Safiya Bint Huyayy

Safia Bint Hujai Ibn Achtab (r)

Einführung

Ich begrüße euch in unserer heutigen Folge der Serie “Begegnungen mit den Lieben”. Wir nähern uns
dem Ende dieses Programms. Und so Gott will, werden wir ein neues Programm anfangen, das uns
neue Energie geben wird, und ich hoffe, dass Gott uns dabei helfen wird. Möge Er uns und euch die
Türen öffnen.

Da wir nun bald am Ende unseres Programms ankommen, und nach unseren Geschichten über die
Lieben, und wie der Name auch schon sagt, die “Begegnungen mit den Lieben”, fühlt ihr mittlerweile
die Liebe? Spürt ihr schon die Sehnsucht, sie im Paradies zu treffen? Ist es bei euch mittlerweile auch
so weit, dass ihr sie seht, hört und sie um euch spürt? Lebt ihr schon mit ihnen mit? Werden wir uns
wohl bei unserem Tode an diese Worte von Bilal erinnern, die uns ja auch zu dem Namen unseres
Programms geleitet haben: „Was für eine Freude, morgen werde ich die Lieben begegnen,
Muhammad und seine Gefährten.“ Werden wir diese Worte auch sagen, wenn wir sterben: „Morgen
werden wir unsere Lieben begegnen, den Gesandten Gottes, unsere Mütter und all die anderen.“
So viele Folgen sind schon vorbei, auch die Folgen über die Ehefrauen des Propheten. Wir halten uns
vor Augen, dass wir vorhaben, sie auswendig zu lernen und sie zu lieben. Erinnert ihr euch auch an
die Regel, die wir am Anfang der Folgen von den Ehefrauen des Propheten aufgestellt haben? Wie es
der Koranvers sagt:
[Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selber, und seine
Frauen sind ihre Mütter…] (33:6)

Wir lesen diesen Vers sehr oft im Koran, aber eines unserer Ziele ist es, diesen Vers zu spüren, sodass
wir am Tag der Auferstehung, wenn wir Allah, den Erhabenen, treffen, Ihm sagen können: „Wir haben
diesen Vers gespürt, und wir fühlen dass Dschuwaireya, Umm Salama, A’ischa und Chadidscha unsere
Mütter sind, und ich bringe ihnen die gleichen Gefühle der Liebe und der Zärtlichkeit entgegen.“ Ich
werde ihnen am Tag der Auferstehung sagen: „Wie geht es dir Mutter, ich habe dich vermisst,
Mutter.“

Unsere Mütter

Heute werden wir mit den Ehefrauen des Propheten weitermachen. Wir haben schon die Geschichten
von acht der zwölf Ehefrauen erzählt. Es bleiben uns nur noch vier Ehefrauen, die wir in den nächsten
Folgen beenden werden. Und somit haben wir dann von allen Ehefrauen erzählt.
Möchte einer von euch uns die Namen der Ehefrauen sagen, in der Reihenfolge ihrer Heirat? Und wie
jedes Mal ist es ein Wettbewerb, wo wir sagen, den Gewinner erwarten hundert Dollar, und am Ende
geben wir nichts, also?

Eine der Anwesenden sagte:

1. Chadidscha Bint Chuwailid,
2. Sauda Bint Zam’a,
3. A’ischa Bint Abu Bakr,
4. Hafsa Bint U’mar Ibn Al-Chattab,
5. Zainab Bint Chuzaima,
6. Umm Salama (Hind Bint Abu Umaima),
7. Zainab Bint Dschahsch,
8. Dschuwaireya Bint Al-Harith,
9. Safia Bint Hujai Ibn Achtab,
10. Umm Habiba (Ramla Bint Abu Sufian),
11. Maria Bint Scham’un (die Ägypterin),
12. Maimuna Bint Al-Harith.

Wir werden sie jetzt alle gemeinsam auf dem Bildschirm sehen. Und noch einmal, das Ziel ist es, dass
ihr eure Mütter auswendig lernt. Ist es nicht eigenartig, wenn du eine von ihnen am Tag der
Auferstehung fragen wirst: „Wer bist du? Ich kenne dich nicht.“ Denn es kann nicht sein, dass du über
jenen Fußballspieler Bescheid weißt, wer er ist, und wie viel man für ihn bezahlt, oder jene Sängerin,
was sie so alles verdient, aber du kennst deine Mutter nicht. Du behauptest, das ist Allgemeinwissen
und du bist schlecht darin. Nein, das ist kein Allgemeinwissen, das ist deine Mutter, die du im Paradies
treffen wirst, und das solltest du wissen, denn alles Andere wirst du dann vergessen.

Die Juden von Medina

Heute fangen wir an mit Safia Bint Hujai Ibn Achtab. Ihr Vater ist das Oberhaupt der Juden der Bani
Al-Nadir. In Medina gab es drei große Stämme der Juden: Die Bani Qainuqa’a, die Bani Al-Nadir, und
die Bani Quraiza. Der Prophet (s) hat Medina von allen drei Stämmen befreit. Zwar hatte er anfangs
mit ihnen eine Vereinbarung, weil er wollte, dass Frieden in Medina herrscht. Aber weil sie den
Propheten (s) betrogen haben, hatte er sie bekämpft.

Die Juden der Bani Qainuqa’a:
Der erste Stamm der Juden, den der Prophet (s) aus Medina vertrieben hat, waren die Bani Qainuqa’a,
und dies nach einem bestimmten Ereignis.
Es gab eine muslimische kopftuchtragende Frau, die im Markt Waren gekauft und verkauft hat, sie saß
dort in islamischer Kleidung und führte Geschäfte mit einem jüdischen Händler. Zu der Zeit haben die
Juden den Goldmarkt beherrscht, und der Islam hat den Umgang mit den Juden ganz einfach
gestaltet: kaufen, verkaufen und in Frieden leben. Doch dieser jüdische Händler hatte nichts Gutes im
Schilde. Er, knotete das Ende ihres Kleides mit ihrem Kopftuch zusammen, sodass sie sich beim
Aufstehen entblößte. Er tat dies, damit alle im Markt sie auslachen würden. Sie stand auf, und wie von
dem Juden geplant, wurde sie entblößt. Daraufhin tötete einer der Muslime im Markt den Juden, und
als Antwort haben die Juden den Muslim getötet. Dann umzingelte der Prophet (s) die Juden der Bani
Qainuqa’a und vertrieb sie aus Medina, weil man eine Muslimin entblößt hatte.
Die Juden der Bani Al-Nadir:
Das Oberhaupt der Juden der Bani Al-Nadir war Hujai Ibn Achtab; dieser hasste den Propheten (s)
sehr. Er hatte auch Pläne geschmiedet, um den Propheten (s) umzubringen. Als der Prophet (s) den
Stamm einmal besuchen wollte, hatte man vor, ihn umzubringen, indem die Anhänger des Stammes
einen großen Stein vom Dach eines Hauses auf ihn fallen ließen. Es war aber Gottes Wille, dass ihm
nichts passiert war, denn Gabriel ist zum Propheten (s) gegangen und teilte ihm mit: „Geh zurück
nach Medina, Gesandter Allahs.“ Und so kehrte der Prophet (s) zu Medina zurück.

Hujai Ibn Achtab

Hujai Ibn Achtab war derjenige, der sich diese Falle ausgedacht hatte. Und somit hat der Prophet (s)
auch die Juden der Bani Al-Nadir aus Medina vertrieben. Der erste, der hinaus musste, war Hujai Ibn
Achtab, der Vater unserer Mutter. Dieser ist nach Chaibar geflohen, das aber später von den Muslimen
übernommen wurde.

Hujai Ibn Achtab war auch derjenige, der die ganzen arabischen Stämme im Feldzug von Al-Ahzab
zusammenbrachte, um den Propheten (s) zu umzingeln. Er war derjenige, der diesen Feldzug anfing.
Bedenkt die Energie, die jemand aufwendet, um die ganzen Stämme der arabischen Halbinsel zu
sammeln. Wieso nur dieser Groll? Und wieso haben die Juden das alles mit dem Propheten (s)
gemacht? Der Ort Chaibar war der Grund dafür, dass man gegen den Propheten (s) gehetzt hat.

Safia (r)

Ihr Vater war Hujai Ibn Achtab, der Oberhaupt der Juden in Medina, der später der Oberhaupt der
Juden in Chaibar wurde. Ihr Onkel war Rabbiner. Er kannte sich gut in der Thora aus. Deswegen
wusste er, wie der letzte Prophet aussehen sollte. Das war Safias Haus, in dem sie aufgewachsen
wurde.

Als sie ein Kind war, liebte sie ihr Vater sehr. Er verwöhnte sie sehr, pflegte sie und sorgte für ihre
Erziehung. Das tat nicht nur ihr Vater, sondern auch ihr Onkel, obwohl beide viele andere Kinder
hatten. Vor allem kümmerten sie sich um Safia (r). Wisst ihr warum? Sie wussten durch die Thora,
dass Safia (r) den Eigenschaften der Ehefrau des letzten Propheten (s) entspreche. Sie glaubten, dass
sie die Ehefrau des kommenden Propheten werde.

Allah, der Erhabene, erklärte den Juden in der Thora alle Eigenschaften des kommenden Propheten
bis ins kleinste Detail, nur nicht eine Eigenschaft: Dass er Araber ist und nicht von den Söhnen Israels
stammt.

Die Juden machten in Medina bekannt, es sei an der Zeit gewesen, dass der letzte Prophet (s)
kommen würde. Sie waren sicher, dass er aus ihrer Mitte kommen würde, weil alle vorigen Propheten
von den Söhnen Israels kamen. Sie machten in Medina bekannt, dass er bald kommen würde. Sie
prahlten, dass sie zusammen mit ihm die Araber besiegen würden. Aber wie gesagt, wussten sie nicht,
dass er aus den Arabern stammt.

Deswegen kümmerten sie sich sehr um Safia (r) und waren stolz auf sie. Alle Anzeichen wiesen darauf
hin, dass sie die Ehefrau des Propheten wird: die Gestalt, der Vater, der Onkel, die Zeit und auch die
Stadt, Medina. Sie glaubten aber, der Prophet würde von ihnen stammen.
Die Aufnahme des Propheten (s) bei den Juden
Als der Prophet (s) von den Arabern kam, verleugneten sie ihn und lehnten ihn heftig ab, obwohl sie
sich über sein Prophetentum sicher waren.
Bei der Auswanderung des Propheten (s) von Mekka nach Medina, gingen die Ansar
und alle Leute, um ihn willkommen zu heißen, außer zwei Personen: der Vater und der Onkel von Safia (r)
väterlicherseits, die die Eigenschaften des letzten Propheten erkannten. Sie gingen dorthin, um
festzustellen, ob er wirklich der Prophet war oder ob er es nur behauptete.

Es geschah folgendes: Hujai Ibn Achtab traf den Propheten (s) und fragte: „Wo ist dein Vater?“ Der
Prophet antwortete: „Gestorben ist er.“ Hujai erkannte die erste Eigenschaft und fragte ihn nach
seinem Großvater. Der Prophet (s) antwortete, dass er auch gestorben war. Das war die zweite
Eigenschaft. Hujai fragte ihn dann: „Wer hat dich denn erzogen?“ Er antwortete: „Mein Onkel.“ – „Was
hast du gearbeitet, als du Kind warst?“ – „Ich war Hirt.“ – „Dann zeig mir deinen Rücken!“ Er wollte
das Siegel des Prophetentums sehen. Er fand das richtige Siegel, das Moses, Jesus, Noah und alle
Propheten ebenfalls besessen hatten. Dieses Siegel war ein schwarzer hervortretender Hautteil am
Körper, gleich am ersten Rückenwirbel, aus dem drei Haare emporwuchsen. So präzise war die Thora
bei der Beschreibung des letzten Propheten. Hujai wusste, dass Muhammad (s) wirklich der Prophet
war.

Der Traum

Hujai kehrte dann nach Hause zurück. Sein Bruder wartete dort auf ihn. Safia (r) hörte auch zu. Jassir,
der Bruder, fragte ihn: „Ist er wirklich der Prophet?“ – „Ja.“, antwortete er, „Was hast du also vor?“ –
„Dann ist er mein Feind, solange ich lebe.“ Seht ihr, wie sehr er es leugnete, obwohl ihm die
Wirklichkeit klar war? Safia (r) aber hörte zu und wusste, dass Muhammad (s) der Prophet war. Sie
war damals im Alter von 11 Jahren.

Diese Nacht lang träumte sie von merkwürdigen Sachen. Sie wurde vom Gespräch ihres Vaters über
das Prophetentum Muhammads (s) sehr beeindruckt: Sie träumte, dass der Mond vom Himmel in
ihren Schoß herabgestiegen wäre. Sie verstand diesen Traum nicht. Sie ging zu ihrem Vater und Onkel,
denn sie konnten die Träume gut interpretieren. Sie erzählte ihnen auf unschuldige Weise ihren
Traum. Da ohrfeigte sie ihr Vater so heftig, dass ihr Ring auf die Erde fiel und ihre Lippe blutete und
sagte: „Willst du, dass du die Ehefrau des Propheten der Araber wirst?“

Er war sich über den Propheten (s) sicher, weil er genügend Informationen aus der Thora über ihn
hatte. Wisst ihr was er getan hat? Er verheiratete sie sofort mit einem Juden namens Salam Ibn
Maschkam, um eine Ehe zwischen seiner Tochter und dem Propheten (s) zu verhindern. Seht ihr, wie
er alles Mögliche versuchte, um dem Willen Allahs im Wege zu stehen, um nicht den Propheten
heiraten zu können.

Die Heirat bei den Arabern

Als Entgegnung auf abfällige Aussagen über die Heirat des Propheten (s) mit A’ischa (r), weil er sie im
Alter von 9 Jahren heiratete, müssen wir darauf hinweisen, dass die Juden ihre Töchter ebenfalls in
jungem Alter heiraten ließen. Das war eine Gewohnheit in dieser Zeit und keine Ausnahme für den
Propheten (s). Denn die Mädchen waren zu dieser Zeit und in dieser Umgebung der Wüste in jungem
Alter körperlich reif. Genauso, wie das palästinensische Kind ohne Angst vor einem Panzerwagen steht,
was wir – die Erwachsenen – uns in einer Situation nie vorstellen können. Die Umgebung war die
Ursache zu solchem Handeln. Wegen der Umgebung war auch A’ischa (r) in diesem Alter körperlich
reif. Also, es war eine Gewohnheit in diesem Ort der Welt, die Frauen mit jungem Alter zu heiraten,
nicht nur bei den Arabern, sondern auch bei den Juden und allen anderen.

Safia heiratete diesen jüdischen Mann und lebte mit ihm bis zum Alter von 17 Jahren. Als die Juden
vom Stamm Bani Al-Nadir aus Medina vertrieben wurden, ging sie mit ihrem Mann und ihrem Vater
nach Chaibar, wo sie eine Weile blieben. Aber die Worte ihres Vaters über Muhammad (s) griffen
heftig an ihr Herz. Sie neigte irgendwie zum Islam.

Der Kampf mit den Juden

Der Prophet (s) rückte mit dem muslimischen Heer von 1400 Mann nach Chaibar vor. Die Juden in
Chaibar waren aber 10000 in etwa sieben bewaffneten Befestigungen und waren mit Nahrung und
Wasser für die Zeitdauer von einem Jahr versorgt. Trotz der großen Anzahl der Juden, der starken
Ausrüstung und der Befestigung siegten die Muslime. Deswegen wird der Feldzug Chaibar ab und zu
erwähnt, weil er ein glorreicher Sieg war. Hujai Ibn Achtab und Salam Ibn Maschkam, der Ehemann
von Safia, wurden dabei getötet.

Safias (r) Zusammentreffen mit dem Propheten (s)

Safia (r) und ihre Schwester wurden gefangen genommen. Sie wurden zum Propheten (s) gebracht.
Er fragte, wer Safia (r) wohl sei. Man sagte, sie sei die Tochter von Hujai Ibn Achtab, dem Oberhaupt
des Juden, der die Heerscharen gegen die Muslime aufgestachelt hatte. Er ließ sie zu sich
hineinkommen. Da grüßte Safia (r) ihn mit der Grußformel des Islam und sagte: Friede sei mit dir, o
Gesandter Allahs. Er fragte erstaunt: „Du weißt, dass ich der Gesandte Allahs bin?“ – „Ja“ antwortete
sie und erzählte ihm, was sie von ihrem Vater und Onkel gehört hatte. Nur durch sie hat uns diese
Geschichte erreicht, weil der Vater und der Onkel nicht im Islam gestorben waren.
Sie erzählte ihm auch von dem Traum. Der Prophet (s) fragte sie: „Möchtest du, dass du einen Vorteil
davon erhältst?“ Sie fragte: „Und welchen Vorteil, o Gesandter Allahs?“ – „Dass ich dich heirate!“
Dass der Prophet (s) Safia (r) heiraten wollte, versetzte die Muslime in großes Staunen. Der Prophet
(s) hatte aber ein Ziel mit dieser Heirat. Kann einer der Anwesenden dieses Ziel erraten?

Kommentare der Anwesenden

Eine der Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Der Gesandte
wollte den ersten Schritt machen, um die Sklaverei zu beenden. Damals wurden auch die Frauen als
Gefangene genommen, aber als der Gesandte die Tochter des Stammoberhaupts heiratete, haben
sich die Gefährten geschämt, die übrigen Frauen als Gefangene zu nehmen.“
Amr Khaled antwortete ihr: „Das ist nicht der eigentliche Grund aber Dankeschön.“
Einer der Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Als die Muslime
die Juden besiegt haben im Feldzug von Chaibar, haben sie alle Juden als Gefangene genommen, und
die Gefährten haben sehr hohes Lösegeld verlangt, das Gleiche galt auch für Safia. Daher ist sie zum
Propheten gegangen, um mit ihm über das Lösegeld zu sprechen. Sie dachte sich, dass, wenn der
Prophet sie heiraten würde, alle Gefangenen seine Verwandten werden, und so wird er kein Lösegeld
von ihnen verlangen.“

Amr Khaled antwortete ihm: „Möge Gott dich dafür mit Gutem belohnen. Das hat der Prophet (s) mit
Dschuwaireya Ibn Al-Harith gemacht, deren Geschichte wir bereits erzählt haben. Aber dies ist auch
nicht der Grund.“
Einer der Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Im Koranvers
heißt es: [Und Wir entsandten dich nur aus Barmherzigkeit für alle Welten.] (21:107).

Muhammad (s) war nicht nur zu den Arabern gesandt worden, sondern zu allen Nationen. Was Safia über
die Zeichen erzählte, von denen sie von ihrem Vater und ihrem Onkel gehört hatte, stand schon Jahre
davor in der Thora, und wurde nicht erst zu jener Zeit verkündet. Es stand auch fest, dass die
Muslime keine staatsfeindliche Gewalt ausüben, wie man über uns zu erzählen vermag.“
Amr Khaled antwortet darauf: „Von deinen Worten wiederhole ich einen kleinen Teil. Diese Religion
erweist Barmherzigkeit und Gnade für die ganze Welt, und der Prophet erweist ebenso Barmherzigkeit
und Gnade für die ganze Welt. Auf diesen Worten möchte ich etwas Wichtiges aufbauen. Diese Heirat
ist ein Beweis dafür, dass unsere Religion eine Religion der Barmherzigkeit ist, wir sind nicht
gewaltwillig. Unsere Religion steht für Vergebung. Aber was ist der Zusammenhang zwischen dieser
Heirat und der Barmherzigkeit und der Vergebung, für die unsere Religion steht?“

Eine der Anwesenden antwortet: „Ich glaube, dass der Prophet (s) Safia heiratete, weil er einen
Traum hatte, in dem er gesehen hatte, dass Allah, der Gepriesene und Erhabene, sie ihm auserwählt
hatte. Denn alle Himmelsbücher sind von Ihm, und das letzte dieser Bücher ist der Koran. In der
Thora sind auch die Eigenschaften des Gesandten beschrieben wie auch die von seiner Frau, die auch
Safia sein könnte. Es wird auch erwähnt, dass ein Muslim eine Jüdin oder Christin heiraten kann, um
sie zum Islam einzuladen. Der Islam steht für Barmherzigkeit, und Allah, der Gepriesene und
Erhabene, hat dieses Gesetz erteilt, um die Erde zu bevölkern, und um seine Regeln zu befolgen,
wobei der Gesandte der letzte der Propheten ist.

Einer der jungen Männer sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Gepriesen sei
Allah, dass der Islam das erlaubt, was vor ihm war. Denn als Safia zum Islam übertrat, wollte der
Prophet (s) der Welt zeigen, dass auch ein Jude, der zum Islam übertritt, von da an einer aus der
islamischen Familie ist, und dass es keine Feindschaft mit Muslimen gibt.“
Der Kommentar von Amr Khaled
Ich möchte auch auf verschiedene Punkte hinweisen, die ihr genannt habt:

1.Der Islam ist die Religion der Toleranz und Barmherzigkeit, und dies obwohl Hujai Ibn Achtab sehr
viel gegen die Muslime, die Gefährten und den Propheten (s) getan hat, denn er bekämpfte sie nicht
nur, sondern hetzte er auch die ganze arabische Halbinsel gegen sie auf. Und nun ist seine Tochter
eine Gefangene der Muslime geworden. Wie wurde sie wohl behandelt? Wäre es nicht möglich
gewesen, schlecht mit ihr umzugehen, weil ihr Vater sie bekämpft hatte, obwohl er die Wahrheit
kannte? Also wieso ließen sie Safia frei und ehrten sie noch durch die Heirat mit dem Propheten? Ist
das nicht die Art von Denken, die es auf Erden gibt? Aber nein, unsere Religion ist anders, wir sind
anders, und wir werden das Gegenteil machen, und der Menschheit zeigen, dass unsere Religion uns
Toleranz lehrt. Also wurde sie freigelassen und sie heiratete den Herrn der Menschheit, nicht
irgendjemand. Also geben wir der Welt und der ganzen Nation ein Beispiel für die Barmherzigkeit
dieser Religion.

2. Der Prophet (s) wollte uns beibringen, dass durch den Übertritt von Safia (r) zum Islam, sie eine
Schwester für uns wurde, und wehe euch, wenn ihr in euren Herzen Groll hegt gegen jemanden, der
einmal euer Feind war, dann aber Muslim wurde. Nein, ihr müsst dann große Liebe für denjenigen
empfinden. Auch die Gefährten des Propheten (s) haben dies gelernt. Es gab einen Mann namens
U’meir Ibn Wahab. Dieser Mann war sehr unfreundlich zu den Muslimen. U’mar Ibn Al-Chattab sagte:
„Mir ist ein Schwein lieber als U’meir Ibn Wahab.“ Und als U’meir zum Islam übergetreten ist, sagte
U’mar: „Ich schwöre bei Gott, dass U’meir Ibn Wahab meinem Herzen lieber ist als das Beste meiner
Kinder.“ Was hat U’mars Meinung geändert? Er hat vom Propheten (s) gelernt: Wer unserer Religion
beitritt, dessen Vergangenheit vergessen wir, und nicht nur das, wir lieben ihn auch. Deswegen
heiratete der Prophet (s) Safia (r). Merkt ihr das Ausmaß der Vergebung hier?

3. Es gibt noch eine andere Bedeutung für Vergebung. Denn die Familie von Safia war immer noch
jüdisch. Aber der Islam befahl ihr, in gutem Kontakt zu ihren Verwandten zu bleiben, obwohl sie
Juden waren, und obwohl sie den Propheten (s) bekämpft hatten. Der Prophet (s) hat dies getan, um
uns das Vergeben zu lehren, und dass die Familienbände nie abgebrochen werden sollten. Heute
finden wir leider Männer, die ihren muslimischen Frauen verbieten, ihre Mutter und Tante zu besuchen.

Safias (r) Angst um den Propheten (s)

Wegen all dieser Gründe hat der Prophet (s) Safia (r) geheiratet. Aber es scheint so, dass manche
Menschen noch etwas dagegen gehabt haben. Wir sind jetzt im siebten Jahr nach der Hidschra,
Safia ist siebzehn Jahre alt, es ist gerade nach dem Feldzug von Chaibar. Der Prophet (s) wollte sie
heiraten, sie aber wollte nicht, da waren sie noch in Chaibar. Danach wollte es der Prophet (s) noch
mal, aber sie wollte wieder nicht. Bis sie in der Nähe der Medina waren, da hat sie es erlaubt. Da
fragte sie der Prophet, wieso sie es verweigert hatte. Sie antwortete: „Ich hatte Angst um dich wegen
der Juden.“ Sie hatte Angst, dass die Juden ihn umbringen würden, bis sie weit weg von Chaibar
waren.

Die Angst der Gefährten um den Propheten (s)

In der Nacht, die der Prophet (s) mit Safia (r) verbrachte, die Hochzeitsnacht, waren sie in seinem Zelt.
Draußen wartete ein Mann, er schlief nicht und stand da mit seinem Schwert. Es war Abu Ajub Al-
Ansari. Er war draußen trotz Kälte und Erschöpfung, denn die Gefährten kamen müde zurück von dem
Feldzug. Als dann der Prophet (s) aus dem Zelt kam vor dem Morgengebet, fand er Abu Ajub stehend.
Da fragte er Abu Ajub: „Was ist mit dir los Abu Ajub?“ Abu Ajub antwortete ihm: „Ich hatte Angst um
dich Gesandter Gottes wegen dieser jüdischen Frau, deren Vater, Onkel und Mann getötet
wurden.“ Da schaute der Prophet (s) zu Abu Ajub und sagte zu ihm: „Gott beschütze dich wie du mich
beschützen wolltest.“ Abu Ajub kämpfte auf seinem Pferd noch bis er neunzig Jahre alt wurde,
sicherlich weil der Prophet (s) für ihn gebetet hatte. Er starb kurz vor der Öffnung von Konstantinopel,
und er sagte zu den Muslimen sie sollten seinen Sarg so weit tragen bis zu dem letzten Ort, wo sie
glauben würden, das sie ihn dort beisetzen könnten. Und so wurde er in der Nähe der Mauer von
Konstantinopel begraben.

Schöne Situationen mit den Ehefrauen des Propheten (s)

Safia (r) lebte mit dem Propheten (s), und es gibt witzige Situationen mit den Ehefrauen des
Propheten (s), weil diese noch nicht die Heirat des Propheten (s) mit einer Jüdin verdaut hatten.
Einmal saß der Prophet (s) bei A’ischa (r), und als die Sprache auf Safia (r) kam, hat A’ischa (r) eine
Handbewegung gemacht, mit der sie meinte, dass Safia (r) klein war, da schaute der Prophet (s) sie
an, und sie sagte: „Sie ist klein.“ Da hat der Prophet (s) zu ihr gesagt: „Du hast jetzt ein Wort gesagt,
dass wenn man es mit dem Meerwasser vermischen würde, das ganze Wasser verschmutzt
wäre.“ Das war seine Reaktion auf das Lästern, denn wie er erklärt hat, kann ein Wort das
Meerwasser verseuchen. Wenn wir das vergleichen mit dem, was wir machen? Wie viele Worte sagen
wir denn? Hast du dich schon einmal über eine andere Frau lustig gemacht? Ich höre eine, die sagt,
dass sie das schon oft gemacht hat. Und hast du schon mal deinen Dozenten an der Uni vorbeilaufen
sehen und mit deinem Kommilitonen über ihn gelästert? Ich sehe, dass die Jugendlichen lachen.
Wehe euch, wenn ihr das schon mal gemacht habt, denkt ihr, dass das euer Können beweist? Nein,
das macht Allah sehr böse. Mach dich also nie über deinen Dozenten lustig oder über deine Lehrerin.
Leider muss ich auch sagen, dass es manche gibt, die sich über ihre Väter und Mütter lustig machen
und mit ihren Freunden über sie lachen.

Die Worte des Propheten (s) an A’ischa (r) erinnern uns an den Hadith des Propheten (s):
„Wenn der Diener Gottes ein Wort sagt, von dem er nicht weiß, wie böse dieses Wort Allah macht,
sinkt er tief in das Höllenfeuer bis zu siebzig Herbste.“ Also passt auf meine Brüder und
Schwestern, es sind die kleinen Sachen, die mittlerweile verbreitet sind, die Witze in den Schulen und
an den Unis, das Lustigmachen über die Eltern und Lehrer. Die Frauen, die sich übereinander lustig
machen. Das Lästern in den Telefongesprächen, die Schwiegermutter, die sich über ihre
Schwiegertochter lustig macht und die Schwiegertochter, die sich über ihre Schwiegermutter lustig
macht. Passt auf meine Brüder, denn das sind Worte, die euch in die Hölle führen, und die Allah (t)
sehr zürnen, ohne dass wir es merken.

Eine ähnliche Situation war ein paar Tage vor dem Tod des Propheten (s). Der Prophet (s) saß mit
seinen Ehefrauen und seine Krankheit machte ihm zu schaffen, da sagte Safia (r): „Ich würde für dich
mein Leben opfern, Gesandter Gottes. Ich wünschte mir, ich könnte dir deine Krankheit abnehmen
und sie selber haben.“ Da haben die Ehefrauen des Propheten (s) untereinander gezwinkert, sie
meinten damit, wer hat ihr erlaubt zu reden. Da schaute der Prophet (s) zu seinen Ehefrauen und
sagte zu ihnen: „Wascht euren Mund aus!“ (Er meinte, weil sie etwas gegessen haben.) Da fragten sie
ihn: „Weswegen waschen, Gesandter Allahs, wir haben nichts gegessen?“ Da antwortete er: „Weil ihr
euch über sie zugezwinkert habt.“

Wenn du über jemanden lästerst, so bereite etwas vor, um deine Zähne zu putzen, weil es dann
Fleisch gibt zwischen deinen Zähnen, das bin nicht ich, der das sagt, sondern der Prophet (s) hat dies
gesagt. Als er zwei aufgefunden hat, die über einen Dritten gelästert haben, sagte er zu ihnen:
„Reinigt eure Zähne!“ Sie antworteten ihm: „Wir haben kein Fleisch gegessen, Gesandter Gottes.“ Da
sagte er: „Doch das habt ihr.“ Sie sagten: „Wir haben kein Fleisch gegessen.“ Da sagte er: „Ihr habt
das Fleisch eures Bruders gegessen.“

Denn im Koranvers heißt es: [ …Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten
Bruders essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen….](49:12).

Diese Folge handelt auch über üble Nachrede und Klatsch. Habt ihr schon jemanden gesehen, dessen
Bruder gestorben ist, dass es sein Fleisch herausgenommen und davon gegessen hat? Das ist, was
der Vers sagt und das ist etwas sehr Schlimmes.

In der letzten Situation waren die Ehefrauen des Propheten (s) grob zu Safia (r), weil sie eine Jüdin
war. Sie weinte deswegen und ging zum Propheten (s). Er sah sie weinen und sagte: „Wenn sie das
noch einmal zu dir sagen, dann sag: „Wer von euch ist besser als ich, mein Ehemann ist Muhammad,
mein Vater Harun, und mein Onkel ist Moses.““ Und so sagte sie es danach zu ihnen. Seht ihr, wie der
Prophet (s) gehandelt hat, er hat ihr beigebracht, wie sie ihnen antworten soll.

Nach dem Tod des Propheten (s)

Bis zu seinem Tod war der Prophet (s) mit Safia zufrieden, Allahs Wohlgefallen auf ihr, sie lebte
danach noch bis zur Zeit von U’thman Ibn A’ffan. In der Zeit von U’mar Ibn Al-Chattab hatte sie eine
Sklavin, die zu U’mar gegangen ist und zu ihm sagte: „Mein Herr, Safia liebt den Samstag und hat
Kontakt zu den Juden.“ Da rief U’mar sie zu sich und fragte sie: „Tust du das?“ Sie sagte: „Oberherr
der Gläubigen, ich schwöre bei Gott, dass seitdem Allah mir den Samstag durch den Freitag ersetzt
hat, ich den Samstag nicht mehr mag. Was die Juden anbelangt, so sind sie meine Verwandten, und
meine Religion und mein Islam verlangen von mir, dass ich mit ihnen in Kontakt bleibe. Und
deswegen mache ich es.“ So sagte U’mar zu ihr: „Mach so weiter Mutter!“

Ihr Tod

Safia (r) war eine von denjenigen, die U’thman verteidigt hat. Sie hat darauf bestanden, ihm Wasser
und Essen zu bringen, als er umzingelt war, Allahs Wohlgefallen auf ihr. Und so starb sie und wurde in
Al-Baqi` beigesetzt.
Das war unsere Mutter Safia (r), fühlt ihr die Liebe zu Safia Bint Hujai Ibn Achtab? Unsere Mutter
lieben wir sie oder nicht? Der Prophet (s) hat uns wahrhaftig das Verzeihen beigebracht.

Quelle: http://islam-information.com/downloa…glaeubigen.pdf

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