Charakter & Benehmen

Lass dich nicht entmutigen

Imam Ibn Qayyim al-Jawziyyah (rahimahullah) sagte: „[Solch eine Person] wird nicht durch diejenigen, die sich von ihr unterscheiden und sich ihr entgegenstellen, entmutigt, da sie geringer in Wichtigkeit und Bedeutung sind, auch wenn sie größer an der Zahl sein mögen, wie einige der Salaf sagten: „Folge den Wegen der Wahrheit und lass dich nicht durch die geringe Anzahl der Menschen, die das gleiche tun, entmutigen.“ Jedes Mal, wenn du dich durch dein Alleinsein auf diesem Weg entmutigt fühlst, dann baue auf diejenigen, die vor dir kamen und strebe danach mit ihnen gleichzuziehen und wende dich von allen anderen ab, da sie dir nicht im Geringsten bei Allah nützen werden. Wenn du sie zufällig irgendwo entlang des Weges, auf dem du bist, siehst, dann dreh dich nicht um, um sie anzublicken, denn wenn du dies tust, dann werden sie dich ablenken und lediglich deinen Fortschritt verzögern.“

[Madaridsch as-Salikin; 1/21]

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Vergeben und Hinwegsehen

Vergeben und Hinwegsehen

Zu den Sitten und Manieren der Salaf gehörte, dass sie vergaben und über den Schaden, den sie durch andere erlitten, hinwegsahen, d.h. wenn sie geschlagen oder ausgeraubt wurden, oder wenn ihre Ehre verletzt wurde etc., nach Maßgabe des Qur’an.

Also vergib ihnen und wende dich ab (von ihnen). Wahrlich, Allah liebt jene, die Gutes tun [5:13]

..und den Groll unterdrücken und den Menschen vergeben. Und Allah liebt die Rechtschaffenen. [3:134]

Sie orientierten sich am Beispiel des Propheten (sallallahu alayhi wa sallam), der niemals aus eigenem Interesse Vergeltung übte, sondern nur dann, wenn die von Allah gesetzten Grenzen überschritten wurden.

Wer sich diese edle Verhaltensweise aneignet, ist dem Erbarmen des Barmherzigen, Seiner Gnade und Vergebung näher, wie in den zwei authentischen Büchern (al-Bukahri und Muslim) erwähnt wird.

“Es gab einen Händler, der den Menschen seine Ware auf Kredit verkaufte und wenn er einen in Not geratenen Menschen sah, sagte er zu seinen Gehilfen: »Erlasset ihm seine Schulden, möge Allah uns auch unsere Schuld erlassen!« Da erließ ihm Allah seine Schuld.“ (Bukhari)

Jafar ibn Muhammad (rahimahullah) sagte: „Zu bereuen, nachdem ich jemandem verziehen habe, ist mir lieber, als zu bereuen, nachdem ich jemanden bestraft habe.“

Qatadah wurde gefragt: „Welche Person hat den höchsten Rang?“ Er sagte: „Derjenige, der häufig vergibt.“

Es wird von einem der Salaf berichtet, dass sein Sklave ihn sehr wütend machte. Er dachte daran sich zu rächen, woraufhin der Sklave sagte: „…die den Groll unterdrücken..“ Er sagte: „Ich habe meinen Groll unterdrückt.“ Der Sklave fuhr fort: „..und die den Menschen vergeben..“ Er sagte: „Ich habe dir vergeben.“ Der Sklave sagte dann: „Und Allah liebt die Rechtschaffenen.“ Der Mann sagte: „Geh! Um Allahs willen, ich lasse dich frei.“

[Min Akhlaq as-Salaf von Ahmad Fareed]

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Die Schwierigsten Taten

Die schwierigsten Taten

Ali (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte: „Unter den Taten gibt es vier, mit denen man sich am schwersten schmücken kann:

1. Die Vergebung, wenn man verärgert ist.
2. Die Großzügigkeit in schweren Zeiten.
3. Die Keuschheit, wenn man allein ist; und
4. Demjenigen die Wahrheit zu sagen, der sie fürchtet.“

[Übersetzt aus dem Englischen; Gems and Jewels von Abdul-Malik Mujahid]

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Überprüfe dein Herz

Überprüfe dein Herz! Ist es Gesund?

Ich bezeuge das es keinen gibt, der das Recht hat angebetet zu werden ausser Allah.
Und ich bezeuge das Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.
Allahs Segen und Frieden auf dem Propheten, seiner Familie und seinen Gefährten. 
Übersicht:

→ Die drei Herzen
→ Die Gifte die das Herz verschmutzen
→ Die Spuren der Sünden
→ Die Auslöser der Krankheit kennen und meiden
→ Medikamente für das Kranke Herz

Das folgende ist eine Ermahnung in erster Linie an mich selber. Aber können wir diese Gedanken teilen und alle daraus profitieren. Was an dieser kleinen Zusammenfassung gut ist kommt von Allah – erhaben ist Er. Und was daran schlecht und fehlerhaft ist, kommt von mir selber und vom verfluchten Schaitan.

Da das Herz das Zuhause unseres Glaubens ist ist es sehr wichtig das es gesund ist.

Allah sagt im Qur’an (ungefähre Bedeutung, ash-Shu’araa, Aya 88f):

„Am Tage, an dem weder Vermögen noch Söhne helfen.
Sondern nur (gerettet wird), wer zu Allah mit reinem Herzen kommt.“

  DIE DREI HERZEN

Es gibt drei Arten von Herzen: Das gesunde Herz, das kranke Herz und das tote Herz.

Das gesunde Herz

Es schlägt nur für Allah. Es liebt für Allah. Es hasst für Allah. Es ist voller Demut, Dankbarkeit, Gottesfurcht und Ergebenheit seinem Schöpfer gegenüber. Es lebt für den Gottesdienst, und Ungehorsam ist ihm verhasst. Wenn es doch mal in die Sünde fällt, dann empfindet es einen stechenden Schmerz aus Reue. Es fürchtet niemanden und nichts mehr als Allah, gepriesen sei Er.
Haben wir solche Herzen? Was ist unser erster Gedanke wenn wir am Morgen aufwachen? Das Gebet? Wie wir das Wohlgefallen Allahs erreichen können? Oder weltliche Gedanken ?

Das kranke Herz

Das kranke Herz verrichtet auch gute Taten. Aber es hat zwei Rufer.
Heuchler haben beispielsweise kranke Herzen. Allah sagt (ungefaehre Bedeutung, 2:8 und 2:10):
„Manche Menschen sprechen wohl: „Wir glauben an Allah und den Juengsten Tag“ doch sind sie keine Glaeubigen.. ihre Herzen sind krank und Allah mehrt ihre Krankheit und für sie ist schwere Strafe bestimmt.“

Das tote Herz

Man erkennt es daran, dass die Person grosse Suenden begeht und sich noch nicht einmal schaemt dafuer. Manche Leute denken, es ist besser Sünden offen zu machen als versteckt. Dies ist jedoch keineswegs so. Denn wenn man die Sünde öffentlich begeht, verleitet dies vielleicht andere zur Nachahmung. Und es beweist auch noch, dass die Person ihre Gottesfurcht verloren hat. Wenn der Sünder seine miesen Taten im Verborgenen machen würde, könnte man wenigstens noch sagen, dass er sich schämt für seine Handlungen.

Dies sind also die drei Arten von Herzen.

Ein Beweis von Gottvertauen (Taqwa) und Hoffnung auf Allahs Barmherzigkeit ist das Meiden von Sünden.
Doch Sünden sind nicht nur so gefährlich, weil sie aufgeschrieben werden, sondern sie sind wie ein Gift. Ein Gift das das Herz schwächt. Es gibt Gifte die töten sofort. Andere Gifte wirken erst nach Tagen oder Jahren. Kommt drauf an wie stark das Gift ist. Die Sünden machen also unser Herz krank, solange bis das Herz tot ist!

„.. Doch ihre Herzen sind von dem verschmutzt, was sie getan haben.“
(ungefähre Bedeutung, al-Mutaffifiin, Aya14)

DIE GIFTE DIE DAS HERZ VERSCHMUTZEN :sterne:

Es gibt verschiedene Gifte für das Herz. Hier sind nicht alle aufgezählt.
Aber vier werden wir jetzt erwähnen, da sie besonders häufig sind:

Üble Nachrede / schlechtes Gerede

Dies ist eine schreckliche Suende die eine schreckliche Strafe nach sich zieht. Doch zusaetzlich fuehrt sie dazu, dass wir Yaum-al-Qiama dem Geschaedigten unsere guten Taten abgeben muessen bzw. von seinen Suenden aufgebrummt bekommen ! Möge Allah uns bewahren. Und das schlechte Gerede vergiftet unser Herz im grossen Stil.

Mu’ad berichete: Ich sagte: „O Gesander Allahs, unterrichte mich ueber eine Tat die mich ins Paradies bringt und mich vom Hoellenfeuer entfernt. Er erwiderte: „Wahrlich, du fragtest nach etwas Bedeutsamen, und dennoch ist es leicht für den, dem Allah – erhaben ist Er – es leicht macht: Du sollst Allah dienen und Ihm nichts beigesellen, die Pflichtgebete verrichten, die Zakat entrichten, den Ramadan fasten und die Hadsch zum Hause (Allahs) durchfuehren.“ Dann fuegte er hinzu: „Soll ich dir nicht die Pforten des Guten zeigen ? Das Fasten, es ist ein Schutz, das Almosen, es loescht die Missetat, wie das Wasser das Feuer löscht und das Gebet des Menschen mitten in der Nacht.“ Dann rezidierte er: „Ihre Seiten halten sich fern von (ihren) Betten, sie rufen ihren Herrn an in Furcht und Hoffnung und spenden von dem, was Wir ihnen gaben. Doch weiss niemand, was fuer eine Augenweide fuer sie verborgen ist als Lohn für dass, was sie zu tun pflegten.“ Dann sagte er: „Soll ich dich nicht ueber die Basis des Ganzen, dessen Tragpfeiler und dessen Gipfelspitze unterrichten ?“ Ich sagte „Doch, ja, o Gesandter Allahs !“ Er erklaerte: „Die Basis des Ganzen ist der Islam, seine Tragpfeiler sind die Pflichtgebete und seine Spitze ist der Einsatz für die Sache Allahs !“ Dann fuegte er hinzu: „Soll ich dich nicht über die wesentliche Voraussetzung des Ganzen unterrichten ?“ Ich sagte: „Doch ja, o Gesandter Allahs !“ Da ergriff er seine Zunge und sagte: „Halte diese von dir ab !“ Ich sagte: “ O Prophet Allahs, werden wir etwa für unser Gerede bestraft werden ?“ Da sagte er: „Wehe deiner Mutter ! Was sonst laesst die Leute ins Hoellenfeuer auf ihre Gesichter niederstürzten, ausser die Ernte ihrer Zungen ?“
(At-Tirmidi, mit dem Kommentar: guter bis starker Hadith)

Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt:
„Wer (wircklich) an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt, der soll Gutes spreche, sonst hat er zu schweigen !“
(Muslim und Al-Bukhari)

Zuviel essen :sterne:

Sich vollstopfen bis man fast platzt ist nicht nur ungesund und schlecht für die Figur, sondern auch schlecht für unseren Iman.

Schlechte Blicke

Den Blick senken ist eine Pflicht für Mann und Frau. Der verbotene Blick ist wie ein Pfeil des Schaitans. Wenn er das Opfer (in diesem Falle das Herz) nicht tötet, so fügt er ihm zumindest schwere Verletzungen zu.

Übermaessige Liebe zu Gemütlichkeit und Schlaf

Die übermässige Liebe zu Gemütlichkeit und viel Schlaf bringt den Menschen um gute Taten und verhärtet das Herz. Weniger schlafen und stattdessen die ruhigen Stunden der Nacht für die Ibada zu nutzen stärkt den Iman,

Schlechter Umgang

Dies ist besonders gefährlich, da dieser Punkt meist die oben erwähnten Punkte mit sich bringt.

Möge Allah uns davor bewahren und unsere Herzen heilen. Amin.

DIE SPUREN DER SÜNDEN

Die Sünden hinterlassen also Spuren im Herzen. Was sind diese Spuren? Was sind die Zeichen für ein krankes Herz?

Eigene Sünden als klein ansehen

Die eigentlich schlimmste Spur, die die Sünde hinterlaesst ist, dass man die eigenen Sünden als klein betrachtet. Dies ist ein Zeichen des Unterganges, gemäss Ibn al-Qayyim. Dies ist auch ein Zeichen, dass diese Person durch die ständige Sünde bei Allah, Erhaben ist Er, bedeutungslos geworden ist. Es ist auch eine Eigenschaft der Ungläubigen sich vor der Strafe Allahs sicher zu fühlen. So spricht der Ungläubige in Sura 18 (die Höhle), Vers 36 (ungefähre Bedeutung):
„Und ich glaube auch nicht, dass die Stunde je kommt. Und selbst wenn ich zu meinem Herrn zurückgeholt werden sollte, fände ich dort gewiss besseres im Tausch.“

Der Gläubige jedoch fürchtet Allah:
„..und die ihrer Herrn fürchtet und Furcht vor einer schlimmen Abrechnung haben.“
(ungefähre Bedeutung, ar-Ra’d:21)

„Siehe, jene welche in Ehrfurcht vor ihrem Herr erzittern.“ (ungefähre Bedeutung, al-Muminuun:57)

Die Sahaba hatten Angst vor der Hölle. Wenn über Heuchler gesprochen wurde, hatten sie Angst, dass sie gemeint sein könnten. Wenn hingegen über Fromme, Tugenhafte gesprochen wurde, dann hatten sie Zweifel, dass sie gemeint seien. Heutzutage ist es genau das Gegenteil. Wenn von den Paradiesbewohnern erzählt wird fühlen wir uns angesprochen. Wenn hingegen über die Strafe und die Qualen in der Hölle gesprochen wird, sind wir uns innerlich sicher das es nicht um uns geht. Wir zittern nicht vor Angst.
Dies ist eine gefährliche Spur. Denn wenn wir unsere Sünden nicht einmal erkennen, wie sollen wir sie dann aufrichtig bereuen ?

„Aber niemand kann sich sicher fuehlen vor Allahs Plan,ausser dem Volk, das verloren ist.“
(ungefähre Bedeutung, al-A’raaf:99)

Hier einige Beispiele von Sünden die zu den GROSSEN Sünden gehören und heutzutage weit verbreitet sind:

– Lügen
– üble Nachrede
– mit Unwissenheit über die Religion streiten
– sich vor der Strafe Allahs sicher fühlen
– Zinsen

Beraubung des Lebensunterhalts

Die Gelehrten sagen, dass Sünden die Versorgung zurückhalten. Gute Taten führen zu Allahs Wohlgefallen und Versorgung.

„Oh die die ihr glaubt. Wenn ihr Allah fuerchtet wird Er euch das Vermoegen zur Unterscheidung geben und euch eurer Missetaten vergeben und euch verzeihen. Und Allah ist voll grosser Huld.“
(ungefähre Bedeutung al-Anfaal:29)

Zur Zeit von Musa (Allahs Frieden auf ihm) gab es gemäss einer Überlieferung eine grosse Dürre. Musa versammelte sich mit mehreren 10000 der Bani Israil. Er machte Du’a zu Allah, damit Allah ihnen Regen schicken möge. Doch es fiel kein Regen. Musa (Friede auf ihm) fragte Allah nach dem Grund. Dieser antwortete, dass es in Musa’s Gemeinde einen Mann gäbe, der seit 40 Jahren sündigte. Wegen diesem Mann hat Allah, Erhaben ist Er, den Regen zurückgehalten. Dieser Mann sollte raus, dann werde Er Regen schicken. Musa (Friede auf ihm) verkündete dies also seiner Gemeinde. Doch niemand ging raus. Ein Mann hatte sich umgeschaut und als niemand raus ging wusste er, dass er gemeint war. Da überkam ihn die Reue. Er senkte den Kopf und begann zu weinen. Er weinte und weinte. Da begann es zu regnen. Musa (Allahs Friede auf ihm) war erstaunt. „Niemand ist rausgegangen und es regnet ?“ Allah erklärte ihm, dass er genau wegen der Person, aufgrund welcher Er den Regen zurückgehalten hat, Er nun reichlich Regen gesandt hatte. Denn die Person hat Tauba gemacht und diese wurde angenommen. Musa (Allahs Friede auf ihm) wollte, dass Allah ihm den Mann zeigt. Doch Allah antwortete, dass Er ihn nicht blossgestellt hatte als er noch ein Sündiger gewesen war. Wie könnte Er ihn nun zeigen, da er bereut hat?

Manche Menschen denken sich jetzt vielleicht: „Ach, ich begehe diese und jene Sünde aber Allah versorgt mich dennoch reichlich. Dann ist ja alles wunderbar.“ Doch dies ist noch schlimmer! Denn es ist ein Zeichen der Herabstufung bei Allah, subhana wa ta ‚ala.

Allah spricht im Qur’an (ungefähre Bedeutung, at-Tawba:55):
„Und lasse dich nicht von ihrem Vermögen und ihrern Kindern beeindrucken. Siehe, Allah wil sie in dieser Welt damit nur strafen, so dass ihre Seelen verscheiden, während sie ungläubig sind.“

Empfinden der Fremde

Hier gibt es zwei Arten. Die erste ist, dass man sich fremd fühlt unter Rechtschaffenden. Eine solche Person fühlt sich nicht wircklich wohl in einer lehrreichen Sitzung, wo tugendhafte Menschen sich an Allah, den Tod, den Jüngsten Tag usw. erinnern. Schaitan gibt ihm das Gefühl, diese Menschen würde ihn nicht moegen, er sei ein Aussenstehender, der nicht wirklich akzeptiert wird. Er beginnt viele Fehler an ihnen zu entdecken und sieht ihre Stärken nicht mehr. Er fühlt sich ihnen fremd. Dies kann dazu führen, dass er mit der Zeit nicht mehr an solche Orte geht. Dadurch verliert er viel Lohn und grosse Chancen.

Die zweite Art ist, dass die Sünden dazu führen das das kranke Herz sich fremd fühlt in der Ibada (gottesdienstlichen Handlungen).
Dieser Mensch fühlt sich nicht geborgen im Gebet. Er fühlt keine Demut, keine Ergriffenheit, keine Ehrfurcht. Es bereitet ihm kein Vergnügen Dhikr zu machen und er geniesst es nicht den Qur’an zu lesen. Die Worte des Qur’ans bringen ihn nicht zum Weinen. Er macht Du’aa, doch dies ruft in ihm keine Ergriffenheit hervor. Das Herz ist hart geworden. Er verrichtet diese Taten aeusserlich, doch ohne Hingabe und ohne Demut.
Hört wie Allah, subhana wa ta ‚ala, die wahren Gläubigen beschreibt (ungefähre Bedeutung, 23:1-2):
„Wohl ergeht es den Gläubigen. Die in ihren Gebeten voller Demut sind.“

Es wird überliefert, dass Hasan Al-Basri (möge Allah ihm gnädig sein) sagte sinngemäss: „Suche die Glückseeligkeit in drei Dingen: dem Gebet, dem Quran lesen und dem Gedenken Allahs (Dhikr). Wenn du die Glückseeligkeit in diesen drei Dingen nicht findest, dann wisse, dass die Tür zwischen dir und Allah geschlossen ist.“

Unfähigkeit zu Weinen

Die Sahaba (Allahs Wohlgefallen auf ihnen) haben geweint, wenn sie ueber das Jenseits nachgedacht haben. Sie brachen in Traenen aus, wenn sie Qur’an hörten oder lasen. Dies zeigt, dass ihre Herzen lebendig waren.

Die Unfähigkeit zu weinen ist eine Spur der Sünden, eine Bestrafung für die Sünden. Wir können keine Tränen mehr vergiessen für Allah, erhaben ist Er. Selbst wenn wir es versuchen, fällt es uns schwer.
Wir machen Tauba mit der Zunge aber unsere Herzen zittern nicht vor Gottesfurcht und unsere Augen werden nicht feucht aus Reue. Dies sind deutliche Beweise das unsere Herzen kalt und krank sind.

Allah, erhaben ist Er, sagt zu den Ungläubigen:
„Wundert ihr euch über diese Ankündigung? Und lacht anstatt zu weinen?“ (53:59-60)

Allah, subhana wa ta ‚ala, sagt ueber die Gottesfürchtigen (ungefähre Bedeutung, al-Israa:109):
„Und sie fallen weinend nieder auf ihr Angesicht und es lässt sie noch zunehmen an Demut.“

Kein Schmerzgefühl bei Sünden

Ein lebendiges Herz fühlt tiefen Schmerz wenn es in eine Sündenfalle getappt ist. Es fühlt sich schlecht und traurig aufgrund der Ungehorsamkeit gegenüber Allah, Erhaben ist Er. Es bereut aufrichtig und ist ernsthaft bestrebt sich zu bessern. Das man von der Sünde ablässt beweist, dass man in der Tauba aufrichtig war. Wie kann man behaupten, man bereue eine Sünde wahrhaftig und am nächsten Tag macht man sie gleich wieder ?

In einer Überlieferung wird von einem Jungen berichtet. Dieser wurde vom Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) losgeschickt um etwas zu erledigen. Der Junge kam an einem Haus vorbei und sah wie sich eine Frau badete. Da ihm der Anblick gefiel liess er seinem ersten Blick einen zweiten folgen. Doch da wurde er von Reue ueberwältigt. Der Junge begann zu weinen. Er sagte zu sich selber: „Ich bin ein Heuchler. Ich habe ein zweites Mal geguckt. Ich bin ein Heuchler !“ Er weinte und weinte. Er ging in die Berge und versteckte sich dort. Er schämte sich so sehr fuer diesen einen Blick, dass er nicht zum Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) zurück wollte. Dieser Junge fuehlte tiefen Schmerz aufgrund der Sünde.Dies ist ein Beweis dafür, dass sein Herz lebendig war. Das tote Herz fühlt diesen Schmerz nicht. Wie eine Leiche auch keine Schmerzen empfindet, wenn man sie tritt, da der Körper ja tot ist.

Auslöschung von Wissen

Ilm (Wissen) ist Licht. Und nach nützlichem Wissen zu streben ist Pflicht für jeden Muslim, Mann und Frau. Doch die Sünden löschen das Wissen aus. Das kann einerseits bedeuten, dass man grosse Mühe hat beim lernen:
Imam Schafi’i (möge Allah ihm barmherzig sein) klagte bei seinem Lehrer über Probleme beim Lernen. Dieser riet ihm: „Vermeide die Sünden.“
Oder aber auch, dass Wissen eigentlich da wäre, jedoch nicht praktiziert wird. Wissen, das nicht in die Tat umgesetzt wird, ist wie Wissen, welches gar nicht vorhanden ist. Oder es ist sogar noch schlimmer !
Muadh ibn Dschabal (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte sinngemäss: „Ihr könnt Ahlul Ilm sein soviel ihr wollt. Wenn ihr keine Taten macht, wird Allah (subhana wa ta ‚ala) euch mit eurem Ilm nicht belohnen.“

Verringerung des Alters

Ungehorsamkeit verringert das Alter. Manche Gelehrte sagten, dass damit tatsächlich die Anzahl der Lebensjahre gemeint sei. Daher das jemand weniger alt wird aufgrund der Sünden.
Andere sagen, die Verringerung des Alters bedeute, dass der Mensch keinen Segen aus dem Alter zieht, da er diese Zeit nicht mit Anbetung und Gehorsam gegenüber Allah verbringt. Daher ist dies eine tote Zeit für ihn. Da das Herz tot ist kann man den ganzen Menschen als tot bezeichen.

Einer Sünde folgt eine ähnliche Sünde

Ibn al-Qayyim sagte sinngemäss, dass die Strafe einer Sünde eine ähnliche Sünde ist, die ihr folgt.
Somit begeht man die Sünde immer öfter, bis man sich daran gewöhnt hat. Das schlechte Gewissen verstummt langsam. Dies geht soweit das man die Sünde am Ende als klein sieht. Je mehr man sich an diese gewöhnt hat, desto schwieriger wird es von ihr abzulassen und desto mehr verschmutzt sie das Herz.

Weiter sagte Ibn al-Qayyim sinngemäss: „Die Belohnung einer guten Tat ist eine ähnliche gute Tat die ihr folgt. Der Wohltäter strengt sich solange an bis er sich an das Verrichten der guten Tat gewöhnt hat. Dann schickt Allah, subhana wa ta ‚ala, ihm Engel die ihn beim Verrichten der guten Tat unterstützen.“

Es wir berichtet, dass Abu Bakr as-Siddiq (Allahs Wohlgefallen auf ihm) einen Stein in den Mund nahm, wenn er sein „Bedürfnis“ erledigen ging, um zu verhindern das seine Zunge Dhikr macht. So sehr hatte er seine Zunge an Dhikr gewöhnt.

An was haben wir unsere Zungen gewöhnt? Achten wir darauf das unsere Zunge ihre Pflichten erfüllt?

Die Pflichten der Zunge sind:

1. Das Glaubensbezeugnis, dass es keine Gottheit gibt, ausser Allah und das Muhammad (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sein
Gesandter ist.
2. Alles was fürs Gebet notwendig ist: Takbir, rezidieren der Fatiha usw.
3. Das Gute gebieten und das Schlechte verbieten
4. Die Wahrheit zu sagen und nicht zu lügen.

Ibn Mas’ud (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt:
„Wahrlich, die Wahrhaftigkeit führt zur Rechtschaffenheit, und die Rechtschaffenheit für zum Paradies. Und wahrlich ein Mensch spricht nichts ausser der Wahrheit, bis er als Siddiq vermerkt wird. Gewiss ebenso führt das Lügen zu Lasterhaftigkeit und die Lasterhaftigkeit zum Höllenfeuer und der Mensch lügt und lügt, bis er bei Allah als Lügner vermerkt wird“
(Al-Bukhari und Muslim)

Es ist für die Zunge strengstens verboten üble Nachrede zu begehen !
Lohnt es sich wirklich etwas über jemanden zu sagen, wenn man damit Allahs Zorn riskiert ?

Anas (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: „Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt: „Während meiner Himmelfahrt kam ich an Menschen vorbei, derern Fingernaegel aus Kupfer waren und mit denen sie sich ihre eigenen Gesichter und Brueste zerfleischten. Ich sagte: „O Gabriel. wer sind diese ?“ Er sagte: „Diese sind die, die von anderen übel reden und ihre Ehre verletzen !“
(Abu Dawud)

Wie schmerzhaft ist doch bereits ein kleiner Kratzer. Wie unglaublich schmerzhaft muss diese Strafe sein! Und dies ist erst die Strafe in Barsakh (der „Zwischenstation“ zwischen dem Tod und dem Tag der Abrechnung). Die Strafe ab Yaum al-Qiyama wird noch viel härter sein. Möge Allah uns davor bewahren.

Was üble Nachrede ist, erklärt uns dieser Hadith von Abu Huraira (Allahs Wohlgefallen auf ihm): Der Gesandte Allahs sagte zu uns: „Wisst ihr was üble Nachrede ist?“ Man antwortete: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten.“ Er sagte: „Deine Erwähung von Dingen über deinen Bruder, die er nicht leiden mag.“ Man erwiderte: „Und wenn in meinem Bruder ist, was ich über ihn sage ?“ Er erklärte: „Wenn in ihm ist, was du über ihn sagst, ist es üble Nachrede. Und wenn in ihm nicht ist was du über ihn sagst, hast du ihn verleumdet !“
(Muslim)

Schwächt den Willen des Herzens Gutes zu tun und Taube zu verrichten

Dies ist eine der schlimmsten Spuren. Die Sünden führen dazu, dass das Herz sich an diese gewöhnt. Sogar wenn es die negativen Konsequenzen des Ungehorsams kennt, fühlt es sich zu schwach diese zu meiden. Das kranke Herz fühlt sich kraftlos Gutes zu verrichten. Es verspürt keinen Durst, keinen inneren Drang nach guten Taten. Das schlimmste ist, dass es Tauba macht, jedoch nur mit der Zunge. Die Tauba ist nicht aufrichtig.

Beraubung guter Taten

Die Sünden berauben den Menschen der guten Taten.
Ibn al-Qayyim sagte sinngemäss: „Wie jemand der Schlechtes gegessen hat und dadurch gehindert wird Gutes zu essen.“ Jemand hat zum Beispiel eine verdorbene Speise zu sich genommen. Dadurch ist ihm nun so übel, dass er nichts mehr essen kann. Selbst wenn er die leckersten Speisen vor sich hätte, würde er sie nicht runterkriegen, aufgrund des schlechten Essens das seine Magen verdorben hat. Genauso führen die Sünden zu immer weiteren Sünden und zu immer mehr Ungehorsam. Sie führen dazu das man immer mehr gute Taten unterlässt und sich immer weiter vom rechten Weg entfernt. Möge Allah uns davor bewahren.

Dunkelheit im Herzen
Die Sünden führen zu Dunkelheit im Herzen. Der Mensch geht auf dem Irrweg und merkt es nicht einmal. Wie ein Blinder, der in einer mondlosen Nacht umhergeht und dies nicht merkt, da er ja die Finsternis vom Tageslicht nicht unterscheiden kann. Dem Blinden nuetzt die Sonne nichts, da er nichts sieht.
Um das Licht der Rechtleitung, den Qur’an und die Sunna, verstehen zu können brauchen wir ein Herz das sehen kann. Die Sehkraft des Herzens ist der Iman. Doch je kranker das Herz ist, desto weniger profitiert es vom Licht der Rechtleitung.

Verdorbenheit des Verstandes

Je mehr Sünden man begeht desto weniger klar sieht man den rechten Weg. Der Verstand ist verdorben, denn er hält die Person nicht davon ab Schlechtes zu begehen. Die Person kennt die Wahrheit, aber sie ist nicht fähig, in dem Moment wenn sie der Sünde gegenüber steht, ihn einzusetzen.

Jemand der vor einer Tat seinen Verstand einsetzt und über die Wirkung und Folgen dieser Handlung ernsthaft nachdenkt, begeht diese Suende nicht. Das Begehen eine Sünde beweist die Verdorbenheit des Verstandes.
Das gesunde Herz hingegen hat einen klaren Verstand. Dieser meldet sich im richtigen Moment, um die Person somit vor Sünde zu bewahren. Er lässt die Person über die Folgen einer Handlung nachdenken, bevor die Person diese Handlung begeht. Beispielsweise die Konsequenzen für ein falsches Wort im falschen Moment, damit die Person ihren Mund kontrolliert.

DIE AUSLÖSER DER KRANKHEIT KENNEN UND MEIDEN

Das ist das Wichtigste. Denn solange man den Auslöser einer Krankheit nicht meidet, können auch die Medikamente keine entgültige Heilung bringen.

Hier sind 38 Gründe für Hartherzigkeit:

1. Zu viel lachen / spassen, Zerstreuung, Ablenkung
2. Keine Demut im Gebet
3. Unterlassen des Guten gebieten und Schlechten verbieten
4. Überflüssiger Wohlstand
5. Sunna und freiwillige Taten absichtlich unterlassen
6. Gehorsamkeit der Seele, die schlechtes gebietet
7. Überflüssiges Reden
8. Zeitverschwendung (vor dem Fernseher, am Computer, Einkaufsbummel usw.)
9. Nachsicht bei Lieben und Hassen für Allah
10. Sich von Verbotenem ernähren und kleiden
11. Versprechen nicht einhalten
12. Leichtsinnig, planlos, ohne nachzudenken handeln
13. Groll, Neid, Wetteifern im Diesseits, Hass
14. Hochmut, Selbstgefälligkeit
15. Gier, Habsucht, Geiz
16. Eifriges Streben nach dem diesseitigen Leben
17. Ärgern, schlechte Meinung über andere, Zorn
18. Lange Lebenserwartung
19. Zu wenig Gedenken an Allah, subhana wa ta’ala, Undankbarkeit
20. Spotten, sich über andere lustig machen, andere lächerlich machen
21. Lügen
22. Vernachlässigung der Pflichten und Zeiten des Gebets
23. Faulheit gegenüber Gehorsamkeit
24. Vergessen der vergangenen Sünden
25. Üble Nachrede, Verleumdung, Beschimpfung
26. Zu viel essen und trinken
27. Viel Schlaf (macht arm am Tage der Abrechnung)
28. Hinauszögern von guten Taten
29. Falsche Hoffnung (diesseitige Pläne)
30. Ständiger Umgang mit ungehorsamen Menschen
31. Abhängigkeit des Herzens von anderen ausser Allah, gepriesen sei Er
32. Unwissenheit über den Islam
33. Verlassen der Gemeinschaftsgebete ohne Entschuldigung (Achis)
34. Unrecht gegenüber Anderen / Schwachen
35. Keine Behutsamkeit gegenüber Unklarheiten im Islam (Halal oder Haram ? Lass es lieber)
36. Gesellschaft von Reichen (die abgelenkt sind von Sinn des Lebens)
37. Gehorsamkeit des Teufels und seinen Gefährten
38. Nachahmung der Wahrheitsbestreiter (Kufr)

DIE MEDIKAMENTE FÜR DAS KRANKE HERZ

Nachdem wir die häufigen Auslöser der Krankheit gesehen haben, kommen wir nun zu den Medikamenten. Die Arztneinen sollten regelmässig eingenommen werden und zwar über einen langen Zeitraum. Am besten lebenslänglich, um zu unserem Schöpfer mit einem gesunden Herzen zurückzukehren.

Hier nun einige Medikamente:

1. Mindestens jeden dritten Tag ‚Ilm aneignen

Beispielsweise:
– Einen Hadith auswendig lernen und nachlesen was die Gelehrten über diesen gesagt haben.
– Vorträge über die Strafe im Grab und die Qualen in der Hölle anhören. Dazu Notizen machen.

2. Wenigstens eine Stunde pro Tag für den Islam nutzen

Allah braucht diese Stunde nicht. Aber wir brauchen diese Stunde am Jüngsten Tag.
Was ist eine Stunde verglichen zu den 24h die wir zur Verfügung haben?

„Und ich habe die Menschen und die Dschinn NUR erschaffen damit sie Mir dienen!“
(ungefähre Bedeutung, adh-Dhaariaat:56)

3. Konzentriert den Qur’aan lesen und über die Ayat nachdenken

Versuch den Qur’an wirklich konzentriert zu lesen. Wenn es dir schwer fällt, dann lies lieber weniger, dafür mit Anwesenheit des Herzens. Denke über die Bedeutung der Ayaat nach. Welchen Bezug hat diese Aya zu meinem eigenen Leben? Lies zum Beispiel den Tafsir dazu. Versuche dabei zu weinen. Zwinge dich dazu!

Abu Umama (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass er den Gesandten Allahs (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagen hörte: „Lest immer den Qur’an (besinnlich), den er wird am Tage des Gerichtes fuer seine Begleiter als Fuersprecher eintreten.“
(Muslim)

4. Oft dem Tod gedenken

Unsere frommen Vorfahren haben sich oft an den Tod erinnert. Sie haben am Abend nicht den Morgen erwartet und so gelebt, als ob sie gleich sterben würden. Leider leiden wir heutzutage an einer schlimmen Krankheit: lange Lebenserwartung. Wir machen es uns in dieser wertlosen Dunia viel zu gemütlich, obwohl wir nur eine verachtenswerte, kurze Zeit hier verbringen. Wir müssen oft dem Tod gedenken, dem Genusszerstörer. Wir sollten auch möglichst oft an die Qualen im Grab, die Schrecken des Jüngsten Tages, das Paradies und die grauenvolle Strafe in der Hölle nachdenken.

5. Über Allahs Namen und Eigenschaften nachdenken

Dies ist ein wichtiges Mittel für Taqwa. Wie soll man etwas fürchten, dass man gar nicht kennt ?
Lerne zum Beispiel jede Woche einen der 99 Namen Allahs und was er wircklich bedeutet. Versuche nach diesem Wissen zu handeln.

6. Sich zur Rechenschaft ziehen

„Klug ist derjenige, der sich selbst zur Rechenschaft zieht und nach dem strebt, was ihm nach dem Tode zum Wohl gereicht wird; und unfaehig ist derjenige der Sklave seiner Begierden bleibt, und sich wuenscht von Allah belohnt zu werden, ohne dafuer etwas zu tun.“ sagte der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) gemäss der Ueberlieferung bei at-Tirmidhi.

7. Oft und aufrichtig Tawba machen

„Und diejenigen die, wenn sie etwas Schaendliches getan oder gegen sich gesündigt haben, Allahs gedenkten und fuer ihre Suenden um Vergebung flehen, und wer vergibt die Suenden wenn nicht Allah?“
(ungefähre Bedeutung Qur’an ali-‚Imraan: 135)

Verzweifle nicht, wenn die aufrichtige Reue dir schwer faellt. Bitte Allah, erhaben ist Er, um Traenen der Reue und um Schmerzen im Herzen fuer die begangenen Sünden. Sag Ihm, dass du so gerne ein aufrichtiger, bereuender Diener sein mchtest. Bitte Ihn um Hilfe.

„Jeder Mensch, der eine Sünde begeht, sich danach reinigt durch Wudu, zwei Raka’aat betet und Allah ta ‚ala um Vergebung bittet, dem werden seine Sünden verziehen.“, sagte der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) gemäss der Ueberlieferung von Nasai und Abu Dawud.

8. Du’a (Bittgebet)

Du’a ist Ibada. Mache oft Dua’a. Bitte Allah, Gepriesen sei Er, um Heilung deines Herzens.

Aischa (Allahs Wohlgefallen auf ihr) berichtete: Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) hat gesagt: „Das Bittgebet ist das Wesentliche des Gottesdienstes.“ (Abu Dawud und At-Tirmidi, Kommentar: guter bis starker Hadith)

9. Friedensgruß auf den Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm)

Abdullah Ibn Amr Ibn al-‚Aas (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass er den Gesandten Allahs (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagen hörte: „Wer um die Segnung Allahs fuer mich bittet, den wird Allah dafuer zehnfach segnen.“
(Muslim) Die Überlieferungen dazu sind zahlreich.

10. Rechtschaffene Taten verrichten

Die Taten die Allah am liebsten sind, sind die Taten die Er uns zur Pflicht gemacht hat. Besonders wichtig ist es daher das Pflichtgebet konzentriert und mit Hingabe zu verrichten.

Man sollte auch versuchen gute Werke zu vollbringen, von denen niemand weiss, dass man sie vollbringt, ausser Allah, Erhaben ist Er. Dies hält die Absicht (und somit auch die Belohnung) rein.

11. Dhikr (Allah Gedenken)

„Und das Gedenken an Allah ist das höchste (Gebot)..“ (ungefähre Bedeutung, al-Qasas:45)

„Und gedenke deines Herrn in deiner Seele in Demut und Furcht und ohne laute Worte morgens und abends; und sei nicht einer der Achtlosen!“ (ungefähre Bedeutung, al-A’raaf:205)

„Und gedenkt Allahs häufig, so dass ihr Erfolg habt!“ (ungefähre Bedeutung, al-Jumu’a:10)

Wer Dhikr macht, kann nicht gleichzeitig etwas schlechtes sagen. Deshalb ist Dhikr nicht nur eine Ibada sondern gleichzeitig auch ein Schutz. Wenn man unter Unkonzentriertheit und Waswas (Einflüsterungen des Satans) leidet, sollte man standhaft bleiben. Das Festhalten an der guten Tat wird den Schaitan besiegen, .

12. Das Gebet in der Nacht

„Sie (die Gottesfürchtigen) pflegten des Nachts nur wenig zu schlafen“
(ungefähre Bedeutung, adh-Dhaariyaat:17)

Das Gebet in der Nacht verbindet viele der oben aufgezählen Punkte, wie Dhikr, Qur’an lesen, Du’a machen, den Segenswunsch auf den Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sprechen usw.

Salim ibn ‚Abdullah ibn ‚Umra Ibn-ul-Khattab (Allahs Wohlgefallen auf ihm) berichtete, dass sein Vater erzählte, dass Allahs Gesandter (Allahs Segen und Frieden auf ihm) gesagt hat: „Abdullah wäre ein vortrefflicher Mann, wenn er die freiwilligen Gebete des Nachtes verrichten wuerde!“ Salim sagte: „Danach pflegte Abdullah nachts nur wenig zu schlafen.“
(Al-Bukhari und Muslim)

Quelle: As-sunnah

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Vier Prinzipien für einen noblen Charakter

Shaykhul Islaam Ibn Qayyim al-Jawziyyah

„Es ist nicht vorstellbar, dass jemand einen noblen Charakter besitzen kann, außer dass er auf vier Säulen gegründet ist:
Die Erste: Sabr (Geduld)
Die Zweite: ‘Iffah (Keuschheit)
Die Dritte: Shujaa’ah (Mut, Tapferkeit)
Die Vierte: Adl (Gerechtigkeit)

Geduld, regt ihn an tolerant zu sein, seinen Zorn zu kontrollieren, Unheil, das er von anderen erhält, zu ertragen und nachsichtig und bedacht in seinen Entscheidungen zu sein. Es motiviert ihn behutsam zu sein und nicht hastig und ungestüm.

Keuschheit, regt ihn an jegliches unbesonnenes Merkmal zu vermeiden, ob in seinen Aussagen oder Handlungen, und unterstützt ihn einen Sinn von Anstand und Rechtschaffenheit zu haben, welches der Inbegriff allen Gutes ist. Es hütet ihn vor Unzucht, Geiz, Lügen, Verleumdung und die Verbreitung von Geschichten, um Trennung und Zwietracht zwischen den Leuten zu verursachen.

Mur/Tapferkeit, regt ihn an einen Sinn von Selbstachtung zu haben, hohen Wert darauf zu legen und noble Umgangsformen zu haben und diese als einen Teil seiner natürlichen Bestimmung zu machen. Es unterstützt ihn ebenfalls sich anzustrengen und selbstlos zu sein, was im Wesentlichen wahre Tapferkeit ist und zu einem starken Willen und Selbstbestimmung führt. Es unterstützt ihn sich von seinen leidenschaftlichen minderen Begierden zu distanzieren, seinen Zorn zu kontrollieren und nachsichtig zu sein, weil er dadurch sein Naturell kontrollieren kann, es bei den Zügeln packen kann und sein heftiges und schädliches Verhalten zügeln kann, wie der Gesandte Allahs r sagte:
„Der Starke ist nicht derjenige, der seinen Gegner zu Boden ringen kann, doch ist vielmehr derjenige der Starke, der sich selbst kontrollieren kann, wenn er zornig wird.”
Dies ist wahre, echte Tapferkeit und es ist der einzige Charakterzug, den der Sklave nutzt, um seinen Gegner zu überwinden.
Gerechtigkeit, unterstützt ihn objektiv in seinem Benehmen gegenüber Leuten zu sein und gemäßigt zwischen den beiden Extremen, Nachlässigkeit und Extremismus, zu sein. Es motiviert ihn selbstlos und Gütig zu sein, welches der Mittelweg ist, zwischen absoluter Erniedrigung und Arroganz, und dies als ein Teil seiner Bestimmung und Aufmachung zu machen. Es unterstützt ihn tapfer zu sein, welches der Mittelweg zwischen Feigheit und Unbedachtsamkeit ist, und nachsichtig zu sein, welches der Mittelweg zwischen extrem unnötigen Zorn und Niederträchtigkeit ist.

Diese vier tugendhaften Charaktereigenschaften sind die Hauptlinie und Ursprung von allen noblen Manieren und die Basis von allen widerwärtigen und schändlichen Charaktereigenschaften ist auf vier Säulen aufgebaut:

Die Erste: Jahl (Unwissenheit)
Die Zweite: Dhulm (Unterdrückung)
Die Dritte: Shahwah (seinen minderen Gelüsten zu folgen)
Die Vierte: Ghadab (Zorn)

Unwissenheit, erlaubt ihn Gutes in der Form von Schlechtem und Schlechtes in der Form von Gutem zu sehen und das als unvollkommen zu betrachten, was vollkommen ist, und das als vollkommen zu betrachten, was unvollkommen ist.

Unterdrückung, veranlasst ihn Dinge an Plätzen anzubringen, welche ihnen nicht entsprechen, so wird er zornig, wenn es Zeit ist glücklich zu sein und glücklich, wenn es Zeit ist zornig zu sein. Er ist unwissend und hastig, wenn es Zeit ist bedacht zu sein und bedacht, wenn es Zeit ist hastig zu sein. Er ist geizig, wenn es Zeit ist selbstlos zu sein und selbstlos, wenn es Zeit ist knauserig zu sein. Er ist schwach, wenn es Zeit ist tapfer zu sein und Verantwortung zu übernehmen und er übernimmt die Verantwortung, wenn es Zeit ist einen Schritt zurück zu gehen (und jemand anderes die Initiative ergreifen zu lassen). Er ist behutsam und nachsichtig, wenn es Zeit ist rau und standhaft zu sein und er ist rau und standhaft, wenn es Zeit ist nachsichtig zu sein. Er ist bescheiden, wenn es Zeit ist anspruchsvoll zu sein und Arrogant, wenn es Zeit ist bescheiden zu sein.

Seine minderen Gelüste zu folgen, unterstützt ihn fleißig in der Erlangung dessen zu sein, was die Seele in brünstig begehrt und geizig und gierig zu sein. Es unterstützt ihn sich selbst mit allen Arten von verabscheuungswürdigen und unüberlegten Merkmalen zu schmücken.
Zorn, animiert ihn arrogant, eifersüchtig und neidisch zu sein, Feindschaften gegenüber anderen zu hegen und unbedacht und schamlos zu sein.

Die Basis dieser vier abscheulichen und tadelnswerten Charaktereigenschaften sind zwei Säulen:
Entweder Selbst- Schändlichkeit oder Selbst- Hochmut.

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Der Angeber sollte wissen

„Und der Angeber sollte wissen, dass das, was er zu erreichen versucht, nämlich dass sich die Herzen (von anderen) ihm zuwenden, an ihm vorbeigehen wird. Denn immer wenn er Allah gegenüber unaufrichtig ist, wird ihm die Liebe der Herzen untersagt, und niemand blickt in seine Richtung; anders als der Aufrichtige, der geliebt wird. Wenn der Prahler wüsste, dass die Herzen der Menschen, vor denen er sich aufspielt, in den Händen von Demjenigen sind, dem er ungehorsam ist …. würde er es nicht tun.“

[Ibn al Jawzi, Said al-Khatir]

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Heirate nicht diese 7 Frauen

Heirate nicht diese 7 Typen von Frauen:

1. Al-Annaanah:
Die Frau die weint, klagt, sich beschwert und ständig „ein Band um ihren Kopf bindet“ (d.h. sie beklagt sich über Kopfschmerzen oder irgendeine Krankheit, obwohl sie in Wahrheit gar nicht krank ist, sondern es nur vortäuscht).

2. Al-Mannaanah:
Die Frau, welche ihrem Ehemann Gefallen tut und ihm Geschenke macht, und dann (später) sagt: „Ich habe dieses und jenes für dich, oder um deinetwillen oder wegen dir getan…“

3. Al-Hannaanah:
Die Frau die sich nach ihrem früheren Mann oder den Kindern ihres früheren Mannes sehnt.

4. Kay’atul-Qafaa:
Die Frau die ein Brandzeichen auf ihrem Nacken trägt (d.h. die einen schlechten Ruf hat oder bezüglich der es Zweifel gibt).

5. Al-Haddaaqah:
Die Frau, welche ihre Augen auf Dinge wirft (d.h. die immer nach etwas zum Kaufen schaut, danach trachtet und von ihrem Mann verlangt es zu kaufen, egal was es ist).

6. Al-Barraaqah:
Die Frau, die einen Großteil des Tages damit verbringt ihr Gesicht zu verschönern, und die es in einem Ausmaß schminkt, dass es aussieht als wäre es künstlich hergestellt worden.

7. Al-Shaddaaqah:
Die Frau die übermäßig viel redet.

Vom Buch „Eine kurze Anleitung über die Ehe“ vom Shaikh Muhammad bin Saalih Al-‚Uthaimin – rahimahullaah

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Benehmen der Familie durch Sünden

Einer unserer frommen Vorfahren sagte: „Ich war Ungehorsam gegenüber Allah außerhalb meines Heimes um dann die Auswirkung dieser Sünde und Übertretung in dem Benehmen meiner Frau und meiner Familie zu sehen.

Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt auf Grund dessen, was eure Einer unserer frommen Vorfahren sagte: „Ich war Ungehorsam gegenüber Allah außerhalb meines Heimes um dann die Auswirkung dieser Sünde und Übertretung in dem Benehmen meiner Frau und meiner Familie zu sehen.

Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt auf Grund dessen, was eure Hände gewirkt haben. Und Er vergibt vieles. [Sura Asch-Schura (42) Ayah 30] Hände gewirkt haben. Und Er vergibt vieles. [Sura Asch-Schura (42) Ayah 30]

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Geiz

Abu Sa`id al-Khudri berichtete, dass der Gesandte Allahs (Friede und Segen auf ihm) sagte:
“Zwei Eigenschaften vereinen sich nicht bei einem Gläubigen: Geiz und schlechter Charakter.” (Bukhari)
 
In Sahih Muslim wird berichtet, dass er (Friede und Segen auf ihm) zu sagen pflegte:
„O Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir vor Feigheit und Geiz!“
 
Salman al-Farisi sagte: „Immer wenn eine großzügige Person stirbt, sagt die Erde: „O Allah, bitte vergib Deinem Diener wegen seiner Großzügigkeit“, und immer wenn eine geizige Person stirbt, sagt sie: „O Allah, bitte verwehre diesem Diener das Paradies, so wie er Deinen Dienern die Versorgung, die Du ihm im irdischen Leben gabst, verwehrte“.“
 
Ein Beduine beschrieb einen Mann, indem er sagte: „Er ist in meinen Augen „unbedeutend“, weil das irdische Leben in seinen Augen „bedeutend“ ist.“
Beispiele von geizigen Menschen
Es wird berichtet, dass ibn Abbas (radiyallahu anh) sagte: „Al-Hajib, ein geiziger Araber, pflegte kein Feuer in der Nacht zu entzünden, aus Furcht, dass jemand es bemerkt und aus dessen Licht einen Nutzen zieht. Wenn er ein Feuer machen musste, und jemanden sein Licht nutzen sah, machte er das Feuer wieder aus.“
Es wird gesagt, dass Marwan ibn Abi Hafsah eine sehr geizige Person war, und einmal als er dabei war hinaus zu gehen, um al-Mahdi (einen Kalifen) zu treffen, fragte seine Frau ihn: „Was wirst du mir geben, wenn er dir ein Geschenk macht?“
Marwan sagte: „Wenn er mir 100.000 Dirham gibt, werde ich dir 1 Dirham geben.“
Al-Mahdi gab ihm 60.000 Dirham, also gab er seiner Frau weniger als 1 Dirham!
Es wird auch gesagt, dass einst ein sehr geiziger Mann, der auch sehr reich war, einen Träger benötigte, der für ihn einige Sachen trug.
„Wie viel wirst du von mir verlangen um diese Sachen zu tragen?“, fragte er den Träger.
„Ein Dirham“, antwortete der Träger.
„Nein, du sollst weniger nehmen als das“, hielt der geizige Mann entgegen.
„Aber was soll weniger sein als ein Dirham?“, fragte der Träger.
Der geizige Mann sagte: „Wir können ein paar Möhren um 1 Dirham kaufen und sie dann gemeinsam essen!“
 
[Übersetzung aus Mukhtasar Minhaj al-Qasidin]

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Die Gefahren des Neides

Neid ist der Wunsch, den Segen oder die Gabe einer anderen Person zu beseitigen – eine Vernichtung, die der Neider ausführen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte. Es ist etwas anderes, wenn man einen solchen Segen für sich selbst möchte und ihn den anderen gönnt. Das ist ein positiver und lobenswerter Wunsch, der positives Wetteifern fördert. Das Wetteifern wird im Allgemeinen nicht als falsch angesehen, sondern eher als lobenswert, solange er auf Rechtschaffenheit basiert.

Allâh sagt  „Die Frommen werden wahrlich in Wonne sein,auf überdachten Liegen (gelehnt), und blicken um sich.Du erkennst in ihren Gesichtern das Strahlen der Wonne.Ihnen wird von versiegeltem Nektar zu trinken gegeben, dessen Siegel Moschus ist -, und darum sollen die Wettbewerber wettkämpfen -, …“(Sûra 83:22-26)

 
Allâh erwähnt im Qurân den Neid der Ungläubigen, der Heuchler und der Menschen allgemein. Über die Ungläubigen sagt Allâh: „Viele von den Leuten der Schrift möchten euch, nachdem ihr den Glauben (angenommen) habt, wieder zu Ungläubigen machen, aus Missgunst von sich selbst aus, nachdem ihnen die Wahrheit klargeworden ist. Doch verzeiht und seid nachsichtig, bis Allâh mit Seiner Anordnung kommt! Allâh hat zu allem die Macht.“(Sûra 2:109)
 
Allâh sagt auch: „Oder beneiden sie die Menschen um das, was Allâh ihnen von Seiner Huld gegeben hat? Nun, Wir gaben der Sippe Ibrâhîms die Schrift und die Weisheit und gaben ihnen gewaltige Herrschaft (oder: ein gewaltiges Reich).“ (Sûra 4:54)
 
Der Neid ist eine üble Krankheit des Herzens, der zu Fehlverhalten und schlechtem Benehmen führt. Er leitet zu Feindseligkeit, zu schlechtem Denken über die Absichten anderer, zum Lästern, Verbreiten von Gerüchte, Lügen und entfernt den Menschen von der muslimischen Gemeinschaft. Der Neid kann den Besessenen dazu verleiten, der Person, die er beneidet, Schaden zuzufügen, ja sogar zu töten. Er wird als gefährlichste und zerstörerischste psychische Krankheit angesehen. Neid wirkt auf die Religion und das diesseitige Leben einer Person äußerst zerstörerisch.
Der Gesandte Allâhs  sagte: „Beneidet euch nicht gegenseitig; hasst euch nicht gegenseitig; kehrt euch (bei Unzufriedenheit)nicht gegenseitig den Rücken zu; seid (jedoch) Diener Allâhs, so wie Brüder.“ (Al-Buchârî und Muslim)
Allâh befiehlt den Gläubigen vor dem Übel der Neider Zuflucht zu suchen sowie auch ganz allgemein vor Neid: Er sagt: „… und vor dem Übel eines (jeden) Neidenden, wenn er neidet.“ (Sûra 113:5)
Der Gesandte Allâhs  sagte auch: „Wahrlich, der Neid frisst die guten Taten, genauso wie das Feuer das Brennholz verbrennt.“(Ahmad)
Es gibt viele Geschichten im Qurân, welche die Gefahren und Übel des Neides veranschaulichen. Wenn wir die Geschichte des Propheten Yûsuf Friede sei auf ihm und seiner Brüder lesen, erkennen wir die Gefahren des Neides. Er blendet, entreißt dem Herzen die Barmherzigkeit und verleitet den Neider dazu, der beneideten Person schreckliche körperliche Schmerzen zuzufügen.
Allâh sagt: „Als sie sagten: „Wahrlich, Yûsuf und sein Bruder sind unserem Vater lieber als wir, obwohl wir eine (ansehnliche) Schar sind. Unser Vater befindet sich fürwahr in deutlichem Irrtum. Tötet Yûsuf oder werft ihn ins Land hinaus, so wird das Gesicht eures Vaters sich nur noch euch zuwenden, und danach werdet ihr rechtschaffene Leute sein.” (Sûra 12:8-9)
Eine andere Geschichte, die die Gefahr des Neides beweist, ist die Geschichte von Habîl und Qabîl: Der Qurân berichtet uns über den ersten Sohn Âdams Friede sei auf ihm, der seinen Bruder aus Neid tötete. Es war das erste Verbrechen, bei dem Blut floss. Er beneidete ihn, weil Allâh das Opfer seines Bruders annahm, sein eigenes jedoch nicht.
Allâh sagt: „Und verlies ihnen die Kunde von den beiden Söhnen Âdams, der Wahrheit entsprechend, als sie ein Opfer darbrachten. Da wurde es von dem einen von ihnen angenommen, während es vom anderen nicht angenommen wurde. Der sagte: „Ich werde dich ganz gewiss töten.” Der andere sagte: „Allâh nimmt nur von den Gottesfürchtigen an.Wenn du deine Hand nach mir ausstreckst, um mich zu töten, so werde ich meine Hand nicht nach dir ausstrecken, um dich zu töten. Ich fürchte Allâh, den Herrn der Weltenbewohner (auch: aller Welten). … Doch machte ihn seine Seele willig, seinen Bruder zu töten. Und so tötete er ihn. Und er wurde einer von den Verlierern.“ (Sûra 5:27-28 u. 30)
Die schändliche Art des Neides ist die absolute Abneigung gegenüber dem Segen, welcher dem Beneideten zuteil wurde. Wenn man etwas verachtet, stört schon dessen bloße Existenz. Dieses Gefühl entwickelt sich in seinem Herzen zu einer Krankheit, so dass er Genugtuung empfindet, wenn dem Beneideten der Segen entzogen wird – sogar dann, wenn man nichts davon hat und lediglich der Groll im eigenen Herzen beseitigt wurde.
Dieser Groll kann nur dadurch beseitigt werden, dass der Neider den Beneideten ununterbrochen kontrolliert: er genießt es mit Genugtuung, wenn ihm diese Gabe entzogen wird. Die Pein kann jedoch noch schlimmer als eine körperliche Krankheit werden, wenn dem Beneideten erneut diese Gabe – oder etwas Ähnliches – zuteil wird.

Der Prophet  sagte: „Ich schwöre bei dem, in dessen Hände meine Seele ist! Keiner von euch glaubt, bis er für seinen Bruder das liebt, was er für sich selbst liebt.“ (Al-Buchârî und Muslim)
Er  sagte auch: „Es darf kein Neid geben, außer in zwei Fällen: Gegenüber einer Person, der Allâh Wissen gewährt hat und diesem entsprechend richtet und die Leute lehrt, und (gegenüber) einer Person, der Allâh Wohlstand und Vermögen gewährt und es ihr ermöglicht hat, es für die Wahrheit auszugeben.“ (Al-Buchârî und Muslim)
Ibn ‘Umar  fügte dem seine eigene Schilderung hinzu: „(Und) einer Person, der Allâh den Qurân gegeben hat, der ihn Tag und Nacht rezitiert, und einer Person, der Allâh Wohlstand und Vermögen gewährt hat, von welchem er Tag und Nacht Almosen gibt.“
Neid entsteht durch Feindschaft, Stolz, Eitelkeit, Liebe zur Führerschaft oder Unreinheit der Seele. Feindschaft ist die gefährlichste Ursache, da sie zu Böswilligkeit führt. Diese wiederum verleitet den Menschen zur Rache und Schadenfreude über jedes Unglück, das seinen Feind heimsucht.
Der Imâm Al-Ghazâlî  sagte in seinem Buch Ihyâ’ ´Ulûm Ad-Dîn: „Seid euch im Klaren, dass der Neid eine der tödlichsten Krankheiten des Herzens ist und es kein Heilmittel gegen diese Krankheiten des Herzens gibt, außer Wissen und Taten.“
Das Wissen, das die Krankheit des Neides behandeln kann, ist das Bewusstsein, dass der Neid für das diesseitige Leben sowie für seine Religion tödlich ist und dass er der beneideten Person  weder im profanen noch religiösen Leben schadet. Im Gegenteil: die beneidete Person wird eigentlich sogar davon profitieren. Tatsache ist, dass Neid den Glauben des Neiders gefährdet, weil er durch seinen Neid Allâhs Vorbestimmung und den Segen, den Er Seinen Dienern zukommen ließ, hasst. Er hasst ebenso die Gerechtigkeit, die Er in Seiner Welt und durch Seine Weisheit walten lässt.
Daher zweifelt der Neider all dies an, und lehnt es ab. Das ist das Gegenteil des Monotheismus. Außerdem würde der Neider mit Satan und dem Rest der Ungläubigen für den Befall der Gläubigen von Krisen und für den Entzug des Segens eine gemeinsame Liebe dafür haben. Das sind Krankheiten im Herzen, die gute Taten verschlingen und sie auslöschen, wie die Nacht den Tag auslöscht. Die Person, die unter Neid in ihrem Leben leidet, wird dadurch gequält und wird immer jedes Mal in Sorge sein, wenn er den Segen Allâhs der beneideten Person sieht.

Quelle: islamweb.net

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