Schwäche ist keine Entschuldigung sondern ein Verbrechen

Sayyid Qutb: Die Schwäche ist keine Entschuldigung sondern ein Verbrechen
Und die Schwachen werden zu den Hochmütigen sagen: Wir waren doch eure Gefolgsleute! Könnt ihr uns also nicht etwas gegen die Strafe Allahs nützen?

Die Schwachen sind die Schwachen, jene die die größte Auszeichnung mit der Allah den Menschen geehrt hat aufgegeben haben, als sie auf ihre persönliche Freiheit im Denken, Glauben und der Ausrichtung verzichteten und sich selbst zu Gefolgsleuten der Hochmütigen und der Tyrannen machten. Sie unterwarfen sich anderen als Allah unter seinen Dienern und erwählten sich dies anstelle der Unterwerfung zu Allah. Doch die Schwäche ist keine Entschuldigung sondern ein Verbrechen, denn Allah will für niemanden, dass er schwach ist. Er ruft alle Menschen in seinen Schutz, damit sie dadurch Stolz erlangen können, und die Ehre gebührt Allah. Allah will für niemanden, dass er gehorsam oder widerwillig seinen Anteil an der Freiheit abgibt, welche sein Vorzug und die Essenz seiner Würde ist. Keine materielle Macht, in welcher Form auch immer, ist in der Lage einen Menschen zu versklaven, der die Freiheit will und an seiner Menschenwürde festhält. Das einzige was diese Macht erfassen kann ist der Körper. Sie kann ihn verletzen, foltern, fesseln und einsperren. Doch was das Innere angeht, was den Geist angeht und den Verstand, so kann ihn weder jemand einsperren noch demütigen, es sei denn sein Besitzer selbst gibt ihn der Einsperrung und Demütigung preis!

Wer ist in der Lage diese Schwachen in ihrem Glauben, Denken und Benehmen zu Gefolgsleuten der Hochmütigen zu machen? Wer kann diese Schwachen dazu zwingen sich anderen als Allah zu unterwerfen, obwohl Allah ihr einziger Schöpfer, Versorger und Beschützer ist? Niemand. Niemand außer ihr schwaches Selbst. Sie sind nicht etwa schwach wegen ihrer mangelnden materiellen Macht gegenüber den Tyrannen, oder wegen ihres niedrigen Ranges, Vermögens oder Status. Nein, das alles sind nur äußerliche Symptome, die selbst nicht als Schwäche zählen. […] Vielmehr sind sie nur deswegen schwach, weil sie schwach in ihrem Geist, in ihren Herzen, in ihrem Ehrgefühl und ihrem Stolz auf die größte Auszeichnung des Menschen sind.

Die Gedemütigten sind viele und die Unterdrücker sind wenige. Wer ist es, der die Vielen den Wenigen unterwirft? Wer hat sie unterworfen? Das einzige was sie unterwarf ist die Schwäche des Geistes, der Wegbruch des Eifers, das Fehlen des Ehrgefühls, und die innerliche Aufgabe der Würde, welche Allah dem Geschlecht der Menschen schenkte.

Die Tyrannen können die Massen niemals unterjochen, außer mit den Wollen eben dieser Massen. Sie wären immer in der Lage sie zu stoppen, wenn sie nur wollten. Doch der Wille ist, was diesen Herden fehlt. Die Unterdrückung kann nicht bestehen, außer durch die Akzeptanz im Geist der Unterdrückten, und diese Akzeptanz allein ist es, worauf sich die Tyrannen verlassen.

[ Aus Fī Ẓilāl al-Qurān (In den Schatten des Korans) von Sayyid Qutb ]

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