung in der Religion dar, und Allah
wird davon nichts annehmen. Diese zwei Neuerungen sind häufig
unzertrennlich und geschehen nur selten vereinzelt, jede für sich.
Aus diesem Grund haben bestimmte Gelehrte gesagt: „Die Neuerung des
Wortes und die Neuerung der Tat haben eine Ehe geschlossen, welcher
sich das „Brautpaar“ hingegeben hat, so dass auf die Welt
unzüchtige Kinder kamen, welche die islamischen Länder verwüsten,
und wegen welchen Diener und Städte Allah subhanahu wa ta ‘ala
bitten, Er möge sie davor bewahren“. Ibn Taymiyya
rahimehullah sagte: „Der Kern von Kufr hat die sündige Neuerung
geheiratet, so gebären sie zusammen das Verderben dieser und
jenseitiger Welt.“ Falls du
diese Hürde meisterst und dich von ihr, durch das Licht der Sunnah,
befreist, und dich zudem noch mit aufrichtigem Gehorsam beschützt
und mit dem, was unsere tugendhaften Vorfahren gefolgt sind, die
ehrenhaften Sahaba und Tabi’in, dann wisse, dass in den
vorausgehenden Zeiten, sich nur schwer jemand davor, in diese Falle
retten wird. Doch falls du dich trotzdem rettest, erst da werden
dich die Neuerungsträger umzingeln und anfallen. Sie werden dabei
rufen, dass du derjenige bist, der Neuerungen in die Religion
bringt.

Die dritte Falle – die großen
Sünden
Falls dich Allah
subhanahu wa ta ‘ala rechtleitet und du diese Hürde überstehst,
dann kommt schon die Dritte. Die dritte Hürde sind die großen
Sünden, al-Kabair. Der Schaytan lässt dir die großen Sünden schön
erscheinen, schmückt sie aus, ködert dich damit, und öffnet dir
danach die Tür der Hoffnung, indem er sagt: „Der Glaube ist nur das
aufrichtige Bezeugnis mit der Zunge. Ihn können deine Taten nicht
zerstören.“ So lange der Mensch lebt, flüstert der Schaytan ihm
Worte zu, wie: „Die Sünden schaden nicht, wenn du gläubig bist,
genauso wie die guten Taten nichts wert sind, wenn du ein Muschrik
(Götzendiener) bist.“ Trotzdem ist die Neuerung dem Schaytan
lieber. Sie ist ein Unheil und ein Hindernis für den Menschen, weil
sie dem Glauben schadet und weil sie die Verneinung dessen ist, was
Allah dem Gesandten (sallAllahu alayhi wa sallam) offenbart hat.
Ein Neuerungsträger, derjenige welcher die Neuerung ausübt, bereut
weder diese Sache, noch will er sie verlassen. Im Gegenteil, er
ruft andere sogar dazu auf. Die Neuerung beinhaltet das Sprechen
über Allah subhanahu wa ta ‘ala ohne Wissen. Sie vernichtet die
Sunnah und greift diejenigen an, die der Sunnah folgen. Die
Neuerung versucht das Licht Allahs zu löschen. Sie versucht
diejenigen gut darzustellen, von denen sich der Erhabene abgewandt
hat, und sie wendet sich von denjenigen ab, welche bei Allah gut
angesehen sind. Die Neuerung nimmt das an, was Allah subhanahu wa
ta ‘ala und Sein Gesandter abgelehnt haben und lehnt das ab, was Er
angenommen hat. Die Neuerungsträger beschützen diejenigen, die
gegen Allah subhanahu wa ta ‘ala kämpfen, und greifen diejenigen
an, welche Er beschützt. In der Neuerung wird das erlaubt, was
Allah verboten hat, und jenes verboten, was Er erlaubt hat. Die
Wahrheit wird verleugnet, die Lüge wird zur Wahrheit ausgerufen und
bekämpft die Wahrheit. Dabei werden die Wahrheiten umgestürzt und
die Herzen verblendet. Allahs Religion wird negiert. Es wird nach
den Schwächen des Rechten Weges gesucht, und es wird langsam
versucht den Glauben vollkommen zu ändern. [1] Alle Neuerungen
beginnen mit kleinen Dingen, um sich so allmählich auch in die
größeren Dinge einzuschleichen. Und dies geschieht so lange, bis
sie diejenigen, die sie verrichten, völlig vom Glauben entfernen.
Ihre Haupteigenschaften sind demnach die Allmählichkeit und ihre
stadienhafte Steigerung (Entwicklung). Sie entwickelt sich vom
Kleinen zum Größeren, bis sie letztendlich den Gläubigen vom
Rechten Weg abbringt, genauso wie man ein Haar aus dem Teig ziehen
würde. „… Und wem Allah kein Licht
schafft, für den gibt es kein Licht.“
(24:40) Falls dich Allah
subhanahu wa ta ‘ala vor diesem Hindernis bewahrt, oder du dich mit
aufrichtiger Reue davon rettest, wird der Schaytan mit der nächsten
Falle kommen. [1] Die verdorbenste und schädlichste Neuerung ist
blinder Glaube. Sodass die Taten im Bereich des Glaubens, der
‘Ibadah, der Vorschriften und des Dhikr, die von den Vorfahren
geerbt wurden, keinen Wert haben. Diese Taten schöpfen nämlich ihr
Licht aus der Erklärung von Allahs Worten und den Worten Seines
Gesandten (sallAllahu alayhi wa sallam). Und genau deswegen begehen
die früheren und heutigen Völker Schirk in ihrem Glauben (weil sie
blind folgen und ihr Wissen nicht aus Allahs Worten und aus den
Seines Gesandten (sallAllahu alayhi wa sallam) schöpfen.

Das vierte
Falle – die kleinen Sünden
Das
vierte Hindernis (die vierte Falles des Schaytan) sind die kleinen
Sünden. Mit diesen wird der Schaytan sich doppelt an dir rächen. Er
wird sich dir mit Worten nähern wie: „Was ist denn bloß mit dir
los, Mensch. Wieso überlässt du dich nicht den kleinen Sünden, wenn
du schon den großen Sünden abgesprochen hast. Oder ist dir etwa
nicht bekannt, dass die kleinen Sünden durch gute Taten und das
Fernhalten von großen Sünden gelöscht werden?“ Er wird so lange auf
dich einreden, bist du in kleinen Sünden beständig bist (sie also
dauerhaft tust). Doch jemand, der in kleinen Sünden beständig ist,
ist in einer schwierigeren Lage, als derjenige, welcher eine große
Sünde begeht, sich fürchtet und sie bereut. Das Bestehen auf
kleinen Sünden, ist abscheulicher als die Sünde selbst. Die große
Sünde verschwindet, falls du sie ehrlich bereust und Allah
aufrichtig um Vergebung bittest. Die kleine Sünde verwandelt sich
jedoch in eine große, falls du beständig in ihrem Tun bist. Der
Gesandte Allahs (sallAllahu alayhi wa sallam) sagte:
„Nehmt euch vor kleinen
Sünden in Acht …“ Daraufhin
erwähnte er das Beispiel von Leuten, die sich auf einem verlassenen
Ort niederlassen. Dort benötigen sie Holz, so dass einer von ihnen
Äste holen geht. Das tun auch die anderen, bis sie schließlich viel
Holz einsammeln, ein Feuer anzünden und ein Brot darauf backen.
Genauso ist es mit den kleinen Sünden, welche der Mensch
unterschätzt. Diese häufen sich an, bis sie ihn endlich ins
Verderben führen. (Ahmad, Tabarani und andere) Falls der Mensch
sich vor dieser Falle rettet, und zwar mit Vorsicht, mit ständigem
Istighfar (Allah um Vergebung bitten) und Reue, begegnet ihm das
fünfte Übel.

Die fünfte Falle – die
erlaubten Dinge
Das fünfte
Falle des Schaytan sind die so genannten mubah- (erlaubten) Dinge.
Das sind erlaubte Dinge, die, wenn wir sie tun, wir keine Sünde
sind. Der Schaytan versucht dich mit ihnen zu beschäftigen, anstatt
dass du deine Gehorsamkeit mit guten Taten erhöhst, dich ihnen
verstärkt zuwendest und dich mit ihnen versorgst. So versucht er
dich schrittweise dazu zu bringen, dass du die Sunnah-Taten
vernachlässigst und danach ebenso die Taten, welche wadschib
(verpflichtend) sind. Sein geringster Nutzen von diese Methode ist,
dass der Mensch sich auf diese Weise große Nutzen sowie Belohnungen
entgehen lässt. Wüsste der Mensch um den Nutzen und Wert dieser
‘Ibadah-Taten Bescheid, so würde er sie niemals verlassen, jedoch
weiß er es nicht. Falls der Mensch diese Hürde durch das Licht der
Rechtleitung überwindet und seine Aufmerksamkeit und Vorsicht
festigt, sich das Wissen vom Wert der guten Taten aneignet, welche
man oft verrichten sollte, dann wird er sich davor retten können,
falls er kurz in diesem „Hafen“ verweilen sollte. Ist die Falle nun
überwunden, wartet der Schaytan schon bereits am nächsten
Hindernis.

Die sechste Falle – Den
Vorrang den guten vor besseren Taten geben
Die sechste Falle ist, dass man den beliebten Taten
Vorrang gibt, vor guten und frommen Taten. Der Schaytan verführt
den Menschen dazu, diese Taten zu verrichten. Er verschönert sie
ihm, schmückt sie aus und hebt ihren Wert und ihre Bedeutung
hervor. Alles dies tut er, nur um den Menschen von besseren und
nützlicheren Taten abzubringen, welche eine größere Belohnung und
einen größeren Nutzen bringen. Wenn der Schaytan nämlich einsieht,
dass er den Menschen nicht davon abbringen kann, gute Taten zu
verrichten, setzt er sich ein anderes Ziel. Er versucht die
Belohnung für die guten Taten zu vermindern, sowie die Stellung der
‘Ibadah desjenigen, der sie verrichtet. Er beschäftigt ihn sodann
mit weniger wertvollen Dingen. So tut der Mensch das Gute und nicht
das Beste. Er verrichtet das, was Allah subhanahu wa ta ‘ala
gefällt und nicht das was Allah am meisten gefällt. Er tut das,
womit Allah subhanahu wa ta ‘ala zufrieden ist und nicht das, womit
Er am zufriedensten ist. Doch dann muss man sich fragen, wo solche
Menschen zu finden sind (welche die besten Taten verrichten, die
Dinge die Allah am Meisten gefallen und mit denen Er am
zufriedensten ist.) In der heutigen Welt sind diese Menschen in der
Minderheit. Die meisten Menschen sind schon vor den genannten
Hürden stehen geblieben. Diese Hürde überwindet nur derjenige,
welcher sich ausgezeichnet mit dem Wert der Taten auskennt, und mit
ihrer Wertschätzung bei Allah subhanahu wa ta ‘ala. So ein Mensch
erkennt den Unterschied zwischen beliebten und guten Taten,
zwischen den nebensächlichen und wichtigsten Taten, zwischen den
weniger wertvollen und mehr wertvolleren Taten, zwischen guten und
ausgezeichneten Taten usw… Wahrlich können alle Worte und jede Tat
gut sein, aber sie können auch die Besten sein. Sie können
nebensächlich, aber auch die Hauptsache sein. Sie können wichtig
sein, jedoch auch am Wichtigsten. Genauso wie einige Taten das
Höchste aller Dinge darstellen und andere wiederum nicht, wie es in
authentischen Überlieferungen des Gesandten Allahs sallAllahu
alayhi wa sallam gesagt wird: „Das beste Istighfar ist, dass der
Diener spricht „Oh Allah, du bist mein Herr und ich bin dein
Diener. Es gibt keinen Gott, außer Dir …“ In einem Hadith steht:
„Der Jihad ist der Gipfel des
Islam“ (Tirmidhi), oder in
einer anderen Überlieferung: „Gute Taten haben sich
untereinander gerühmt, doch die Sadaqa (Spende) hat sie in allem
übertroffen.“ Deswegen
überwinden diese Hürden nur die ausgesuchtesten unter den Guten und
Aufrichtigen, die besten Gelehrten und diejenigen, welche den
höchsten Sieg errungen und jeder Tat den Platz zugewiesen haben,
der ihr gebührt.

Die siebte Falle – die Armee
des Schaytan
Nach dieser Falle
kommt nur noch eine letzte Hürde, welche der Schaytan zwangsläufig
stellt. Wenn sie jemand überwinden könnte, dann wären es die
Gesandten, die Propheten Allahs, sowie die edelsten Seiner Diener.
Diese Falle ist nämlich die Armee des Schaytans, welche er dazu
benutzt, den Menschen auf alle möglichen Arten in Unruhe zu
versetzen und zu stören. Sie tun dies Mit der Hand, mit der Zunge,
mit dem Herzen und abhängig von der Stufe eines Menschen in der
Religion und im Guten, tun sie es auch mit guten Taten. Wenn auch
immer sich der Mensch in seinem Glauben erhebt, stürzt sich der
Schaytan auf ihn, treibt seine Armee und seine Verbündeten auf ihn.
Je mehr der Mensch sich dem Glauben widmet, beständig im Glauben
wird und verstärkt zu Allah subhanahu wa ta ‘ala aufruft, desto
stärker treibt der Schaytan seine Gewissenlosen an, ihn anzufallen.
In so einer Situation tritt der Mensch in einen Krieg ein. Er
kämpft im Namen Allahs und kämpft gegen Seinen Feind. Diese ‘Ibadah
können nur herausragende Gläubige empfinden. Diese ‘Ibadah wird als
‘Ibadah des Stolzes und des Trotzes bezeichnet. Ihr widmen sich nur
die herausragendsten und scharfsinnigsten Gläubigen. Und die
liebste Tat bei Allah ist soeben die, dass Sein Diener sich erzürnt
und dem Feind trotzt. Auf eine solche Art von ‘Ibadah, hat Allah
subhanahu wa ta ‘ala auf mehreren Stellen im Qur’an hingewiesen.
Eines von den Beispielen ist der folgende Vers:
„Wer auf Allahs Weg
auswandert, wird auf der Erde viele Zufluchtsstätten und Wohlstand
finden. Und wer sein Haus auswandernd zu Allah und Seinem Gesandten
verlässt, und den hierauf der Tod erfasst, so fällt es Allah zu,
ihm seinen Lohn (zu geben). Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“
(An-Nisa, Vers 100) Hier
wurde der Auswanderer, der Mensch, der seine Zuflucht in die
‘Ibadah an Allah gefunden hat, als ein Trotzender bezeichnet, mit
welchem Allah Seinen Feinden trotzt. Deshalb liebt es Allah
subhanahu wa ta ‘ala, dass Sein Diener dem Feind trotzt und gegen
ihn kämpft, wie im Qur’an gesagt wird:
“Dies (ist), weil sie weder
Durst noch Mühsal noch Hunger auf Allahs Weg trifft, noch sie einen
Schritt unternehmen, der die Ungläubigen ergrimmen lässt, noch
einem Feind etwas Schlimmes zufügen, ohne dass ihnen dafür eine
rechtschaffene Tat aufgeschrieben würde. Gewiss, Allah lässt den
Lohn der Gutes Tuenden nicht verlorengehen.“ (At-Tauba, Vers
120) Seinen Gesandten und
seine Gefährten beschreibend, sagt Allah subhanahu wa ta ‘ala:
„Und ihr Gleichnis im
Evangelium ist das eines Getreidefeldes, das seine Triebe
hervorbringt und dann stärker werden lässt, so dass sie verdicken
und ebenmäßig auf ihren Halmen stehen, so dass es den Anbauern
gefällt. (Dies,) damit Er die Ungläubigen durch sie ergrimmen
lasse. Allah hat denjenigen von ihnen, die glauben und
rechtschaffene Werke tun, Vergebung und großartigen Lohn
versprochen.“ (Al-Fath, Vers
29) Daraus wird ersichtlich,
dass das Zeigen von Trotz gegenüber den Kuffar, das Hervorrufen von
ihrem Zorn, eine Handlung ist, die bei Allah subhanahu wa ta ‘ala
beliebt ist und welche Er von den Gläubigen fordert. Derjenige,
welcher diese Tat und das Ziel ausführt, vervollständigt seine
‘Ibadah. Der Gesandte Allahs hat ebenfalls zwei Sujud-as-Sahw
vorgeschrieben, falls der Betende im Gebet etwas versäumt und
sagte: „Mit ihnen wird das Gebet
vollständig, und diese zwei Sujud werden dem Schaytan trotzen und
ihn erniedrigen.“ (Muslim)
So haben sie auch den Namen „Sujud des Trotzes“ bekommen.
Derjenige, der seine ‘Ibadah an Allah richtet und Seinen Feinden
trotzt, er hat sich der Siddiqiyyah [die Stufe eines tugendhaften
Menschen, die niedriger als die Stufe der Gesandten ist, jedoch
höher als die Stufe der „Waly“] genährt. Soviel, wie der Mensch
seinen Herrn liebt, Ihm dient und gegen Seine Feinde kämpft, soviel
wird auch sein Anteil am genannten Trotz sein. Aus diesem Grund ist
auch das Stolzieren zwischen zwei Feindlagern (im Krieg) erlaubt.
So eine Tat erzürnt die Ungläubigen. Diese Form von ‘Ibadah kennt
erst nur ein kleiner Teil der Menschen. Und derjenige, welcher
einmal ihren Geschmack und Genuss gekostet hat, wird weinen, dass
er diese nicht früher ausgeführt hat. Und nur von Allah ersuchen
wir Hilfe und nur auf Ihn verlassen wir uns, denn Macht und Kraft
sind nur bei Allah. Derjenige, welche diese Stufe erreicht, der
trotzt dem Schaytan mit der aufrichtigen Reue, wenn dieser ihn bei
einer großen Sünde sieht. Und dieser Trotz führt zu einer noch
stärkeren Ergebenheit an Allah. Und
Allah subhana wa ta ´ala weiß es am
besten.

Auszug
aus dem Buch ‚Madaridsch
us-Salikin‘

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Lass dich nicht entmutigen

Imam Ibn Qayyim al-Jawziyyah (rahimahullah) sagte: „[Solch eine Person] wird nicht durch diejenigen, die sich von ihr unterscheiden und sich ihr entgegenstellen, entmutigt, da sie geringer in Wichtigkeit und Bedeutung sind, auch wenn sie größer an der Zahl sein mögen, wie einige der Salaf sagten: „Folge den Wegen der Wahrheit und lass dich nicht durch die geringe Anzahl der Menschen, die das gleiche tun, entmutigen.“ Jedes Mal, wenn du dich durch dein Alleinsein auf diesem Weg entmutigt fühlst, dann baue auf diejenigen, die vor dir kamen und strebe danach mit ihnen gleichzuziehen und wende dich von allen anderen ab, da sie dir nicht im Geringsten bei Allah nützen werden. Wenn du sie zufällig irgendwo entlang des Weges, auf dem du bist, siehst, dann dreh dich nicht um, um sie anzublicken, denn wenn du dies tust, dann werden sie dich ablenken und lediglich deinen Fortschritt verzögern.“

[Madaridsch as-Salikin; 1/21]

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5 Säulen der Dankbarkeit

Ibn al-Qayyim (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte in Madārij al-Sālikīn (2/244-246): „Dankbarkeit basiert auf fünf Säulen:

Demut des Dankbaren gegenüber Demjenigen, Dem er dankbar ist, seine Liebe Ihm gegenüber, sein Bestätigen Seines Segens, sein Lobpreis für Ihn dafür und dass er es nicht für etwas einsetzt, das Er verabscheut.

Dies sind die fünf Säulen der Dankbarkeit, auf denen sie errichtet ist. Wenn eine davon fehlt, fehlt eine der Säulen der Dankbarkeit. Wer von den Gelehrten von Dankbarkeit als unabhängige Qualität spricht, muss sich auf diese fünf Säulen beziehen.

Dankbarkeit im Herzen zeigt sich durch Demut, Dankbarkeit der Zunge durch Lobpreis und Bestätigung und die Dankbarkeit der Taten zeigt sich durch Gehorsam und Unterwerfung.“

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Polieren der Herzen (Imaam Ibnu-l-Qayyim Al-Jauziyyah )

Polieren der Herzen (Imaam Ibnu-l-Qayyim Al-Jauziyyah )
Imaam Ibnu-l-Qayyim Al-Jauziyyah (verst.751 H), rahimahullaah [„AI-Waabilu-Sayyib min Kalimit-Tayyib“ (S.78-82).]

Aus dem “Al-Istiqaamah”-Magazin, Shawwal 1418H/ Februar 1998

Allaah, ta’aalaa, sagte:

“O DIE IHR GLAUBT, GEDENKT ALLAAHS IN HÄUFIGEM GEDENKEN.” [33:41]
يَـٰٓأَيُّهَا ٱلَّذِينَ ءَامَنُوا۟ ٱذْكُرُوا۟ ٱللَّهَ ذِكْرًۭا كَثِيرًۭا
“…ALLAAHS VIEL GEDENKENDE MÄNNER UND GEDENKENDE FRAUEN …” [33:35]
وَٱلذَّ ٰكِرِينَ ٱللَّهَ كَثِيرًۭا وَٱلذَّ ٰكِرَ ٰتِ
“WENN IHR DANN EURE RITEN VOLLZOGEN HABT, DANN GEDENKT ALLAAHS, WIE IHR EURER VÄTER GEDENKT, ODER MIT NOCH INNIGEREM GEDENKEN.” [2:200]
فَإِذَا قَضَيْتُم مَّنَـٰسِكَكُمْ فَٱذْكُرُوا۟ ٱللَّهَ كَذِكْرِكُمْ ءَابَآءَكُمْ أَوْ أَشَدَّ ذِكْرًۭا
Diese Verse beinhalten den Befehl, Allaah intensiv und reichlich zu gedenken, da der Anbeter dies (das Gedenken an Allaah) dringend braucht und nicht ohne dies kann, sei es auch nur für einen Augenblick. Dies ist weil jeder Moment, den jemand nicht im Dhikr (Gedenken) an Allaah verbringt, ihm keinerlei Nutzen schenkt. Der Schaden der Nachlässigkeit im Dhkir an Allaah ist sogar weit größer als alle Nutzen, die erlangt werden können. Einer der ‘Aarifien (diejenigen, die Wissen über Allaah besitzen) sagte: “Wenn jemand so und so viele Jahre damit (dem Dhikr an Allaah) verbringen würde, dann sich nur für einen Moment davon abwenden würde, dann wäre das, was er verliert, weit größer als all das, was er bisher errungen hat.“

Al-Bayhaqie berichtete von ‘Aaischah, radie Allaahu ‘anhaa, dass der Prophet, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, sagte: “Es gibt keine Zeit, in der der Sohn Aadams Allaahs nicht gedenkt, außer dass dies ein Grund des Bedauerns für ihn sein wird am Tage des Gerichts.” [Hasan: Überliefert von Abu Nu’aym in al-Hiliyatu-l-Awliyaa (51361-362). Authentifiziert von Scheich Al-Albaanie in Sahiehu-l-Jaami‘ (Nr.5720).]

Mu’aadh Ibn Jabal, radie Allaahu ‘anhu, überliefert, dass der Prophet, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, sagte: “Die Leute des Paradieses werden nichts bedauern, außer den Momenten, die sie nicht im Dhikr (Gedenken) an Allaah verbracht haben.” [Sahieh: Überliefert von lbnu-s-Sunnie in ‚Aml Al-Yauma wa-l-Laylah (Nr.3). Siehe Sahiehu-l-Jaami‘ (Nr.5446)]

Mu’aadh Ibn Jabal überlieferte auch, dass Allaah’s Gesandter, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, gefragt wurde: “Welche Tat ist bei Allaah am beliebtesten?” Da sagte er: “Dass ihr eure Zunge feucht haltet mit dem Dhikr an Allaah, bis ihr sterbt.” [Hasan: Überliefert von lbn Hibbaan (Nr.2318). Authentifiziert von Scheich Saleem Al-Hilaalee in Sahieh al-Waabilus-Sayyib (S.80).]

Polieren der Herzen

Abu Dardaa, radie Allaahu ‘anhu, sagte: “Für alles gibt es Politur, und die Politur für das Herz ist der Dhikr an Allaah.”

Al-Bayhaqie überliefert von Ibn ‘Umar, radie Allaahu ‘anhu, dass der Gesandte Allaahs, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, sagte: “Für alles gibt es Politur, und die Politur für das Herz ist der Dhikr (Gedenken) an Allaah. Es gibt nichts wirksameres, um eine Person vor der Bestrafung Allaahs zu schützen, als der Dhikr an Allaah.” Es wurde gesagt: “Nicht einmal Jihaad auf dem Pfade Allaahs?” Da antwortete er: “Nicht einmal, wenn du mit deinem Schwert schlagen würdest bis es zerbricht.” [Sahieh: Überliefert von Ahmad (4/352), von Mu’aadh Ibn Jabal, radie Allaahu ‚anhu. Authentifiziert von Al-Albaanie in Sahiehu-l-Jaami‘ (no.5644).]

Es gibt keinen Zweifel, dass das Herz rostet, so wie Kupfer- und Silbermünzen rosten. Die Politur dafür (für diesen Rost) ist der Dhikr an Allaah. Das ist weil Dhikr wie Politur ist, welche das Herz poliert wie einen glänzenden Spiegel. Wenn der Dhikr unterlassen wird, kehrt der Rost zurück. Aber wenn der Dhikr fortgesetzt wird, dann wird das Herz (wieder) poliert. Und die Herzen werden rostig durch zwei Dinge:

(i) Unterlassung des Gedenkens an Allaah, und
(ii) das Begehen von Sünden.

Die Politur für diese zwei Dinge ist:

(i) das Ersuchen von Allaahs Vergebung, und
(ii) Dhikr.

Verwechslung von Wahrheit und Falschheit

Wer immer die meiste Zeit (den Dhikr) unterlässt, dessen Herz wird rostig entsprechend des Maßes, wie nachlässig die Person ist. Und wenn dieser (schmutzige) Rost sich auf dem Herzen ansammelt, dann nimmt es die Dinge nicht mehr so wahr, wie sie wirklich sind. Es sieht also Falschheit als ob es die Wahrheit wäre, und Wahrheit als ob es Falschheit wäre. Dies ist, weil der Rost die Wahrnehmung des Herzens verdunkelt und verwirrt, und so ist es nicht mehr in der Lage, die Dinge so zu erkennen, wie sie tatsächlich sind. Wenn der Rost sich also ansammelt, so wird das Herz schwarz, und wenn dies passiert, dann wird das Herz mit schmutzigem Rost beschmutzt, und wenn das passiert, dann verdirbt dies des Herzens Wahrnehmung und Erkennung der Dinge. Das Herz nimmt (dann) die Wahrheit nicht an und weist auch die Falschheit nicht zurück, und das ist die größte Katastrophe, die das Herz befallen kann. Nachlässigkeit (im Dhikr) und das Folgen der Launen und Begierden ist eine direkte Konsequenz eines solchen Herzens, was (dann) das Licht des Herzens auslöscht und seine Sehkraft erblinden lässt.
Allah, ta’aalaa, sagt:

“UND GEHORCHE NICHT JEMANDEM, DESSEN HERZ WIR UNSEREM GEDENKEN GEGENÜBER UNACHTSAM GEMACHT HABEN, DER SEINER NEIGUNG FOLGT UND DESSEN ANGELEGENHEIT FURAT [(DURCH) MASSLOSIGKEIT (AUSGEZEICHNET)] IST.” [18:28]
وَلَا تُطِعْ مَنْ أَغْفَلْنَا قَلْبَهُۥ عَن ذِكْرِنَا وَٱتَّبَعَ هَوَىٰهُ وَكَانَ أَمْرُهُۥ فُرُطًۭا
Qualitäten einer Person, der gefolgt wird

Wenn also ein Anbeter wünscht, einer anderen Person zu folgen, dann lasse ihn darauf achten:
Ist diese Person von den Leuten des Dhikr, oder von den nachlässigen Leuten (im Gedenken an Allaah)?
Urteilt diese Person entsprechend ihrer Launen und Begierden, oder entsprechend der Offenbarung?
Wenn sie nach ihren Launen und Begierden urteilt, dann ist sie eigentlich von den Leuten, die nachlässig sind, deren Angelegenheiten über die Grenzen gegangen sind und deren Taten verloren sind.

Der Begriff “Furat” (welcher im obigen Vers auftaucht) wurde auf verschiedene Weisen erklärt. Er wurde erklärt mit:

(i) Das Verlieren der Belohnung der Art der Taten, die erforderlich sind, und in denen Erfolg und Glücklichkeit liegen;
(ii) Überschreiten der Grenzen von etwas;
(iii) zerstört sein;
(iv) die Wahrheit ablehnen.

Alle Bedeutungen passen sehr eng zusammen.

Der Punkt ist, dass Allaah, subhaanahu wa ta’aalaa, verboten hat, all denen zu folgen, die solche Eigenschaften haben. So ist es absolut notwendig, dass jemand bedenkt, ob solche Eigenschaften in seinem Scheich zu finden sind, oder in der Person, dessen Beispiel er folgt, oder der Person, der er gehorcht. Sind sie es, so soll er sich von dieser Person distanzieren. Wenn diese Person jedoch meistens mit dem Dhikr an Allaah und dem Befolgen der Sunnah beschäftigt ist, und ihre Angelegenheiten die Grenzen nicht überschreiten, sie sogar vernünftig und resolut in ihren Angelegenheiten ist, dann soll er sich ganz fest an diese Person halten.

Tatsächlich gibt es keinen Unterschied zwischen den Lebenden und den Toten, außer durch den Dhikr an Allaah; wie der Prophet, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, sagte: “Das Beispiel desjenigen, der Allaah gedenkt, und desjenigen, der dies nicht tut, ist wie das Beispiel des Lebenden und des Toten.” [Überliefert von Al-Bukhaarie (11/208) und Muslim (1/539).]

Aus dem “Al-Istiqaamah”-Magazin, Shawwal 1418H/ Februar 1998

übersetzt von Maimuna Y. Bienas aus: http://abdurrahman.org/zikr/polishinghearts.html

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Überprüfe dein Herz

Überprüfe dein Herz! Ist es Gesund?

Ich bezeuge das es keinen gibt, der das Recht hat angebetet zu werden ausser Allah.
Und ich bezeuge das Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.
Allahs Segen und Frieden auf dem Propheten, seiner Familie und seinen Gefährten. 
Übersicht:

→ Die drei Herzen
→ Die Gifte die das Herz verschmutzen
→ Die Spuren der Sünden
→ Die Auslöser der Krankheit kennen und meiden
→ Medikamente für das Kranke Herz

Das folgende ist eine Ermahnung in erster Linie an mich selber. Aber können wir diese Gedanken teilen und alle daraus profitieren. Was an dieser kleinen Zusammenfassung gut ist kommt von Allah – erhaben ist Er. Und was daran schlecht und fehlerhaft ist, kommt von mir selber und vom verfluchten Schaitan.

Da das Herz das Zuhause unseres Glaubens ist ist es sehr wichtig das es gesund ist.

Allah sagt im Qur’an (ungefähre Bedeutung, ash-Shu’araa, Aya 88f):

„Am Tage, an dem weder Vermögen noch Söhne helfen.
Sondern nur (gerettet wird), wer zu Allah mit reinem Herzen kommt.“

  DIE DREI HERZEN

Es gibt drei Arten von Herzen: Das gesunde Herz, das kranke Herz und das tote Herz.

Das gesunde Herz

Es schlägt nur für Allah. Es liebt für Allah. Es hasst für Allah. Es ist voller Demut, Dankbarkeit, Gottesfurcht und Ergebenheit seinem Schöpfer gegenüber. Es lebt für den Gottesdienst, und Ungehorsam ist ihm verhasst. Wenn es doch mal in die Sünde fällt, dann empfindet es einen stechenden Schmerz aus Reue. Es fürchtet niemanden und nichts mehr als Allah, gepriesen sei Er.
Haben wir solche Herzen? Was ist unser erster Gedanke wenn wir am Morgen aufwachen? Das Gebet? Wie wir das Wohlgefallen Allahs erreichen können? Oder weltliche Gedanken ?

Das kranke Herz

Das kranke Herz verrichtet auch gute Taten. Aber es hat zwei Rufer.
Heuchler haben beispielsweise kranke Herzen. Allah sagt (ungefaehre Bedeutung, 2:8 und 2:10):
„Manche Menschen sprechen wohl: „Wir glauben an Allah und den Juengsten Tag“ doch sind sie keine Glaeubigen.. ihre Herzen sind krank und Allah mehrt ihre Krankheit und für sie ist schwere Strafe bestimmt.“

Das tote Herz

Man erkennt es daran, dass die Person grosse Suenden begeht und sich noch nicht einmal schaemt dafuer. Manche Leute denken, es ist besser Sünden offen zu machen als versteckt. Dies ist jedoch keineswegs so. Denn wenn man die Sünde öffentlich begeht, verleitet dies vielleicht andere zur Nachahmung. Und es beweist auch noch, dass die Person ihre Gottesfurcht verloren hat. Wenn der Sünder seine miesen Taten im Verborgenen machen würde, könnte man wenigstens noch sagen, dass er sich schämt für seine Handlungen.

Dies sind also die drei Arten von Herzen.

Ein Beweis von Gottvertauen (Taqwa) und Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit ist das Meiden von Sünden.
Doch Sünden sind nicht nur so gefährlich, weil sie aufgeschrieben werden, sondern sie sind wie ein Gift. Ein Gift das das Herz schwächt. Es gibt Gifte die töten sofort. Andere Gifte wirken erst nach Tagen oder Jahren. Kommt drauf an wie stark das Gift ist. Die Sünden machen also unser Herz krank, solange bis das Herz tot ist!

„.. Doch ihre Herzen sind von dem verschmutzt, was sie getan haben.“
(ungefähre Bedeutung, al-Mutaffifiin, Aya14)

DIE GIFTE DIE DAS HERZ VERSCHMUTZEN :sterne:

Es gibt verschiedene Gifte für das Herz. Hier sind nicht alle aufgezählt.
Aber vier werden wir jetzt erwähnen, da sie besonders häufig sind:

Üble Nachrede / schlechtes Gerede

Dies ist eine schreckliche Suende die eine schreckliche Strafe nach sich zieht. Doch zusaetzlich fuehrt sie dazu, dass wir Yaum-al-Qiama dem Geschaedigten unsere guten Taten abgeben muessen bzw. von seinen Suenden aufgebrummt bekommen ! Möge Allah uns bewahren. Und das schlechte Gerede vergiftet unser Herz im grossen Stil.

Mu’ad berichete: Ich sagte: „O Gesander Allahs, unterrichte mich ueber eine Tat die mich ins Paradies bringt und mich vom Hoellenfeuer entfernt. Er erwiderte: „Wahrlich, du fragtest nach etwas Bedeutsamen, und dennoch ist es leicht für den, dem Allah – erhaben ist Er – es leicht macht: Du sollst Allah dienen und Ihm nichts beigesellen, die Pflichtgebete verrichten, die Zakat entrichten, den Ramadan fasten und die Hadsch zum Hause (Allahs) durchfuehren.“ Dann fuegte er hinzu: „Soll ich dir nicht die Pforten des Guten zeigen ? Das Fasten, es ist ein Schutz, das Almosen, es loescht die Missetat, wie das Wasser das Feuer löscht und das Gebet des Menschen mitten in der Nacht.“ Dann rezidierte er: „Ihre Seiten halten sich fern von (ihren) Betten, sie rufen ihren Herrn an in Furcht und Hoffnung und spenden von dem, was Wir ihnen gaben. Doch weiss niemand, was fuer eine Augenweide fuer sie verborgen ist als Lohn für dass, was sie zu tun pflegten.“ Dann sagte er: „Soll ich dich nicht ueber die Basis des Ganzen, dessen Tragpfeiler und dessen Gipfelspitze unterrichten ?“ Ich sagte „Doch, ja, o Gesandter Allahs !“ Er erklaerte: „Die Basis des Ganzen ist der Islam, seine Tragpfeiler sind die Pflichtgebete und seine Spitze ist der Einsatz für die Sache Allahs !“ Dann fuegte er hinzu: „Soll ich dich nicht über die wesentliche Voraussetzung des Ganzen unterrichten ?“ Ich sagte: „Doch ja, o Gesandter Allahs !“ Da ergriff er seine Zunge und sagte: „Halte diese von dir ab !“ Ich sagte: “ O Prophet Allahs, werden wir etwa für unser Gerede bestraft werden ?“ Da sagte er: „Wehe deiner Mutter ! Was sonst laesst die Leute ins Hoellenfeuer auf ihre Gesichter niederstürzten, ausser die Ernte ihrer Zungen ?“
(At-Tirmidi, mit dem Kommentar: guter bis starker Hadith)

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt:
„Wer (wircklich) an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt, der soll Gutes spreche, sonst hat er zu schweigen !“
(Muslim und Al-Bukhari)

Zuviel essen :sterne:

Sich vollstopfen bis man fast platzt ist nicht nur ungesund und schlecht für die Figur, sondern auch schlecht für unseren Iman.

Schlechte Blicke

Den Blick senken ist eine Pflicht für Mann und Frau. Der verbotene Blick ist wie ein Pfeil des Schaitans. Wenn er das Opfer (in diesem Falle das Herz) nicht tötet, so fügt er ihm zumindest schwere Verletzungen zu.

Übermaessige Liebe zu Gemütlichkeit und Schlaf

Die übermässige Liebe zu Gemütlichkeit und viel Schlaf bringt den Menschen um gute Taten und verhärtet das Herz. Weniger schlafen und stattdessen die ruhigen Stunden der Nacht für die Ibada zu nutzen stärkt den Iman,

Schlechter Umgang

Dies ist besonders gefährlich, da dieser Punkt meist die oben erwähnten Punkte mit sich bringt.

Möge Allah uns davor bewahren und unsere Herzen heilen. Amin.

DIE SPUREN DER SÜNDEN

Die Sünden hinterlassen also Spuren im Herzen. Was sind diese Spuren? Was sind die Zeichen für ein krankes Herz?

Eigene Sünden als klein ansehen

Die eigentlich schlimmste Spur, die die Sünde hinterlaesst ist, dass man die eigenen Sünden als klein betrachtet. Dies ist ein Zeichen des Unterganges, gemäss Ibn al-Qayyim. Dies ist auch ein Zeichen, dass diese Person durch die ständige Sünde bei Allah, Erhaben ist Er, bedeutungslos geworden ist. Es ist auch eine Eigenschaft der Ungläubigen sich vor der Strafe Allahs sicher zu fühlen. So spricht der Ungläubige in Sura 18 (die Höhle), Vers 36 (ungefähre Bedeutung):
„Und ich glaube auch nicht, dass die Stunde je kommt. Und selbst wenn ich zu meinem Herrn zurückgeholt werden sollte, fände ich dort gewiss besseres im Tausch.“

Der Gläubige jedoch fürchtet Allah:
„..und die ihrer Herrn fürchtet und Furcht vor einer schlimmen Abrechnung haben.“
(ungefähre Bedeutung, ar-Ra’d:21)

„Siehe, jene welche in Ehrfurcht vor ihrem Herr erzittern.“ (ungefähre Bedeutung, al-Muminuun:57)

Die Sahaba hatten Angst vor der Hölle. Wenn über Heuchler gesprochen wurde, hatten sie Angst, dass sie gemeint sein könnten. Wenn hingegen über Fromme, Tugenhafte gesprochen wurde, dann hatten sie Zweifel, dass sie gemeint seien. Heutzutage ist es genau das Gegenteil. Wenn von den Paradiesbewohnern erzählt wird fühlen wir uns angesprochen. Wenn hingegen über die Strafe und die Qualen in der Hölle gesprochen wird, sind wir uns innerlich sicher das es nicht um uns geht. Wir zittern nicht vor Angst.
Dies ist eine gefährliche Spur. Denn wenn wir unsere Sünden nicht einmal erkennen, wie sollen wir sie dann aufrichtig bereuen ?

„Aber niemand kann sich sicher fuehlen vor Allahs Plan,ausser dem Volk, das verloren ist.“
(ungefähre Bedeutung, al-A’raaf:99)

Hier einige Beispiele von Sünden die zu den GROSSEN Sünden gehören und heutzutage weit verbreitet sind:

– Lügen
– üble Nachrede
– mit Unwissenheit über die Religion streiten
– sich vor der Strafe Allahs sicher fühlen
– Zinsen

Beraubung des Lebensunterhalts

Die Gelehrten sagen, dass Sünden die Versorgung zurückhalten. Gute Taten führen zu Allahs Wohlgefallen und Versorgung.

„Oh die die ihr glaubt. Wenn ihr Allah fuerchtet wird Er euch das Vermoegen zur Unterscheidung geben und euch eurer Missetaten vergeben und euch verzeihen. Und Allah ist voll grosser Huld.“
(ungefähre Bedeutung al-Anfaal:29)

Zur Zeit von Musa (Allahs Frieden auf ihm) gab es gemäss einer Überlieferung eine grosse Dürre. Musa versammelte sich mit mehreren 10000 der Bani Israil. Er machte Du’a zu Allah, damit Allah ihnen Regen schicken möge. Doch es fiel kein Regen. Musa (Friede auf ihm) fragte Allah nach dem Grund. Dieser antwortete, dass es in Musa’s Gemeinde einen Mann gäbe, der seit 40 Jahren sündigte. Wegen diesem Mann hat Allah, Erhaben ist Er, den Regen zurückgehalten. Dieser Mann sollte raus, dann werde Er Regen schicken. Musa (Friede auf ihm) verkündete dies also seiner Gemeinde. Doch niemand ging raus. Ein Mann hatte sich umgeschaut und als niemand raus ging wusste er, dass er gemeint war. Da überkam ihn die Reue. Er senkte den Kopf und begann zu weinen. Er weinte und weinte. Da begann es zu regnen. Musa (Allahs Friede auf ihm) war erstaunt. „Niemand ist rausgegangen und es regnet ?“ Allah erklärte ihm, dass er genau wegen der Person, aufgrund welcher Er den Regen zurückgehalten hat, Er nun reichlich Regen gesandt hatte. Denn die Person hat Tauba gemacht und diese wurde angenommen. Musa (Allahs Friede auf ihm) wollte, dass Allah ihm den Mann zeigt. Doch Allah antwortete, dass Er ihn nicht blossgestellt hatte als er noch ein Sündiger gewesen war. Wie könnte Er ihn nun zeigen, da er bereut hat?

Manche Menschen denken sich jetzt vielleicht: „Ach, ich begehe diese und jene Sünde aber Allah versorgt mich dennoch reichlich. Dann ist ja alles wunderbar.“ Doch dies ist noch schlimmer! Denn es ist ein Zeichen der Herabstufung bei Allah, subhana wa ta ‚ala.

Allah spricht im Qur’an (ungefähre Bedeutung, at-Tawba:55):
„Und lasse dich nicht von ihrem Vermögen und ihrern Kindern beeindrucken. Siehe, Allah wil sie in dieser Welt damit nur strafen, so dass ihre Seelen verscheiden, während sie ungläubig sind.“

Empfinden der Fremde

Hier gibt es zwei Arten. Die erste ist, dass man sich fremd fühlt unter Rechtschaffenden. Eine solche Person fühlt sich nicht wircklich wohl in einer lehrreichen Sitzung, wo tugendhafte Menschen sich an Allah, den Tod, den Jüngsten Tag usw. erinnern. Schaitan gibt ihm das Gefühl, diese Menschen würde ihn nicht moegen, er sei ein Aussenstehender, der nicht wirklich akzeptiert wird. Er beginnt viele Fehler an ihnen zu entdecken und sieht ihre Stärken nicht mehr. Er fühlt sich ihnen fremd. Dies kann dazu führen, dass er mit der Zeit nicht mehr an solche Orte geht. Dadurch verliert er viel Lohn und grosse Chancen.

Die zweite Art ist, dass die Sünden dazu führen das das kranke Herz sich fremd fühlt in der Ibada (gottesdienstlichen Handlungen).
Dieser Mensch fühlt sich nicht geborgen im Gebet. Er fühlt keine Demut, keine Ergriffenheit, keine Ehrfurcht. Es bereitet ihm kein Vergnügen Dhikr zu machen und er geniesst es nicht den Qur’an zu lesen. Die Worte des Qur’ans bringen ihn nicht zum Weinen. Er macht Du’aa, doch dies ruft in ihm keine Ergriffenheit hervor. Das Herz ist hart geworden. Er verrichtet diese Taten aeusserlich, doch ohne Hingabe und ohne Demut.
Hört wie Allah, subhana wa ta ‚ala, die wahren Gläubigen beschreibt (ungefähre Bedeutung, 23:1-2):
„Wohl ergeht es den Gläubigen. Die in ihren Gebeten voller Demut sind.“

Es wird überliefert, dass Hasan Al-Basri (möge Allah ihm gnädig sein) sagte sinngemäss: „Suche die Glückseeligkeit in drei Dingen: dem Gebet, dem Quran lesen und dem Gedenken Allahs (Dhikr). Wenn du die Glückseeligkeit in diesen drei Dingen nicht findest, dann wisse, dass die Tür zwischen dir und Allah geschlossen ist.“

Unfähigkeit zu Weinen

Die Sahaba (Allahs Wohlgefallen auf ihnen) haben geweint, wenn sie ueber das Jenseits nachgedacht haben. Sie brachen in Traenen aus, wenn sie Qur’an hörten oder lasen. Dies zeigt, dass ihre Herzen lebendig waren.

Die Unfähigkeit zu weinen ist eine Spur der Sünden, eine Bestrafung für die Sünden. Wir können keine Tränen mehr vergiessen für Allah, erhaben ist Er. Selbst wenn wir es versuchen, fällt es uns schwer.
Wir machen Tauba mit der Zunge aber unsere Herzen zittern nicht vor Gottesfurcht und unsere Augen werden nicht feucht aus Reue. Dies sind deutliche Beweise das unsere Herzen kalt und krank sind.

Allah, erhaben ist Er, sagt zu den Ungläubigen:
„Wundert ihr euch über diese Ankündigung? Und lacht anstatt zu weinen?“ (53:59-60)

Allah, subhana wa ta ‚ala, sagt ueber die Gottesfürchtigen (ungefähre Bedeutung, al-Israa:109):
„Und sie fallen weinend nieder auf ihr Angesicht und es lässt sie noch zunehmen an Demut.“

Kein Schmerzgefühl bei Sünden

Ein lebendiges Herz fühlt tiefen Schmerz wenn es in eine Sündenfalle getappt ist. Es fühlt sich schlecht und traurig aufgrund der Ungehorsamkeit gegenüber Allah, Erhaben ist Er. Es bereut aufrichtig und ist ernsthaft bestrebt sich zu bessern. Das man von der Sünde ablässt beweist, dass man in der Tauba aufrichtig war. Wie kann man behaupten, man bereue eine Sünde wahrhaftig und am nächsten Tag macht man sie gleich wieder ?

In einer Überlieferung wird von einem Jungen berichtet. Dieser wurde vom Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) losgeschickt um etwas zu erledigen. Der Junge kam an einem Haus vorbei und sah wie sich eine Frau badete. Da ihm der Anblick gefiel liess er seinem ersten Blick einen zweiten folgen. Doch da wurde er von Reue ueberwältigt. Der Junge begann zu weinen. Er sagte zu sich selber: „Ich bin ein Heuchler. Ich habe ein zweites Mal geguckt. Ich bin ein Heuchler !“ Er weinte und weinte. Er ging in die Berge und versteckte sich dort. Er schämte sich so sehr fuer diesen einen Blick, dass er nicht zum Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) zurück wollte. Dieser Junge fuehlte tiefen Schmerz aufgrund der Sünde.Dies ist ein Beweis dafür, dass sein Herz lebendig war. Das tote Herz fühlt diesen Schmerz nicht. Wie eine Leiche auch keine Schmerzen empfindet, wenn man sie tritt, da der Körper ja tot ist.

Auslöschung von Wissen

Ilm (Wissen) ist Licht. Und nach nützlichem Wissen zu streben ist Pflicht für jeden Muslim, Mann und Frau. Doch die Sünden löschen das Wissen aus. Das kann einerseits bedeuten, dass man grosse Mühe hat beim lernen:
Imam Schafi’i (möge Allah ihm barmherzig sein) klagte bei seinem Lehrer über Probleme beim Lernen. Dieser riet ihm: „Vermeide die Sünden.“
Oder aber auch, dass Wissen eigentlich da wäre, jedoch nicht praktiziert wird. Wissen, das nicht in die Tat umgesetzt wird, ist wie Wissen, welches gar nicht vorhanden ist. Oder es ist sogar noch schlimmer !
Muadh ibn Dschabal (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte sinngemäss: „Ihr könnt Ahlul Ilm sein soviel ihr wollt. Wenn ihr keine Taten macht, wird Allah (subhana wa ta ‚ala) euch mit eurem Ilm nicht belohnen.“

Verringerung des Alters

Ungehorsamkeit verringert das Alter. Manche Gelehrte sagten, dass damit tatsächlich die Anzahl der Lebensjahre gemeint sei. Daher das jemand weniger alt wird aufgrund der Sünden.
Andere sagen, die Verringerung des Alters bedeute, dass der Mensch keinen Segen aus dem Alter zieht, da er diese Zeit nicht mit Anbetung und Gehorsam gegenüber Allah verbringt. Daher ist dies eine tote Zeit für ihn. Da das Herz tot ist kann man den ganzen Menschen als tot bezeichen.

Einer Sünde folgt eine ähnliche Sünde

Ibn al-Qayyim sagte sinngemäss, dass die Strafe einer Sünde eine ähnliche Sünde ist, die ihr folgt.
Somit begeht man die Sünde immer öfter, bis man sich daran gewöhnt hat. Das schlechte Gewissen verstummt langsam. Dies geht soweit das man die Sünde am Ende als klein sieht. Je mehr man sich an diese gewöhnt hat, desto schwieriger wird es von ihr abzulassen und desto mehr verschmutzt sie das Herz.

Weiter sagte Ibn al-Qayyim sinngemäss: „Die Belohnung einer guten Tat ist eine ähnliche gute Tat die ihr folgt. Der Wohltäter strengt sich solange an bis er sich an das Verrichten der guten Tat gewöhnt hat. Dann schickt Allah, subhana wa ta ‚ala, ihm Engel die ihn beim Verrichten der guten Tat unterstützen.“

Es wir berichtet, dass Abu Bakr as-Siddiq (Allahs Wohlgefallen auf ihm) einen Stein in den Mund nahm, wenn er sein „Bedürfnis“ erledigen ging, um zu verhindern das seine Zunge Dhikr macht. So sehr hatte er seine Zunge an Dhikr gewöhnt.

An was haben wir unsere Zungen gewöhnt? Achten wir darauf das unsere Zunge ihre Pflichten erfüllt?

Die Pflichten der Zunge sind:

1. Das Glaubensbezeugnis, dass es keine Gottheit gibt, ausser Allah und das Muhammad (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sein
Gesandter ist.
2. Alles was fürs Gebet notwendig ist: Takbir, rezidieren der Fatiha usw.
3. Das Gute gebieten und das Schlechte verbieten
4. Die Wahrheit zu sagen und nicht zu lügen.

Ibn Mas’ud (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt:
„Wahrlich, die Wahrhaftigkeit führt zur Rechtschaffenheit, und die Rechtschaffenheit für zum Paradies. Und wahrlich ein Mensch spricht nichts ausser der Wahrheit, bis er als Siddiq vermerkt wird. Gewiss ebenso führt das Lügen zu Lasterhaftigkeit und die Lasterhaftigkeit zum Höllenfeuer und der Mensch lügt und lügt, bis er bei Allah als Lügner vermerkt wird“
(Al-Bukhari und Muslim)

Es ist für die Zunge strengstens verboten üble Nachrede zu begehen !
Lohnt es sich wirklich etwas über jemanden zu sagen, wenn man damit Allahs Zorn riskiert ?

Anas (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: „Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt: „Während meiner Himmelfahrt kam ich an Menschen vorbei, derern Fingernaegel aus Kupfer waren und mit denen sie sich ihre eigenen Gesichter und Brueste zerfleischten. Ich sagte: „O Gabriel. wer sind diese ?“ Er sagte: „Diese sind die, die von anderen übel reden und ihre Ehre verletzen !“
(Abu Dawud)

Wie schmerzhaft ist doch bereits ein kleiner Kratzer. Wie unglaublich schmerzhaft muss diese Strafe sein! Und dies ist erst die Strafe in Barsakh (der „Zwischenstation“ zwischen dem Tod und dem Tag der Abrechnung). Die Strafe ab Yaum al-Qiyama wird noch viel härter sein. Möge Allah uns davor bewahren.

Was üble Nachrede ist, erklärt uns dieser Hadith von Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm): Der Gesandte Allahs sagte zu uns: „Wisst ihr was üble Nachrede ist?“ Man antwortete: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Deine Erwähung von Dingen über deinen Bruder, die er nicht leiden mag.“ Man erwiderte: „Und wenn in meinem Bruder ist, was ich über ihn sage ?“ Er erklärte: „Wenn in ihm ist, was du über ihn sagst, ist es üble Nachrede. Und wenn in ihm nicht ist was du über ihn sagst, hast du ihn verleumdet !“
(Muslim)

Schwächt den Willen des Herzens Gutes zu tun und Taube zu verrichten

Dies ist eine der schlimmsten Spuren. Die Sünden führen dazu, dass das Herz sich an diese gewöhnt. Sogar wenn es die negativen Konsequenzen des Ungehorsams kennt, fühlt es sich zu schwach diese zu meiden. Das kranke Herz fühlt sich kraftlos Gutes zu verrichten. Es verspürt keinen Durst, keinen inneren Drang nach guten Taten. Das schlimmste ist, dass es Tauba macht, jedoch nur mit der Zunge. Die Tauba ist nicht aufrichtig.

Beraubung guter Taten

Die Sünden berauben den Menschen der guten Taten.
Ibn al-Qayyim sagte sinngemäss: „Wie jemand der Schlechtes gegessen hat und dadurch gehindert wird Gutes zu essen.“ Jemand hat zum Beispiel eine verdorbene Speise zu sich genommen. Dadurch ist ihm nun so übel, dass er nichts mehr essen kann. Selbst wenn er die leckersten Speisen vor sich hätte, würde er sie nicht runterkriegen, aufgrund des schlechten Essens das seine Magen verdorben hat. Genauso führen die Sünden zu immer weiteren Sünden und zu immer mehr Ungehorsam. Sie führen dazu das man immer mehr gute Taten unterlässt und sich immer weiter vom rechten Weg entfernt. Möge Allah uns davor bewahren.

Dunkelheit im Herzen
Die Sünden führen zu Dunkelheit im Herzen. Der Mensch geht auf dem Irrweg und merkt es nicht einmal. Wie ein Blinder, der in einer mondlosen Nacht umhergeht und dies nicht merkt, da er ja die Finsternis vom Tageslicht nicht unterscheiden kann. Dem Blinden nuetzt die Sonne nichts, da er nichts sieht.
Um das Licht der Rechtleitung, den Qur’an und die Sunna, verstehen zu können brauchen wir ein Herz das sehen kann. Die Sehkraft des Herzens ist der Iman. Doch je kranker das Herz ist, desto weniger profitiert es vom Licht der Rechtleitung.

Verdorbenheit des Verstandes

Je mehr Sünden man begeht desto weniger klar sieht man den rechten Weg. Der Verstand ist verdorben, denn er hält die Person nicht davon ab Schlechtes zu begehen. Die Person kennt die Wahrheit, aber sie ist nicht fähig, in dem Moment wenn sie der Sünde gegenüber steht, ihn einzusetzen.

Jemand der vor einer Tat seinen Verstand einsetzt und über die Wirkung und Folgen dieser Handlung ernsthaft nachdenkt, begeht diese Suende nicht. Das Begehen eine Sünde beweist die Verdorbenheit des Verstandes.
Das gesunde Herz hingegen hat einen klaren Verstand. Dieser meldet sich im richtigen Moment, um die Person somit vor Sünde zu bewahren. Er lässt die Person über die Folgen einer Handlung nachdenken, bevor die Person diese Handlung begeht. Beispielsweise die Konsequenzen für ein falsches Wort im falschen Moment, damit die Person ihren Mund kontrolliert.

DIE AUSLÖSER DER KRANKHEIT KENNEN UND MEIDEN

Das ist das Wichtigste. Denn solange man den Auslöser einer Krankheit nicht meidet, können auch die Medikamente keine entgültige Heilung bringen.

Hier sind 38 Gründe für Hartherzigkeit:

1. Zu viel lachen / spassen, Zerstreuung, Ablenkung
2. Keine Demut im Gebet
3. Unterlassen des Guten gebieten und Schlechten verbieten
4. Überflüssiger Wohlstand
5. Sunna und freiwillige Taten absichtlich unterlassen
6. Gehorsamkeit der Seele, die schlechtes gebietet
7. Überflüssiges Reden
8. Zeitverschwendung (vor dem Fernseher, am Computer, Einkaufsbummel usw.)
9. Nachsicht bei Lieben und Hassen für Allah
10. Sich von Verbotenem ernähren und kleiden
11. Versprechen nicht einhalten
12. Leichtsinnig, planlos, ohne nachzudenken handeln
13. Groll, Neid, Wetteifern im Diesseits, Hass
14. Hochmut, Selbstgefälligkeit
15. Gier, Habsucht, Geiz
16. Eifriges Streben nach dem diesseitigen Leben
17. Ärgern, schlechte Meinung über andere, Zorn
18. Lange Lebenserwartung
19. Zu wenig Gedenken an Allah, subhana wa ta’ala, Undankbarkeit
20. Spotten, sich über andere lustig machen, andere lächerlich machen
21. Lügen
22. Vernachlässigung der Pflichten und Zeiten des Gebets
23. Faulheit gegenüber Gehorsamkeit
24. Vergessen der vergangenen Sünden
25. Üble Nachrede, Verleumdung, Beschimpfung
26. Zu viel essen und trinken
27. Viel Schlaf (macht arm am Tage der Abrechnung)
28. Hinauszögern von guten Taten
29. Falsche Hoffnung (diesseitige Pläne)
30. Ständiger Umgang mit ungehorsamen Menschen
31. Abhängigkeit des Herzens von anderen ausser Allah, gepriesen sei Er
32. Unwissenheit über den Islam
33. Verlassen der Gemeinschaftsgebete ohne Entschuldigung (Achis)
34. Unrecht gegenüber Anderen / Schwachen
35. Keine Behutsamkeit gegenüber Unklarheiten im Islam (Halal oder Haram ? Lass es lieber)
36. Gesellschaft von Reichen (die abgelenkt sind von Sinn des Lebens)
37. Gehorsamkeit des Teufels und seinen Gefährten
38. Nachahmung der Wahrheitsbestreiter (Kufr)

DIE MEDIKAMENTE FÜR DAS KRANKE HERZ

Nachdem wir die häufigen Auslöser der Krankheit gesehen haben, kommen wir nun zu den Medikamenten. Die Arztneinen sollten regelmässig eingenommen werden und zwar über einen langen Zeitraum. Am besten lebenslänglich, um zu unserem Schöpfer mit einem gesunden Herzen zurückzukehren.

Hier nun einige Medikamente:

1. Mindestens jeden dritten Tag ‚Ilm aneignen

Beispielsweise:
– Einen Hadith auswendig lernen und nachlesen was die Gelehrten über diesen gesagt haben.
– Vorträge über die Strafe im Grab und die Qualen in der Hölle anhören. Dazu Notizen machen.

2. Wenigstens eine Stunde pro Tag für den Islam nutzen

Allah braucht diese Stunde nicht. Aber wir brauchen diese Stunde am Jüngsten Tag.
Was ist eine Stunde verglichen zu den 24h die wir zur Verfügung haben?

„Und ich habe die Menschen und die Dschinn NUR erschaffen damit sie Mir dienen!“
(ungefähre Bedeutung, adh-Dhaariaat:56)

3. Konzentriert den Qur’aan lesen und über die Ayat nachdenken

Versuch den Qur’an wirklich konzentriert zu lesen. Wenn es dir schwer fällt, dann lies lieber weniger, dafür mit Anwesenheit des Herzens. Denke über die Bedeutung der Ayaat nach. Welchen Bezug hat diese Aya zu meinem eigenen Leben? Lies zum Beispiel den Tafsir dazu. Versuche dabei zu weinen. Zwinge dich dazu!

Abu Umama (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass er den Gesandten Allahs (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagen hörte: „Lest immer den Qur’an (besinnlich), den er wird am Tage des Gerichtes fuer seine Begleiter als Fuersprecher eintreten.“
(Muslim)

4. Oft dem Tod gedenken

Unsere frommen Vorfahren haben sich oft an den Tod erinnert. Sie haben am Abend nicht den Morgen erwartet und so gelebt, als ob sie gleich sterben würden. Leider leiden wir heutzutage an einer schlimmen Krankheit: lange Lebenserwartung. Wir machen es uns in dieser wertlosen Dunia viel zu gemütlich, obwohl wir nur eine verachtenswerte, kurze Zeit hier verbringen. Wir müssen oft dem Tod gedenken, dem Genusszerstörer. Wir sollten auch möglichst oft an die Qualen im Grab, die Schrecken des Jüngsten Tages, das Paradies und die grauenvolle Strafe in der Hölle nachdenken.

5. Über Allahs Namen und Eigenschaften nachdenken

Dies ist ein wichtiges Mittel für Taqwa. Wie soll man etwas fürchten, dass man gar nicht kennt ?
Lerne zum Beispiel jede Woche einen der 99 Namen Allahs und was er wircklich bedeutet. Versuche nach diesem Wissen zu handeln.

6. Sich zur Rechenschaft ziehen

„Klug ist derjenige, der sich selbst zur Rechenschaft zieht und nach dem strebt, was ihm nach dem Tode zum Wohl gereicht wird; und unfaehig ist derjenige der Sklave seiner Begierden bleibt, und sich wuenscht von Allah belohnt zu werden, ohne dafuer etwas zu tun.“ sagte der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) gemäss der Ueberlieferung bei at-Tirmidhi.

7. Oft und aufrichtig Tawba machen

„Und diejenigen die, wenn sie etwas Schaendliches getan oder gegen sich gesündigt haben, Allahs gedenkten und fuer ihre Suenden um Vergebung flehen, und wer vergibt die Suenden wenn nicht Allah?“
(ungefähre Bedeutung Qur’an ali-‚Imraan: 135)

Verzweifle nicht, wenn die aufrichtige Reue dir schwer faellt. Bitte Allah, erhaben ist Er, um Traenen der Reue und um Schmerzen im Herzen fuer die begangenen Sünden. Sag Ihm, dass du so gerne ein aufrichtiger, bereuender Diener sein mchtest. Bitte Ihn um Hilfe.

„Jeder Mensch, der eine Sünde begeht, sich danach reinigt durch Wudu, zwei Raka’aat betet und Allah ta ‚ala um Vergebung bittet, dem werden seine Sünden verziehen.“, sagte der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) gemäss der Ueberlieferung von Nasai und Abu Dawud.

8. Du’a (Bittgebet)

Du’a ist Ibada. Mache oft Dua’a. Bitte Allah, Gepriesen sei Er, um Heilung deines Herzens.

Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr) berichtete: Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt: „Das Bittgebet ist das Wesentliche des Gottesdienstes.“ (Abu Dawud und At-Tirmidi, Kommentar: guter bis starker Hadith)

9. Friedensgruß auf den Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm)

Abdullah Ibn Amr Ibn al-‚Aas (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass er den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagen hörte: „Wer um die Segnung Allahs fuer mich bittet, den wird Allah dafuer zehnfach segnen.“
(Muslim) Die Überlieferungen dazu sind zahlreich.

10. Rechtschaffene Taten verrichten

Die Taten die Allah am liebsten sind, sind die Taten die Er uns zur Pflicht gemacht hat. Besonders wichtig ist es daher das Pflichtgebet konzentriert und mit Hingabe zu verrichten.

Man sollte auch versuchen gute Werke zu vollbringen, von denen niemand weiss, dass man sie vollbringt, ausser Allah, Erhaben ist Er. Dies hält die Absicht (und somit auch die Belohnung) rein.

11. Dhikr (Allah Gedenken)

„Und das Gedenken an Allah ist das höchste (Gebot)..“ (ungefähre Bedeutung, al-Qasas:45)

„Und gedenke deines Herrn in deiner Seele in Demut und Furcht und ohne laute Worte morgens und abends; und sei nicht einer der Achtlosen!“ (ungefähre Bedeutung, al-A’raaf:205)

„Und gedenkt Allahs häufig, so dass ihr Erfolg habt!“ (ungefähre Bedeutung, al-Jumu’a:10)

Wer Dhikr macht, kann nicht gleichzeitig etwas schlechtes sagen. Deshalb ist Dhikr nicht nur eine Ibada sondern gleichzeitig auch ein Schutz. Wenn man unter Unkonzentriertheit und Waswas (Einflüsterungen des Satans) leidet, sollte man standhaft bleiben. Das Festhalten an der guten Tat wird den Schaitan besiegen, .

12. Das Gebet in der Nacht

„Sie (die Gottesfürchtigen) pflegten des Nachts nur wenig zu schlafen“
(ungefähre Bedeutung, adh-Dhaariyaat:17)

Das Gebet in der Nacht verbindet viele der oben aufgezählen Punkte, wie Dhikr, Qur’an lesen, Du’a machen, den Segenswunsch auf den Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sprechen usw.

Salim ibn ‚Abdullah ibn ‚Umra Ibn-ul-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass sein Vater erzählte, dass Allahs Gesandter (Allahs Segen und Frieden auf ihm) gesagt hat: „Abdullah wäre ein vortrefflicher Mann, wenn er die freiwilligen Gebete des Nachtes verrichten wuerde!“ Salim sagte: „Danach pflegte Abdullah nachts nur wenig zu schlafen.“
(Al-Bukhari und Muslim)

Quelle: As-sunnah

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Vier Prinzipien für einen noblen Charakter

Shaykhul Islaam Ibn Qayyim al-Jawziyyah

„Es ist nicht vorstellbar, dass jemand einen noblen Charakter besitzen kann, außer dass er auf vier Säulen gegründet ist:
Die Erste: Sabr (Geduld)
Die Zweite: ‘Iffah (Keuschheit)
Die Dritte: Shujaa’ah (Mut, Tapferkeit)
Die Vierte: Adl (Gerechtigkeit)

Geduld, regt ihn an tolerant zu sein, seinen Zorn zu kontrollieren, Unheil, das er von anderen erhält, zu ertragen und nachsichtig und bedacht in seinen Entscheidungen zu sein. Es motiviert ihn behutsam zu sein und nicht hastig und ungestüm.

Keuschheit, regt ihn an jegliches unbesonnenes Merkmal zu vermeiden, ob in seinen Aussagen oder Handlungen, und unterstützt ihn einen Sinn von Anstand und Rechtschaffenheit zu haben, welches der Inbegriff allen Gutes ist. Es hütet ihn vor Unzucht, Geiz, Lügen, Verleumdung und die Verbreitung von Geschichten, um Trennung und Zwietracht zwischen den Leuten zu verursachen.

Mur/Tapferkeit, regt ihn an einen Sinn von Selbstachtung zu haben, hohen Wert darauf zu legen und noble Umgangsformen zu haben und diese als einen Teil seiner natürlichen Bestimmung zu machen. Es unterstützt ihn ebenfalls sich anzustrengen und selbstlos zu sein, was im Wesentlichen wahre Tapferkeit ist und zu einem starken Willen und Selbstbestimmung führt. Es unterstützt ihn sich von seinen leidenschaftlichen minderen Begierden zu distanzieren, seinen Zorn zu kontrollieren und nachsichtig zu sein, weil er dadurch sein Naturell kontrollieren kann, es bei den Zügeln packen kann und sein heftiges und schädliches Verhalten zügeln kann, wie der Gesandte Allahs r sagte:
„Der Starke ist nicht derjenige, der seinen Gegner zu Boden ringen kann, doch ist vielmehr derjenige der Starke, der sich selbst kontrollieren kann, wenn er zornig wird.”
Dies ist wahre, echte Tapferkeit und es ist der einzige Charakterzug, den der Sklave nutzt, um seinen Gegner zu überwinden.
Gerechtigkeit, unterstützt ihn objektiv in seinem Benehmen gegenüber Leuten zu sein und gemäßigt zwischen den beiden Extremen, Nachlässigkeit und Extremismus, zu sein. Es motiviert ihn selbstlos und Gütig zu sein, welches der Mittelweg ist, zwischen absoluter Erniedrigung und Arroganz, und dies als ein Teil seiner Bestimmung und Aufmachung zu machen. Es unterstützt ihn tapfer zu sein, welches der Mittelweg zwischen Feigheit und Unbedachtsamkeit ist, und nachsichtig zu sein, welches der Mittelweg zwischen extrem unnötigen Zorn und Niederträchtigkeit ist.

Diese vier tugendhaften Charaktereigenschaften sind die Hauptlinie und Ursprung von allen noblen Manieren und die Basis von allen widerwärtigen und schändlichen Charaktereigenschaften ist auf vier Säulen aufgebaut:

Die Erste: Jahl (Unwissenheit)
Die Zweite: Dhulm (Unterdrückung)
Die Dritte: Shahwah (seinen minderen Gelüsten zu folgen)
Die Vierte: Ghadab (Zorn)

Unwissenheit, erlaubt ihn Gutes in der Form von Schlechtem und Schlechtes in der Form von Gutem zu sehen und das als unvollkommen zu betrachten, was vollkommen ist, und das als vollkommen zu betrachten, was unvollkommen ist.

Unterdrückung, veranlasst ihn Dinge an Plätzen anzubringen, welche ihnen nicht entsprechen, so wird er zornig, wenn es Zeit ist glücklich zu sein und glücklich, wenn es Zeit ist zornig zu sein. Er ist unwissend und hastig, wenn es Zeit ist bedacht zu sein und bedacht, wenn es Zeit ist hastig zu sein. Er ist geizig, wenn es Zeit ist selbstlos zu sein und selbstlos, wenn es Zeit ist knauserig zu sein. Er ist schwach, wenn es Zeit ist tapfer zu sein und Verantwortung zu übernehmen und er übernimmt die Verantwortung, wenn es Zeit ist einen Schritt zurück zu gehen (und jemand anderes die Initiative ergreifen zu lassen). Er ist behutsam und nachsichtig, wenn es Zeit ist rau und standhaft zu sein und er ist rau und standhaft, wenn es Zeit ist nachsichtig zu sein. Er ist bescheiden, wenn es Zeit ist anspruchsvoll zu sein und Arrogant, wenn es Zeit ist bescheiden zu sein.

Seine minderen Gelüste zu folgen, unterstützt ihn fleißig in der Erlangung dessen zu sein, was die Seele in brünstig begehrt und geizig und gierig zu sein. Es unterstützt ihn sich selbst mit allen Arten von verabscheuungswürdigen und unüberlegten Merkmalen zu schmücken.
Zorn, animiert ihn arrogant, eifersüchtig und neidisch zu sein, Feindschaften gegenüber anderen zu hegen und unbedacht und schamlos zu sein.

Die Basis dieser vier abscheulichen und tadelnswerten Charaktereigenschaften sind zwei Säulen:
Entweder Selbst- Schändlichkeit oder Selbst- Hochmut.

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Vier Arten der Liebe

Vier Arten der Liebe (Ibn Al-Qayyim)
Ibn Al-Qayyim (rahimu Allah) sagte bezüglich dieses Themas:

Es gibt vier Arten von Liebe, zwischen denen wir unterscheiden müssen. Und die, die vom Rechten Weg abkommen, tun dies, weil sie diese Unterscheidung nicht treffen. Die erste von ihnen ist die Liebe zu Allah, aber dies allein ist nicht ausreichend um eine Person von der Strafe Allahs zu bewahren und Seine Belohnung zu erlangen. Die Mushrikin, Christen, Juden und andere lieben alle Allah.

Die Zweite ist das zu lieben was Allah liebt. Dies ist, was eine Person in den Islam führt und weg vom Kufr. Der meist geliebte von Allah unter den Leuten ist derjenige, der am korrektesten und hingabevollsten in dieser Art von Liebe ist.

Die dritte Art ist die Liebe um Allahs Willen, die eins der Wesensmerkmale des Liebens ist von dem was Allah liebt. Die Liebe einer Person gegenüber dem was Allah liebt kann nicht vollkommen sein, wenn er nicht auch um Allahs Willen liebt.

Die Vierte ist die Liebe für etwas neben Allah, diese Liebe hat etwas mit Shirk zu tun. Jeder, der Dinge neben Allah liebt, aber nicht um Allahs Willen, hat Allah diese Sache beigesellt. Dies ist die Liebe der Mushrikin.

Es bleibt noch eine fünfte Art übrig, die Liebe hat nichts mit unserem Thema zu tun; diese ist die natürliche Liebe, welche in der Neigung der Person liegt und seiner Natur entspricht, wie die Liebe einer durstigen Person gegenüber Wasser oder einer hungrigen Person gegenüber Essen, die Liebe gegenüber Schlaf oder gegenüber seiner Frau und Kindern. Es gibt nichts daran auszusetzen, es sei denn es hält die Person vom Gedenken Allahs ab oder von der Liebe Ihm gegenüber. Allah sagt (in der ungefähren Bedeutung):

[63:9] „O ihr, die ihr glaubt, lasset euch durch euer Vermögen und eure Kinder nicht vom Gedenken an Allah abhalten. Und wer das tut – das sind die Verlierenden.“

[24:37] „Männer, die weder Ware noch Handel vom Gedenken an Allah abhält und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Zakah; sie fürchten einen Tag, an dem sich Herzen und Augen verdrehen werden.“
(Al-Jawaab al-Kaafi, 1/134)

Und er (rahimu Allah) sagte:

Der Unterschied zwischen der Liebe um Allahs Willen und der Liebe gegenüber einer Sache neben Allah ist einer der wichtigsten Unterscheidungen. Jeder sollte diese Unterscheidung treffen und wahrlich sie ist verpflichtend für uns. Die Liebe um Allahs Willen ist ein Zeichen der Vervollständigung des Glaubens, aber die Liebe gegenüber einer Sache neben Allah ist die Essenz von Shirk.

Der Unterschied zwischen den beiden ist, das die Liebe einer Person um Allahs Willen verbunden ist mit seiner liebe zu Allah; wenn diese Liebe stark in seinem Herzen vertreten ist, bestimmt diese Liebe, dass er das liebt, was Allah liebt. Wenn er das liebt, was sein Herr liebt und er die Freunde Allahs liebt, so ist dies die Liebe um Allahs Willen. So liebt er Seine Gesandten, Propheten, Engel und enge Freunde, weil Allah sie liebt und er hasst die, die sie hassen, weil Allah diese Leute hasst.

Das Zeichen für die Liebe und den Hass um Allahs Willen ist, dass sein Hass gegenüber denen die Allah hasst sich nicht in Liebe wandelt, nur weil diese Person ihn freundlich behandelt, ihm einen Dienst erweist oder ihm einige Notwenigkeiten erfüllt, die er hat. Seine Liebe für diejenigen, die Allah liebt wird sich nicht in Hass wandeln, nur weil diese Person etwas tut, was ihn verletzt oder kränkt, ob es nun durch einen Fehler oder absichtlich gemacht wurde, im Gehorsam gegenüber Allah oder weil die Person das Gefühl hat seine Gründe zu haben oder weil die Person ein Übeltäter ist, der seine Übeltaten aufgeben will und Reue zeigt.

Die gesamte Religion dreht sich um vier Grundregeln: Liebe und Hass, Handeln und Unterlassen. Die Person, dessen Liebe und Hass, Handlung und Unterlassen alle dem Willen Allahs unterliegen, hat seinen Glauben so vervollständigt, dass wenn er liebt, er um den Willen Allahs liebt, wenn er hasst, um den Willen Allahs hasst, wenn er etwas macht, es um den Willen Allahs macht und wenn er etwas unterlässt, er es um den Willen Allahs unterlässt. Soweit es ihm in diesen vier Kategorien Mangelt, mangelt es ihm an Glauben und Hingabe an seiner Religion. Dies steht im Kontrast zu der Liebe gegenüber Dingen neben Allah, welche zwei Arten sind. Eine wiederspricht den Prinzipien des Tauhid und ist Shirk; die andere wiederspricht der Vervollständigung von Aufrichtigkeit und Liebe gegenüber Allah, befördert eine Person aber nicht aus dem Islam.

Die erste Art gleicht der Liebe der Mushrikin gegenüber ihren Götzen und Göttern. Allah sagt (in der ungefähren Bedeutung):

[2:165] „Und es gibt unter den Menschen einige, die sich außer Allah Seinesgleichen (zum Anbeten) nehmen und lieben, wie man (nur) Allah lieben soll.“

Die Mushrikin lieben ihre Götzen und Götter neben Allah wie sie Allah lieben. Diese Liebe und Hingabe wird begleitet von Furcht, Hoffnung, Anbetung und Bittgebeten. Diese liebe ist purer Shirk, welches Allah nicht vergibt. Der Glaube kann nicht vervollständigt werden außer, dass die Person die Götzen als Feinde ansieht und sie intensiv hasst und die Leute hasst, die sie anbeten und sie als Feinde ansieht und sich gegen sie bemüht. Dies ist die Botschaft mit der Allah all Seine Gesandten sandte und all Seine Bücher offenbarte. ER schuf die Hölle für die Leute des Shirks, die die Beigesellungen lieben und ER schuf das Paradies für diejenigen, die sich gegen sie bemühen und sie als Feinde ansehen um Allahs Willen und um Sein Wohlgefallen zu erlangen.

Wer auch immer irgendetwas anbetet von der Nähe des Thrones bis zu den niedrigsten Tiefen der Erde und sich einen Gott und Träger neben Allah nimmt und bei anderen an der Anbetung teilnimmt, wird abgelehnt durch das Objekt seiner Anbetung, wenn er es am meisten benötigt. [d.h. am jüngsten Tage]

Die zweite Art ist die Liebe gegenüber Dingen, die Allah den Leuten attraktiv gemacht hat, wie Frauen, Kinder, Gold, Silber, schöne Pferde, Vieh und gut bebautes Land. Leute lieben diese Dinge in einer Art der Begierde, wie die Liebe eines Hungrigen gegenüber Essen und eines Durstigen gegenüber Wasser. Diese Liebe ist von drei Arten. Wenn die Person sie um den Willen Allahs liebt und sie als Mittel zum Gehorsam gegenüber Allah versteht, wird er dafür belohnt; es wird als ein Teil der Liebe um Allahs Willen angerechnet und versteht sich als Mittel Ihn zu erreichen und er wird stets Freude an ihnen finden. Dies ist wie der beste der Schöpfung (d.h. der Prophet (saws)) war, für den die Frauen und das Parfum lieb gebildet wurden in dieser Welt und seine Liebe für sie ihm half, Allah mehr zu lieben, Seine Botschaft zu übermitteln und Seine Befehle zu erfüllen.

Wenn eine Person diese Dinge liebt, weil sie mit seiner Natur und seinem eigenen Begierden übereinstimmen, aber er sie nicht Dingen, die Allah liebt und mit denen Er zufrieden ist, bevorzugt und er sie auf Grund seiner natürlichen Neigungen erlangt, dann fallen sie unter den erlaubten Dingen und er wird nicht dafür bestraft, aber seine Liebe zu Allah und um den Willen Allahs mangeln ein wenig.

Wenn sein alleiniger Zweck im Leben ist, diese Sachen zu erhalten und er ihnen Priorität verschafft über dem, was Allah liebt und mit denen Er zufrieden ist, dann schadet er sich und folgt seinen eigenen Begierden.

Die erste ist die Liebe der al-Saabiqoon (den führenden im Islam); die zweite ist die Liebe der al-muqtasidoon (den durchschnittlichen) und die dritte ist die Liebe der al-zaalimoon (den Überltätern).
Al-Rooh by Ibn al-Qayyim, 1/254.

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