Beiträge mit dem Schlagwort: Fatwa

Belohnung beim Quran lesen ohne die Bedeutung zu verstehen

Frage:
Wird eine Person für das Lesen des Qur’an belohnt, obwohl sie dessen Bedeutung nicht versteht?

Antwort: 
Der heilige Qur’an ist gesegnet, wie Allah (Erhaben ist Er) sagt (ungefähre Bedeutung): „(Dies ist) ein gesegnetes Buch, das Wir zu dir hinabgesandt haben, damit sie über seine Ayah nachsinnen und damit diejenigen bedenken, die Verstand besitzen.“ (Sura Sad, Ayah 29)

Dem Menschen ist es also vorgeschrieben ihn zu lesen, ob er dessen Bedeutung versteht oder nicht. Aber der Mu‘min, der nach ihm handelt, sollte ihn nicht lesen ohne die Bedeutung zu verstehen. Wenn eine Person beispielsweise Medizin lernen will und die Bücher der Medizin studiert, kann er davon nicht profitieren solange er deren Bedeutungen nicht kennt und sie ihm nicht erklärt werden; vielmehr wird er sehr eifrig sein deren Bedeutungen zu verstehen damit er sie ausführen kann. Warum denkst du also, dass jemand das Buch Allahs (Erhaben und Verherrlicht ist Er) lesen sollte, welches eine Heilung für das, was sich in den Herzen befindet und Ermahnung für die Menschen ist, ohne über dessen Bedeutungen nachzusinnen und sie zu verstehen? Aus diesem Grund haben die Gefährten (radiAllahu anhum) nach zehn Versen nicht weitergemacht, ohne sie (die Verse) und das Wissen, das sie beinhalten zu lernen und wie man nach ihnen handeln muss. Also haben sie den Qur’an, das Wissen und die Handlungen alle zusammen gelernt.

Eine Person wird für das Lesen des Qur’an belohnt, ob sie dessen Bedeutungen versteht oder nicht; sie sollte aber eifrig sein, dessen Bedeutungen zu verstehen und diese von einem Gelehrten lernen, dessen Wissen vertrauenswürdig ist. Wenn sie keinen Zugang zu einem Gelehrten hat, der ihr die Bedeutungen lehren kann, darf sie sich an einen vertrauenswürdigen Tafsir wenden, wie der Tafsir ibn Jarir, Tafsir ibn Kathir und andere, die auf den Tafsir achten, der auf den von den Sahaba und den Tabi’in (radiAllahu anhum) überlieferten Berichten basiert.

Shaykh Salih Ibn ‚Uthaymin, rahimahullah
Fataawa Nur ‘ala al-Darb; Kassette 85; Seite A

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Behandlung Psychischer Krankheiten

Scheich Ibn al-’Uthaimīn

 
Frage:

Darf ein Muslim zum Psychologen gehen und ihm seine Probleme von der Vergangenheit erzählen, die er bis heute nicht verarbeitet hat! Es ist so, dass der Mensch krank wird z.B. Schnupfen, Grippe etc. und dass die Psyche auch krank werden kann und diese von einem Arzt behandeln werden muss? Ist es also Haram oder nicht??? Bārakallāhu fīk im Voraus!

 

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Es herrscht kein Zweifel daran, dass der Mensch seelische Krankheiten erleiden kann. Diese können auftreten, wenn er sich zu sehr um die Zukunft sorgt oder der Vergangenheit nachtrauert. Diese seelischen Krankheiten haben größere Auswirkungen auf den Körper, als die körperlichen Krankheiten. Diese Krankheiten können aber mit Dingen geheilt werden, die die Scharī’ah gebracht hat. Dazu gehört: Die Ruqyah. Diese kann seelische Krankheiten mehr heilen, als die meisten Medikamente, die bekannten sind.

Auch der folgende authentische Hadith von Ibn Maş’ūd, Allahs Wohlgefallen auf ihm, kann seelische Krankheiten heilen: Der Gesandte Allah, möge Allah ihn loben und Heil schenken, hat gesagt: „Es gibt niemanden, der mit Not oder Kummer heimgesucht wird, und sagt:

 اللهم إني عبدك ابن عبدك ابن أمَتك ، ناصيتي بيدك ، ماضٍ فيَّ حكمك عدل فيَّ قضاؤك ، أسألك بكل اسم هو لك سميت به نفسك أو علمته أحداً من خلقك أو أنزلته في كتابك أو استأثرت به في علم الغيب عندك أن تجعل القرآن العظيم ربيع قلبي ونور صدري وجلاء حزني وذهاب همي وغمي

(„Allāhumma innī ’Abduka Ibnu ’Abdika Ibnu Amatika, Nāşiyatī bi Yadika, Mādin Fiyya Ĥukmuka, ’Adlun Fiyya Qadā`uka. Aş`aluka bi Kulli Işmin Huwa Laka, Şammayta bihi Nafşaka aw Anzaltahu fi Kitābika aw ’Allamtahu Aĥadan min Chalqika aw Işta`tharta bihi fi ’Ilmi l-Ĝaybi ’Indaka, an Tadj’ala l-Qur`āna l-’Adhīma Rabī’a Qalbī, wa Nūra Şadrī wa Djalā`a Ĥuznī wa Dhahāba Hammī.“)

„O Allah, ich bin Dein Diener, Sohn Deines Dieners, Sohn Deiner Dienerin, meine Stirnlocke ist in Deiner Hand, Dein Befehl über mich wird sicher ausgeführt, und Dein Beschluss über mich ist gerecht. Ich bitte Dich bei jedem Deiner Namen, mit denen Du Dich selbst benannt hast oder den Du in Deinem Buch offenbart hast oder den Du irgendeinen von Deiner Schöpfung gelehrt hast oder den Du im Wissen des Verborgenen bei Dir behalten hast, dass du den Qur`ān zur Versorgung (Ernährung) meines Herzen machst und zu einem Licht für meine Brust und zu einem Mittel gegen meine Trauer und zu einer Erleichterung für meine Sorgen.“ –

ohne dass Allah seine Not und seinen Kummer von ihm nimmt und durch Erleichterung ersetzt.“[1]

Man sollte auch folgendes sagen: ”Es gibt keinen (anbetungswürdigen) Gott außer Dir! Preis sei Dir! Gewiss, ich gehöre zu den Ungerechten.”[2]

Wer mehr solcher Bittgebete lesen möchte, dem empfiehlt es sich folgende Bücher zu lesen: „al-Wābil aş-Şayyib“ von Ibn al-Qayyim, „al-Kalim at-Tayyib“ von Scheich al-Islam Ibn Taimiyah, „al-Adhkār“ von an-Nawawī oder „Zād al-Ma’ād“ von Ibn al-Qayyim.

Doch als der Glaube (im Herzen) schwach wurde, ist auch die Akzeptanz gegenüber der Medizin aus der Scharī’ah gesunken. Die Menschen heutzutage stützen sich nur noch auf die fühlbaren Medikamente, mehr als auf die Medizin aus der Scharī’ah.

Als der Glaube hingegen stark war, hat die Medizin aus der Scharī’ah schnell eingeschlagen. Ihre Wirkungen schlagen schneller ein als die fühlbaren Medikamente. Uns allen ist auch die Geschichte über den Mann nicht verborgen geblieben, den der Gesandte Allahs – möge Allah ihn loben und Heil schenken – mit einer geheimen Sache beauftragt hat und er dann an einem arabischen Volk kam, die ihn nicht als Gast aufnehmen wollten. Der erhabene Allah wollte es, dass der Führer dieses Volkes von einer giftigen Schlange gebissen wird. Sie sprachen dann zu einander: „Geht zu diesen Leuten, die zu euch kamen, vielleicht befindet sich ja ein Rāqī (jemand der die Ruqyah macht) unter ihnen.“ Ein Gefährte ging zu demjenigen, der gebissen wurde und las über ihn aus dem Qur`ān. Er las nur die Sure al-Fātiĥah. Daraufhin erhob sich der Mann sofort voller Energie, als ob nichts geschehen wäre.

Somit hat das Rezitieren der Sure al-Fātiĥah diese enorme Wirkung gebracht, da es aus einem Herzen kam, das voller Glauben war. Doch in unserer heutigen Zeit ist der Glaube schwach geworden. Deshalb verlassen sich die Menschen nur noch auf diese fühlbaren Medikamente.

Doch im Gegensatz dazu gibt es auch Leute des Humbugs, die mit dem Verstand der Menschen spielen und behaupten, sie seien fromme Leser. Doch in Wahrheit zehren sie den Besitz der anderen auf nichtige Weise auf.

Deshalb unterteilen sich die Menschen in folgende Gruppen: Die einen gehen ins Extreme und geben der Rezitation aus dem Qur`ān keinerlei Wirkung. Und die anderen sind auch ins Extreme gegangen und haben sich über den Verstand der Menschen lustig gemacht, indem sie ihnen Rezitationen vorgetragen, die gelogen und hinterlistig sind. Und dann gibt es noch jene, die der Mitte folgen.“[3]

Es ist nichts Falsches daran, wenn man die Krankheiten behandeln lässt, die einen heimsuchen. Dies ist nicht verboten. Doch Voraussetzung ist, dass die Nebenwirkungen nicht schlimmer sind als die Krankheit, die man hat.

Wir raten den Kranken, egal ob es dabei um seelische Krankheiten wie Ängste und Depressionen oder auch um körperliche Krankheiten wie Schmerzen oder ähnliches handelt, dass sie sich erstmal mit der erlaubten Ruqyah behandeln lassen sollen. Dies sind Verse und Ĥadīthe, mit der die Scharī’ah gekommen ist. Denn darin steckt Heilung für viele Krankheiten.

Dann raten wir auch dazu, sich mit der Medizin behandeln zu lassen, die der erhabene Allah erschaffen hat, wie Honig und Pflanzen. Der erhabene Allah hat in diesen Dingen Heilung für viele Krankheiten gesteckt. Gleichzeitig haben diese keinerlei Nebenwirkungen auf denjenigen, der sie einnimmt.

Wir sind der Meinung, dass man keine chemischen Medikamente einnehmen sollte, um Ängste behandeln zu lassen. Diese Krankheit sollte mit seelischen Medikamenten behandelt werden und nicht mit chemischen.

Dieser Patient braucht mehr Glauben und mehr Vertrauen auf seinen Herrn. Er sollte vermehrt beten und Allah um Heilung bitten. Wenn er das macht, dann werden sich die Ängste von ihm entfernen. Sein Herz wird Ruhe finden, wenn er mehr rechtschaffene Taten verrichtet. Denn diese haben eine enorme Auswirkung auf die Psyche eines Menschen und halten viele Krankheiten von ihr fern. Deshalb sehen wir keinen Sinn daran, zu einem Psychologen zu gehen, der einen falschen Glauben hat, geschweige wenn er auch noch Ungläubig sein sollte. Je mehr ein Arzt gläubig ist und Kenntnis über Allah und Seiner Religion hat, desto mehr kann er den Kranken beratschlagen.

Möge der erhabene Allah uns und dich vor allen psychischen und körperlichen Krankheiten bewahren und unsere Herzen für den Glauben, der Rechtleitung und der Zufriedenheit öffnen.

Und Allah weiß es am besten!

 

[1]verzeichnet bei Aĥmad

[2]al-Anbiyā` 21:87

[3]Fatāwah Işlāmiyyah, 4/465f

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Fatwa über Spielsachen

Frage Nr. 23445:
Da es uns nicht erlaubt ist, Bilder von Menschen und Tieren zu machen, darf man Kindern erlauben, mit Spielsachen in Menschen- oder Tiergestalt zu spielen?

Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.

Shaikh Ibn Uthaimin (möge Allah barmherzig mit ihm sein) sagte:
Was diejenigen (Spielsachen) angeht, deren Gestalt unvollständig ist, indem nur ein Teil der Glieder oder des Kopfes vorhanden sind, aber die Gestalt nicht deutlich ist, so besteht kein Zweifel daran, dass diese erlaubt sind, und diese ähneln den Puppen, mit denen Aisha (möge Allah mit ihr zufrieden sein) zu spielen pflegte. (Berichtet von al-Bukhari, 6130; Muslim, 2440)

6130: (Bukhari)
‘A’ischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete: “Ich pflegte mit puppen zu spielen*, als ich mit dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, verheiratet war, und ich hatte einige Freundinnen, die auch mit mir spielten. Sie verhielten sich so, dass sie – wenn der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, kam – hinter die Vorhänge verschwanden. Er aber sprach zu ihnen so lieb und leise, dass sie weiter mit mir spielten.”

Aber wenn die Gestalt vollständig ist, und es so ist, als hätte man einen Menschen vor sich – besonders, wenn es sich bewegen oder sprechen kann – dann ist mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken, es als erlaubt zu betrachten, da dies eine vollständige Imitation der Schöpfung Allahs ist. Es scheint, dass die Puppen, mit denen Aisha (möge Allah mit ihr zufrieden sein) zu spielen pflegte, nicht so aussahen; daher ist es vorzuziehen, sie zu vermeiden. Aber ich kann nicht sagen, dass sie mit Sicherheit haram sind, da es für kleine Kinder Ausnahmen gibt, die den Erwachsenen in solchen Dingen nicht gewährt werden. Es ist die Natur kleiner Kinder, zu spielen und Spaß zu haben – sie müssen keine der Taten der Anbetung verrichten; daher können wir nicht sagen, dass sie ihre Zeit mit nutzlosem Spiel vergeuden. Aber wenn eine Person in solchen Angelegenheiten auf der sicheren Seite sein will, sollte derjenige den Kopf abtrennen oder ihn über das Feuer halten, bis er sich erweicht; anschließend kann er ihn zurechtdrücken, bis die Gesichtszüge nicht mehr erkennbar sind.
Majmu Fatawa al-Shaikh Muhammad Ibn Uthaimin (möge Allah barmherzig mit ihm sein), 2/277-278

Anmerkung
(*Manche Rechtsgelehrten gehen auf Grund dieses Hadith davon aus, dass Spielpuppen nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein können, und dadurch nicht unter das Bilderverbot fallen. Zu diesen Bedingungen gehört, dass diese höchstens nur der damaligen primitiven Form und Machart entsprechen sollen, und zwar als gestopfter Stoff, der keinerlei feine Einzelheiten der Schöpfung aufweist. Spielpuppen, die heutzutage in den Kaufhäusern zum Kauf angeboten werden, sind auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht unbedenklich: Die herrlichen Haarfarben, die beweglichen Wimpern und Augen, welche tränen und sich schließen können, die gelenkigen Arme und Beine, die Merkmale der Schamteile, die Wasser lassen, nebst, dass diese puppen Laute von sich geben. Alle diese Feinheiten sprengen die Grenze des Erlaubten und greifen mit der technischen Entwicklung immer tiefer in die Schöpfung ein. Was das rechtliche Urteil angeht, so gibt es keinen Zweifel darüber, dass für den Hersteller eine derartige Herstellung von puppen dem Bilderverbot nach Hadith Nr. 7042 unterliegt. Wenn diese aber von den Eltern käuflich erworben werden müssen, damit das Kind mit seinen Spielkammeraden gleichgestellt wird und keine psychischen Schäden erleiden soll, dann muss die Puppe den Strapazen der Kinderhände unbeschränkt ausgesetzt sein und auf keinen Fall als Ausstellungsstück auf einem Paradekissen in der Wohnung verherrlicht werden denn das Prinzip lautet, dass die Hebung oder die Verherrlichung des Bildes es verboten macht)

Quelle: Islam-QA.com

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Umgang mit jemandem der das Gebet unterlässt

Shaykh Salih Ibn ‘Uthaymin
Antwort:
Das Unterlassen des Gebets ist Kufr, der jemanden aus dem Islam hinausbefördert. Wenn er
eine Frau hat, dann ist seine Ehe mit ihr ungültig, von ihm geschlachtetes Fleisch ist nicht
erlaubt, sein Fasten und seine Spende werden nicht akzeptiert und es ist ihm nicht erlaubt nach
Makkah zu gehen und al-Haram zu betreten.
Im Falle seines Todes ist es nicht erlaubt, ihn zu waschen, einzuwickeln, das Totengebet für ihn
zu verrichten oder ihn bei den Muslimen zu begraben. Vielmehr sollte er in die Wüste hinaus
gebracht und in einem Loch begraben werden.
Stirbt der Verwandte eines anderen und dieser weiß, dass er nicht gebetet hat, dann ist es ihm
nicht erlaubt, die Leute zu täuschen, indem er sie dazu bringt, das Totengebet für den
Verstorbenen zu verrichten, denn das Totengebet für einen Kafir zu sprechen ist haram, wie
Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Und bete niemals über jemandem von ihnen (von den
Heuchlern), der gestorben ist, und stehe nicht an seinem Grab! Sie verleugneten ja Allah und
Seinen Gesandten, und sie starben als Frevler (ungehorsam Allah und Seinem Gesandten
gegenüber).“ (9:84)
„Dem Propheten und denjenigen, die glauben, steht es nicht zu, für die Götzendiener um
Vergebung zu bitten, auch wenn es Verwandte wären, nachdem es ihnen klar geworden ist,
dass sie Insassen des Höllenbrandes sein werden (weil sie im Zustand des Unglaubens
starben).“ (9:113)
Scheikh ibn ‘Uthaymin, rahimahullah
Majmu’ Fatawa al-Scheikh ibn ‘Uthaymin – 12/ Frage Nr. 26

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Wie weiß der Diener, ob eine Prüfung ein Test oder eine Bestrafung ist?

Wie weiß der Diener, ob eine Prüfung ein Test oder eine Bestrafung ist?

Frage:
Wenn eine Person mit einer Krankheit oder einem schlimmen Leiden, körperlich oder bezüglich seines Vermögens, geprüft wird, wie weiß sie dann, ob diese Prüfung ein Test ist oder Allaahs Zorn?

Antwort:
Allaah testet Seine Diener in Wohl und Wehe, in Mühsal und Erleichterung. Er testet sie manchmal mit diesen Dingen, um ihren Rang zu erhöhen und den Status dieser Menschen zu verbessern, sowie ihre guten Taten zu verdoppeln. Dies ist so wie das, was Allaah für die Propheten und Gesandten, ‘alaihim as-Salaat wa-s-Sallam, und dir rechtschaffenen Menschen der Anbeter Allaahs getan hat. Wie der Prophet, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, sagte: Die am stärksten getesteten Menschen sind die Propheten, dann die, die ihne im Rang am nächsten sind, dann die nächsten. Manchmal tut Allaah dies wegen der Sünden und Übertretungen der Menschen, so dass die Strafe schnell erteilt werden kann.

So wie Allaah sagt:
“Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles.”
“وَمَآ أَصَـٰبَكُم مِّن مُّصِيبَةٍۢ فَبِمَا كَسَبَتْ أَيْدِيكُمْ وَيَعْفُوا۟ عَن كَثِيرٍۢ”
(Qur’aan 42:30)

So gilt allgemein für die Menschen, dass sie mangelhaft sind und nicht alle obligatorischen Pflichten erfüllen. Daher ist das, was sie befällt, aufgrund ihrer Sünden und Defizite bezüglich Allaahs Befehlen.

Wenn also jemand von den rechtschaffenen Dienern Allaahs mit einer Krankheit oder etwas ähnlichem befallen wird, dann ist dies die Art der Prüfung für die Propheten und Gesandten, welche deren Rang erhöhen und ihren Lohn vergrößern und sie zum Beispiel für andere in Geduld und Zufriedenheit machen.

So kann es, kurz gesagt, ein Test sein und den Rang zu erhöhen und den Lohn zu vergößern, wie Allaah es für einige der rechtschaffenen Menschen tut. Es kann Sühne sein für schlechte Taten, wie in der Aussage von Allaah تعالى: “Wer Böses tut, dem wird es vergolten.”
“مَن يَعْمَلْ سُوٓءًۭا يُجْزَ بِهِ”
(Qur’aan 4:123)

Ebenso die Aussage des Propheten, sallallaahu ‘alaihi wa sallam: “Niemals wird ein Muslim befallen von Mühsal oder Schwierigkeit, noch Trauer noch Kummer, noch Schaden oder Leid, außer dass Allaah ihm seine Sünden sühnt, sogar durch einen Dorn, der ihn sticht.”
وعن أبي سعيد وأبي هريرة رضي الله عنهما عن النبي صلى الله عليه وسلم قال‏:‏ ‏”‏ما يصيب المسلم من نصب ولا وصب ولا هم ولا حزن ولا أذى ولا غم، حتى الشوكة يشاكها إلا كفر الله بها من خطاياه‏ ‏متفق عليه‏”‏
(Riyaadu-s-Saalihien 1, Hadith 37)

Was die Aussage des Propheten, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, angeht: “Für wen Allaah Gutes will, den prüft Er.” [„مَنْ يُرِدِ اللَّهُ بِهِ خَيْرًا يُصِبْ مِنْهُ“ (Sahih al-Bukhari 5645)], so könnte es sein, dass dies eine Bestrafung ist, die ereilt wurde durch Übertretungen des Dieners und dadurch, dass er nicht eilig bereut hat, wie erwähnt im Hadith des Gesandten, sallallaahu ‘alaihi wa sallam, dass er sagte: “Wenn Allaah für Seinen Diener Gutes will, dann bestraft Er ihn in dieser Welt, und wenn Er für Seinen Diener Schlechtes will, dann hält Er seine Sünden zurück bis Er sie am Tage des Gerichts berechnet.”
إذا أراد الله بعبده خيراً عجل له العقوبة في الدنيا، وإذا أراد الله بعبده الشر أمسك عنه بذنبه حتى يوافي به يوم القيامة‏‏‏.
رواه الترمذي وقال ‏:‏ حديث حسن‏‏
(Riyaadu-s-Salihien 1, Hadith 43)

[Vom noblen Scheich ‚Abdul ‚Azeez Ibn Baaz رحمه الله|Übersetzt ins Englische von: Abbas Abu Yahya| Vom Englischen ins Deutsche von Maimuna Y. Bienas]

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Die Entscheidung bezüglich des aufhängens von Quranversen

Frage (Nr. 254):

In den Häusern vieler Muslime sieht man Verse des Qur´ān an der Wand hängen oder Bilder mit den Namen Allahs und Muhammads (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm), von denen sie glauben, dass sie sie und ihr Haus beschützen könnten. Ist dies eine Form von Schirk oder Übertreibung?

Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Das Aufhängen von Tafeln und Tüchern mit Āyāt des Qur´āns in Häusern, Schulen, Clubs und Geschäften ruft aus Sicht der islamischen Religion eine Anzahl von Bedenken hervor, wie z. B. die folgenden:

1. In den meisten Fällen werden solche Dinge zum Zwecke der Dekoration und Verzierung an die Wand gehängt, die Āyāt (oder Ähnliches) werden in Form von Kalligraphien und als farbige Schriften geschrieben. Dies ist ein unangemessener Gebrauch des Qur´āns, der offenbart wurde um die Menschen zu leiten und um regelmäßig gelesen zu werden. Der Qur´ān wurde nicht offenbart um Wände zu zieren, sondern um die Menschheit rechtzuleiten.

2. Einige Leute hängen solche Dinge auf um dadurch Segen zu bekommen, was eine Form von Bid´ah ist. Der Segen, wie er im Islam beschrieben wird, kommt durch das Lesen oder die Rezitation des Qur´āns, nicht vom Aufhängen oder Platzieren auf einem Schrank oder dadurch, dass er in Kunstwerke und dreidimensionale Bilder verwandelt wird.

3. Es ist gegensätzlich zur Handlungsweise des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) und der rechtgeleiteten Kalīfen (al-Khulafā´ al-Rāschidūn), möge Allah mit ihnen zufrieden sein, die niemals so etwas getan haben. Der beste Weg ihnen zu folgen ist, keine Bid´ah einzuführen. Die Geschichte lehrt uns, dass an Orten wie Andalusien, Türkei etc. die Ausschmückung von Häusern und Moscheen mit kunstvollen Handarbeiten von Āyāt nur zu Zeiten geschah, als die Muslime schwach und unterdrückt waren.

4. Das Aufhängen solcher Bilder oder Tafeln könnte zum Schirk führen, denn einige Leute glauben, dass diese Gegenstände wie Amulette sind, die das Haus und seine Bewohner vor Bösem und Leiden schützen. Dies ist Schirk und somit harām, denn der Eine, Der tatsächlich Schutz bietet, ist Allah, gepriesen sei Er, und eines der Mittel, um Seinen Schutz zu erhalten, ist die aufrichtige Rezitation des Qur´āns und der Du´ā, die durch Qur ´ān und Sunnah gelehrt werden.

5. Es besteht das Risiko, dass der Qur´ān dazu benutzt werden könnte, um ein Geschäft zu begünstigen oder um den Profit zu steigern. Der Qur´ān sollte vor solchem Missbrauch geschützt werden. Es ist wohl bekannt, dass die Herstellung und der Verkauf solcher Bilder und Tafeln Extravaganz und Verschwendung von Geld darstellen.

6. Viele dieser Tafeln werden mit echtem Gold hergestellt, wodurch ihr Gebrauch und das Aufhängen von ihnen umso mehr harām ist.

7. Viele dieser Tafeln beinhalten eine Art von Sorglosigkeit, denn ihre Buchstaben sind zu komplizierten Anordnungen verwoben, die keinen Nutzen haben, da sie kaum lesbar sind. Manchmal bilden die Worte die Umrisse eines Vogels oder eines sich niederwerfenden Mannes und ähnliche verbotene Abbilder von lebenden Geschöpfen.

8. Āyāt und Sūren des Qur´āns werden dadurch dem Missbrauch und der Zweckentfremdung preisgegeben. Bei einem Umzug beispielsweise werden sie zusammen mit den anderen Möbelstücken und Habseligkeiten eingepackt und andere Gegenstände werden auf sie gestapelt. Dies kann auch geschehen, wenn sie bei Streich-oder Reinigungsarbeiten von der Wand genommen werden.

9. Einige Muslime, deren Befolgung des Islams mangelhaft ist, stellen solche Tafeln und Bilder auf und glauben etwas Religiöses zu tun, sodass ihr schlechtes Gewissen nachlässt – obwohl ihnen diese Handlung in keiner Weise helfen kann.

Alles in Allem müssen die Tore zum Schlechten geschlossen werden und den Führern aus den Anfangszeiten des Islams, denen der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) bestätigte, dass sie die besten aller Muslime im Glauben und beim Praktizieren waren, muss gefolgt werden. Falls jemand sagen sollte: „Wir werden es nicht missbrauchen oder als Dekoration benutzen oder damit übertreiben, wir wollen bei unseren Zusammenkünften nur die Menschen an ihre Religion erinnern.“, dann ist unsere Antwort: „Wenn wir uns das reale Leben anschauen, ist es das, was tatsächlich geschieht? Erinnern die Menschen sich tatsächlich an Allah? Lesen sie die Āyāt, wenn sie darauf schauen?“

Was geschieht, ist das Gegenteil: Die Menschen handeln entgegen dem, was über ihren Köpfen hängt, sie lügen weiterhin, beschäftigen sich mit Klatsch und Tratsch, machen sich über andere lustig und sagen schlechte Dinge. Sogar wenn wir annehmen, dass einige von diesen Tafeln etc. profitieren, so ist es doch eine Tatsache, dass es nur sehr wenige sind, und dies ändert nicht die islamische Regel (Hukm) darüber.

Die Muslime müssen sich dem Buch Allahs zuwenden, es lesen und rezitieren und dementsprechend handeln.

Wir bitten Allah darum, den Qur´ān zu einem Licht der Rechtleitung für uns zu machen und zu einem Mittel, um unseren Kummer und unsere Sorge von uns zu nehmen. Möge Allah unseren Propheten Muhammad (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) segnen.

Islam Q&A

 

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Das Dua einer menstruierenden Frau das Quranayat enthält

Frage: Ist es der menstruierenden Frau erlaubt, die Duas am Tag von Arafat zu lesen, trotz der Tatsache, dass sie Ayat aus dem Qur’an enthalten?

Antwort: Es ist nichts daran verkehrt, wenn die menstruierende Frau und Wöchnerin Da‘awat rezitiert, welche für die Zeremonien der Hajj vorgeschrieben sind. Auch ist gemäß der richtigen Meinung nichts daran auszusetzen, wenn diese Frauen Qur’an lesen, weil es keinen eindeutigen sahih Bericht in den islamischen Quellen gibt, der diesen Frauen das Rezitieren des Qur’ans verbietet.

Es wird berichtet, dass der Mann, welcher junub ist, nicht den Qur’an lesen darf, während er in diesem junub-Zustand ist, wegen dem Hadith von ‘Ali (radiAllahu anhu). In Bezug auf die menstruierende Frau und die Wöchnerin gibt es den Hadith von ‘Umar: „Die menstruierende Frau und der Mann, welcher junub ist, sollen nicht den Qur’an lesen“ – aber er ist da‘if, weil der Hadith von Ismail ibn Ayyash von den Hijaziyin berichtet wurde, und er ist da‘if in seinen Berichten von ihnen. Aber sie (die menstruierende Frau und Wöchnerin) soll den Qur’an lesen, ohne dabei das Mushaf zu berühren [1], oder ihn auswendig rezitieren.

Im Falle einer Person, welche junub ist, so darf sie weder den Qur’an vom Mushaf rezitieren noch ihn auswendig vortragen, bis sie Ghusl gemacht hat. Der Unterschied zwischen diesen Beiden ist, dass die Zeitspanne für die Person im junub-Zustand sehr kurz ist und sie sofort Ghusl vollziehen kann, sobald der sexuelle Verkehr beendet ist. Sie befindet sich nicht lange im junub-Zustand und es liegt an der Person, wann sie den Ghusl vollzieht; wenn sie kein Wasser findet, so kann sie Tayyammum verrichten und dann beten und den Quran lesen.

Aber die menstruierende Frau und Wöchnerin hat keine Kontrolle über ihre Situation – sie liegt bei Allah Dem Erhabenen. Im Falle der Wöchnerin dauert die Periode ein paar Tage oder Wochen. Deshalb ist es ihnen erlaubt, den Quran zu rezitieren, damit sie ihn nicht vergessen und damit sie nicht vom Segen des Quranrezitierens und des Lernens der Schariah Regeln vom Buche Allahs ausgeschlossen bleiben.

Da dies (die Erlaubnis den Quran zu rezitieren und zu lesen) der Fall ist, ist es ebenso mit Sicherheit erlaubt, Bücher mit Da’awat zu lesen, welche eine Mischung aus Quran-Ayat und Ahadith beinhalten. Dies ist die korrekte Ansicht unter den zwei Gelehrtenmeinungen. Schaikh Ibn Baz, rahimahullah

Fataawa Islammiyyah (1/239)

http://www.islamfatwa.de/gottesdienste-ibadah/45-reinigung/al-haidh-menstruation-und-an-nifas-wochenfluss/968-das-dua-einer-menstruierenden-frau-wenn-es-quran-ayat-enthaelt

 

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Fatwa über die Liebe ( Ibn Taymiyyah)

Wenn ein Mädchen einen Jungen liebt, begeht sie eine Sünde? Alles Lob gebührt Allah. Der Islam kam, um alle Türen, die zum Schlechten und Sünden führen können, zu schließen und ist eifrig darum bemüht, alle Wege, die zu der Verdorbenheit des Herzens und der Gedanken führen können, zu blockieren. Liebe und das Verliebtsein zwischen den Geschlechtern gehören zu den schlimmsten aller Probleme. Shaykh al-Islam Ibn Taymiya (möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in Majmoo’ al-Fataawa (10/129): „Liebe ist ein seelisches Leiden und wenn sie zunimmt, beeinflusst sie den Körper und wird ein äußerliches Leiden, entweder als eine Erkrankung des Gehirns, welches zu jenen Erkrankungen gehört, die durch Einflüsterungen entstehen oder als Erkrankungen des Körpers wie Schwäche, Abmagerung etc.“ Und er (Möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in Majmoo’ al-Fataawa (10/132): „Eine Nicht-Mahram-Frau zu lieben, führt zu vielen negativen Folgen, deren ganzem Ausmaß nur der Herr der Menschen kennt. Es ist eine Krankheit, die die religiöse Hingabe des Leidtragenden beeinflusst, folglich kann es auch die Gedanken und den Körper beeinflussen.“ Es ist ausreichend zu wissen, dass eine Folge der Liebe zu dem anderen Geschlecht, die versklavte Abhängigkeit des Herzens, welches von dem Geliebten gefangen gehalten wird. So ist die Liebe eine Tür, welche zur Demütigung und der Unterwürfigkeit führt. Dies ist ausreichend, um jemanden vor dieser Krankheit abzuschrecken. Ibn Taymiyah (Möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in Majmoo’ al-Fataawa (10/185): „Wenn ein Mann eine Frau liebt, selbst wenn sie für ihn erlaubt ist, verweilt sein Herz in Abhängigkeit zu ihr und sie kann ihn kontrollieren wie sie möchte, selbst wenn er äußerlich als ihr Meister erscheint, da er ihr Ehemann ist. Doch in der Realität ist er ihr Gefangener und Sklave, besonders dann, wenn sie sich seiner Bedürfnisse und Liebe bewusst ist. In diesem Fall wird sie ihn wie ein rauer und unterdrückender Meister seinen erniedrigten Sklaven, welcher sich nicht von ihm befreien kann, kontrollieren. Vielmehr ergeht es ihm noch schlimmer, denn die Abhängigkeit des Herzens ist Schlimmer als die Abhängigkeit des Körpers.“ Die Anhaftung zum anderen Geschlecht wird einem Herzen, welches mit Liebe zu Allah erfüllt ist, nicht passieren. Sie wirkt sich nur auf ein leeres und schwaches Herz aus, sodass sie in der Lage ist, die Kontrolle darüber zu gewinnen, hernach, wenn sie stark und mächtig wird, ist sie in der Lage, die Liebe zu Allah zu bezwingen und ihn zum Shirk zu führen. Folglich wird gesagt: „Liebe ist das Handeln eines leeren Herzens.“ Wenn das Herz frei von der Liebe und dem Gedanken zu dem Allbarmherzigen ist und es ihm fremd ist, mit Ihm zu Sprechen, wird es mit der Liebe zu einer Frau, Bildern und dem Hören von Musik gefüllt. Wenn das Herz Allah einzig liebt und Ihm aufrichtig ergeben ist, wird es nicht einmal daran denken, jemand anderen an der ersten Stelle zu lieben, geschweige denn sich zu verlieben: Wenn ein Herz sich in jemanden verliebt, ist das aufgrund des Mangels an der Liebe zu Allah alleine. Folglich, weil Yusuf, Allahs Friede auf ihm, Allah geliebt hat und ihm aufrichtig ergeben war, fiel er nicht auf die Falle der Liebe herein, vielmehr sagt Allah (sinngemäße Übersetzung): Und sie begehrte ihn, (und) auch er hätte sie begehrt, wenn er nicht ein deutliches Zeichen von seinem Herrn gesehen hätte. Das geschah, um Schlechtigkeit und Unsittlichkeit von ihm abzuwenden. Wahrlich, er war einer Unserer auserwählten Diener. 12:14 Was die Frau von al-‘Azeez angeht, so war sie eine Götzendienerin so wie ihre Gefolgschaft es auch war, folglich fiel sie in diese Falle hinein. Der Muslim muss sich vor diesem Verhängnis schützen und (er) darf sich dabei nicht kleinkriegen, sowie sich von dem Verhängnis entledigen. Wenn er in Hinblick auf das zurückbleibt und dem Weg der Liebe folgt, durch die fortlaufenden Blicke verbotener Dinge, dem Hören von unerlaubten Dingen und der achtlosen Konversation mit dem anderen Geschlecht ist etc. ist er infolgedessen von der Liebe beeinflusst, somit sündigt er und (er) wird gemäß seiner (sündhaften) Taten bestraft. Menschen sind zu Beginn dieses Problems unachtsam gewesen und dachten, sie wären in der Lage gewesen, sich, wann immer sie wollten, zu befreien oder, dass Wie viele an einem bestimmten Zeitpunkt aufzuhören und nicht weiter zu gehen, bis die Krankheit einen festen Halt eingenommen hat und kein Arzt oder Heilmittel mehr helfen konnte? Ibn al-Qayyim (möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in Rawdat al-Muhibbeen (147): „Wenn die Ursache nach seinem Willen passiert, so hat er keine Entschuldigung für die Folgen, welche jenseits seinem Einfluss liegen, aber wenn der Grund verboten ist, so hat der Betrunkene keine Entschuldigunng. Einen Blick auf den anderen folgen zu lassen und sich selbst zu erlauben, über diese Person zu denken, ist zweifelsohne wie ein berauschendes Getränk: Er ist für diesen Fall zu tadeln.“ Wenn eine Person sich anstrengt, von diesen Dingen, welche zu dieser ernsthaften Krankheit führen, fernzubleiben – durch das Senken der Blicke, das nicht Anschauen von verbotenen Dingen, nicht Hören von verbotenen Dingen und das Verbannen der vergangenen Gedanken, welche der Teufel ihn in den Kopf hineingebracht hat – demnach ergreift ihm etwas von dem schlechten (Gedanken) seiner Krankheit, da er einen Blick riskiert hat oder eine Abwicklung, die grundsätzlich erlaubt ist, getätigt hat, und verliebt sich sein Herz in eine Frau, somit ist dies, so Allah ta’ala will, keine Sünde, da Allah ta’ala sagt (sinngemäße Übersetzung) : Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag. [al-Baqarah 2:286] Shaykh al-Islam Ibn Taymiyah (Möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in Majmoo’ al-Fataawa:(11/10): „Falls dies nicht aus Achtlosigkeit und Überschreitung seinerseits resultiert, so sündigt er nicht, was ihm widerfährt.“ Ibn al-Qayyim (Möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in Rawdat al-Muhibbeen (147): Wenn die Liebe aus einem erlaubten (halal) Grund passiert, (dann) ist die Person nicht zu beschuldigen, wie etwa jener: der seine Frau oder Sklavin liebte, und daraufhin sich von ihr trennte, jedoch ist die Liebe erhalten geblieben und hat ihn nicht verlassen. Er sollte dafür nicht getadelt werden. In ähnlicher Weise, wenn es ein unerwarteter Blick war und er daraufhin seinen Blick abwandte, jedoch packte ihn die Liebe am Herzen, ohne dass er sie beabsichtigt hatte, dann muss er sie (die Liebe) abwehren und widerstehen.“ Aber er muss sein Herz behandeln, indem er die Wirkungen seiner Liebe beendet und indem er sein Herz mit der Liebe zu Allah ta’ala füllt und Hilfe bei Ihm sucht, um davon loszukommen. Er soll nicht zu schüchtern sein intelligente und vertrauenswürdige Personen, um Rat zu fragen oder Ärzte und Psychologen, da er bei ihnen (eventuell) ein Heilmittel finden könnte. Indem er dies tut, muss er geduldig sein, nach Lohn streben, keusch und ruhig bleiben und Allah wird, so Allah will, für ihn einen Lohn bestimmen. Shaykh al-Islam Ibn Taymiyah (Möge Allah sich seiner erbarmen) sagt in Majmoo’ al-Fataawa: (10/133): „Falls er mit der Liebe getestet wird, (und) er (dabei) keusch und geduldig bleibt, dann wird er für das Fürchten gegenüber Allah belohnt werden. Es ist aus einem Schar’ia Beweis bekannt, dass, wenn eine Person keusch bleibt und sich von unerlaubten (haram) Sachen, Blicken, Reden und Taten fernhält und er ruhig bleibt und nicht darüber spricht, sodass es unerlaubte (haram) Reden darüber gibt, ob er sich bei einer anderen Person beschwert oder offenkundig sündigt, oder hinter der Geliebten her ist – ist er Allah gehorsam gegenüber und wehrt die Sünde ab, trotz des Liebesschmerzes, welcher er in seinem Herzen füllt – wie jener, der von einer Katastrophe heimgesucht wird und er die Pein mit Geduld erträgt, dann wird er zu jenen gehören, die Allah fürchten und geduldig sind.“ Allah ist wahrlich gnädig gegen uns gewesen. Wahrlich, wer rechtschaffen und geduldig ist – nimmermehr läßt Allah den Lohn derer, die Gutes tun, verlorengehen.” 12:90 Siehe auch Fragen Nr. 20949 und 33702. Und Allah weiß am besten!! http://islamqa.com/en/ref/82941 Quelle:dieerbenderpropheten.wordpress.com

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Dürfen Frauen Hosen mit langen Oberteil tragen?

Dürfen Frauen Hosen mit langem Oberteil tragen?

Frage:
Ich treffe viele Schwestern, die Hosen tragen, aber ihr Hinterteil bedecken. Sie sagen, dass dies reichen würde. Aber ist es nicht so, dass die weite Kleidung einer Frau, ihr Ĥidjāb, über der Hose bis kurz über den Knöchel gehen muss?

Antwort:
Gepriesen sei Allah.

Erstens:
Es ist Ĥarām für eine Frau vor einem ihr fremden Mann (Nicht-Maĥram) in Hosen zu erscheinen, weil Hosen die Reize (’Aurah) einer Frau nicht in der Art und Weise bedecken, die in der Scharī’ah erforderlich ist. Im Gegenteil, sie betonen ihre Reize zusätzlich. Außerdem ahmt sie damit sowohl Männern nach als auch ungläubigen Frauen nach. All das ist jedoch bekanntlich verboten (Ĥarām).

Scheich Ibn ’Uthaimin , möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte: „Ich finde, dass die Muslime dieser modischen Kleidung nicht folgen sollten, die uns von hier und dort importiert wird. Vieles dieser Kleidung ist mit unserer islamischen Kleiderordnung, die eine Frau vollständig bedeckt, nicht vereinbar, wie zum Beispiel Kleidungen, die kurz, sehr eng oder durchsichtig sind. Dazu gehört auch die Hose, die den Umfang der Beine einer Frau, ihren Bauch und ihre Taille zur Show stellt.
Das Tragen solcherHosen fällt auch unter dem folgenden authentischen Hadith, wo es heißt:
„Unter den Leuten der Hölle gibt es zwei Typen, die ich niemals gesehen habe – dieeinen haben Peitschen wie den Schwanz eines Ochsen, mit denen sie Menschenschlagen. Die anderen sind Frauen, die bekleidet aber nackt sind. Sie wurden verführt (auf falsche Wege) und verführtenandere. Ihr Haar ist hoch (gesteckt) wie die Höcker (von Kamelen). Diese Frauen werden das Paradies nicht betreten noch seinen Duft spüren obgleich er aus solch und solcher Entfernung wahrgenommen werden kann.“ “
[Verzeichnet bei Muslim unter der Nr. 2128].

Scheich Ibn ’Uthaimin sagte auch: „Was ich glaube ist, dass es für Frauen verboten (Ĥarām) ist Hosen zu tragen, da sie damit unter anderem auch Männer nachahmen. Der Prophet, möge Allah ihn loben und Heil schenken, verfluchte Frauen, die Männer nachahmen. Außerdem tötet das Tragen solcher Kleidung den Scham einer Frau ab. Sie öffnet damit aber auch die Tür für die Kleidung der Leute der Hölle, da der Gesandte Allahs, möge Allah ihn loben und Heil schenken, sagte:
„Unter den Leuten der Hölle gibt es zwei Typen, die ich niemals gesehen habe.“ Dann erwähnte er die „Frauen, die bekleidet aber nackt sind. Sie wurden verführt (auf falsche Wege) und verführten andere. Ihr Haar ist hoch (gesteckt) wie die Höcker (von Kamelen). Diese Frauen werden das Paradies nicht betreten noch seinen Duft spüren.“ “
[Madjmū’ Fatāwah Scheich Ibn ’Uthaimīn].

Der ständige Ausschuss der Gelehrten hat gesagt: „Es ist ihr nicht erlaubt, Hosen zu tragen, da Frauen dadurch Männer nachahmen würden.“
[Fatāwah al-Ladjnah al-Dā`imah – 17/102].

Zweitens:
Das Verbot des Tragens von Hosen wird nur dann aufgehoben, wenn die Frau dies unter ihrem Kleid trägt und nicht, indem sie es lediglich unter ihrer Bluse trägt, auch wenn diese Bluse bis zu den Knien reichen würde. Denn dadurch wäre der Grund für das Verbot immer noch vorhanden.

Scheich ’Abdurrazzāq ’Afīfi , möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte: „Eine Frau kann Hosen unter einem vollständig bedeckten Kleidungsstück tragen. Sie ahmt dadurch Männern nicht nach, solange sie dies unter ihrem weiten Gewand trägt.“
[Fatāwah Scheich ’Abdurrazzāq ’Afīfi – S. 573].

Möge Allah dich auf dem rechten Weg festigen und dich für das Befolgen der Wahrheit reichlich belohnen. Und möge Er auch den anderen Schwestern, die noch nicht so weit sind die Kraft geben, damit sie zur Wahrheit finden.
Und Allah weiß es am besten.

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Sie hat eine verbotene Beziehung bereut, in der sie ihre Jungfräulichkeit verlor. Soll sie den Mann heiraten, der mit ihr Unzucht trieb?

Frage (Nr. 104492): 

Ich habe eine Beziehung mit einem Mann, bei dem ich meine Unschuld verlor. Ich habe diese scheußliche Tat bereut und bitte Allāh darum, meine Reue zu akzeptieren. Dieser Mann hat mir nun auch einen Heiratsantrag gemacht, doch er ist nicht religiös, er raucht Zigaretten und Haschisch und trinkt Alkohol. Was soll ich tun, er kennt doch meine Situation? Soll ich ihn verlassen, mein Jungfernhäutchen wiederherstellen lassen und einen religiösen Mann heiraten? Außerdem war ich schwanger und habe das Baby abtreiben lassen. Allāh allein weiß, wie aufrichtig meine Reue ist… 

Antwort: 

Alles Lob gebührt Allāh. 

Erstens: 

Zina (Unzucht oder Ehebruch) ist eine gewaltige Sünde. Allāh hat es verboten, etwas zu tun, das dazu führt, und hat die Hadd-Strafe für denjenigen, der es begeht, vorgeschrieben. Er hat die Unzuchttreibenden vor der Strafe des Jenseits ausdrücklich gewarnt. So sagt Allāh (ungefähre Bedeutung): „Und nähert euch nicht der Unzucht. Gewiss, sie ist etwas Abscheuliches – und wie böse ist der Weg.“ (17:32). 

Ibn Jarīr al-Tabari (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „`Und nähert euch nicht` oh ihr Leute `der Unzucht. Gewiss, sie ist etwas Abscheuliches`, denn Zina ist eine gewaltige Sünde. `Und wie böse ist der Weg` bedeutet, dass der Weg der Zina ein übler Weg ist, weil es der Weg der Leute ist, die Allāh ungehorsam sind und die sich Seinem Befehl entgegenstellen. Was für ein schlimmer Weg ist der, der den Menschen in das Höllenfeuer führt.“ (Tafsīr al-Tabari, 17/438) 

Scheikh `Abd al-Rahmān al-Sa`di (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Das Verbot, sich diesem auch nur anzunähern, ist nachdrücklicher als das einfache Verbot, denn es beinhaltet das Untersagen aller Dinge, die dazu führen und die es fördern, da `derjenige, der seine Herde um einen geschützten Bereich herum grasen lässt, die Grenze bald überschreiten wird` und dies gilt insbesondere bei einer Angelegenheit dieser Art, bei der das Motiv sehr stark ist. Allāh beschreibt die Zina als schrecklich, wie Er sagt: Gewiss, sie ist etwas Abscheuliches, womit gemeint ist, dass es gemäß der Scharī`ah, dem gesunden Menschenverstand und dem allgemeinen Verständnis etwas Verabscheuungswürdiges darstellt, nämlich eine Überschreitung der Grenzen Allāhs, gegenüber der Frau und ihrer Familie oder ihrem Ehemann. Es führt zu Unmoral, einem Durcheinander der Abstammungslinien sowie weiteren üblen Konsequenzen. 

`Und wie böse ist der Weg` bedeutet: Was für ein schlimmer Weg ist der Weg desjenigen, der es wagt, so eine schwere Sünde zu begehen.“ (Tafsīr al-Sa`di, S. 457) 

Siehe auch in den Antworten auf die Fragen #76060, 20983 und 95754. 

Zweitens: 

Ist die Seele erst einmal dem Fötus eingehaucht, dann ist eine Abtreibung ein zusätzliches Verbrechen zur Unzucht. Wurde die Seele dem Fötus noch nicht eingehaucht, dann ist es weniger schwerwiegend. 

Für eine detaillierte Erörterung dieses Themas, siehe bitte in den Antworten auf die Fragen #11195, 13319, 13331 und 90054. 

Drittens: 

Wir preisen Allāh dafür, dir die Fähigkeit zur Reue gegeben zu haben, und wir hoffen, dass sie aufrichtig ist. Die Bedingungen der aufrichtigen Reue sind: die begangenen Sünden zu bedauern und die schlechte Handlung sofort aufzugeben sowie alles, was dazu führt, wie z. B. Kontakt, Unterhaltung und Treffen. Zu den Bedingungen der Reue gehört auch die feste Absicht, nicht wieder zu der Tat zurückzukehren. 

Du musst außerdem viele rechtschaffene Taten verrichten, wie z. B. zu beten, den Qur’ān zu lesen und zu fasten, um so deinen Glauben und deine Frömmigkeit zu stärken. Gute Taten löschen die schlechten Taten aus und aufrichtige Reue löscht das aus, was vorher kam und sie ändert schlechte Taten in gute um. Allāh sagt – nach der Erwähnung der Sünde des Schirk, nämlich der Beigesellung anderer zu Allāh, dem Mord und der Unzucht – in ungefährer Bedeutung: „außer demjenigen, der bereut, glaubt (an den islamischen Monotheismus) und rechtschaffene Werke tut; jenen wird Allāh ihre bösen Taten gegen gute eintauschen; und Allāh ist stets allvergebend und barmherzig.“ (25:70). 

Viertens: 

Was die Heirat mit diesem Verbrecher anbelangt, so solltest du wissen, dass die notwendige Voraussetzung für eine gültige Ehe zweier Unzuchttreibender die aufrichtige Reue der beiden ist. Es erscheint uns anhand deiner Fragestellung so, dass er seine Tat nicht bereut hat, vielmehr fügte er dem ersten Unglück noch weitere schlechte Dinge hinzu, wie das Haschisch Rauchen und den Konsum von Berauschendem. Wir denken, dass jemand wie er nicht betet. Ist das tatsächlich der Fall, dann ist es definitiv nicht erlaubt, ihn als Ehemann zu akzeptieren. Denn das Unterlassen des Gebets begründet Kufr, welcher den Menschen aus dem Islam hinausbefördert, und es ist einer muslimischen Frau nicht gestattet, einen Kāfir zu heiraten. 

Für weitere Details über die Heirat mit einem Zāni (einem Unzuchttreibenden) siehe bitte in den Antworten auf die Fragen #85335, 87894 und 96460. 

Fünftens: 

Die Wiederherstellung deines Hymens ist harām, denn es ist ein Betrug an dem, der dich später heiratet. 

Für weitere Informationen zu dieser Angelegenheit siehe bitte in der Antwort auf die Frage #844. 

Auch ist es nicht erlaubt, deinem späteren Ehemann davon zu berichten, dass du deine Jungfräulichkeit in dieser verbotenen Beziehung verloren hast, weil es eine Zurschaustellung deiner Fehler ist und der Muslim muss seine Fehler verbergen. Du kannst stattdessen Zweideutigkeiten verwenden. Es ist bekannt, dass der Hymen auch durch etwas anderes als den Geschlechtsverkehr beschädigt werden kann. Dies kannst du so gut wie möglich ausnutzen und dich in Zweideutigkeiten zurückziehen. 

Siehe auch in der Antwort auf Frage #42992. 

Wenn es aber möglich ist, diesen Mann zur aufrichtigen Reue zu motivieren und zum regelmäßigen Gebet und wenn er tatsächliche Anzeichen von Reue zeigt und tatsächlich mit dem Gebet beginnt, dann ist nichts Falsches daran, ihn als Ehemann zu akzeptieren. Zweifellos wäre diese Lösung die leichtere und diskretere für dich, doch wie kann man jemandem wie ihm trauen? 

Wir bitten Allāh darum, deine Reue anzunehmen, deine Angelegenheiten zu richten und unsere und deine Fehler in dieser Welt und der nächsten zu verdecken. 

Und Allāh weiß es am besten. 

Islam Q&A

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