über die Teilnahme an der Beerdigung von Ungläubigen

Die Teilnahme an der Beerdigung eines nicht-muslimischen Verwandten in der Kirche

Die Teilnahme an der Beerdigung eines nicht-muslimischen Verwandten in der Kirche

Frage (Nr. 145532):

Ich bin kürzlich konvertiert und meine Verwandten sind nicht muslimisch. Eine meiner Verwandten starb vor Kurzem und ich stand ihr sehr nahe. Nun würde ich gern wissen, ob ich an ihrer Beerdigung in der Kirche teilnehmen darf? Ich würde nicht mitbeten und lediglich dabeisitzen.

Antwort:

Alles Lob gebührt Allāh.

Erstens:

Es ist einem Muslim nicht gestattet, an der Beerdigung eines Nichtmuslims teilzunehmen, auch wenn dieser ein Verwandter ist. Denn die Teilnahme an der Beerdigung ist ein Recht, das ein Muslim über den anderen Muslim hat, und es ist eine Art des Respekts, der Ehre und Freundschaft, die einem Kāfir gegenüber nicht gestattet sind.

Abu Tālib, der Onkel des Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) väterlicherseits, starb und dieser wies `Ali an, ihn zu begraben. Doch der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) nahm an der Beerdigung oder dem Begräbnis nicht teil, obwohl Abu Tālib ihn unterstützte und verteidigte, wie wohl bekannt ist, und obwohl der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) ihm gegenüber viel Mitgefühl und Barmherzigkeit empfand. Nichts hielt ihn davon ab außer der Tatsache, dass Abu Tālib im Zustand des Kufr verstarb. Tatsächlich sagte der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) sogar: „Ich werde für dich um Vergebung beten, solange mir dies nicht verboten wird.“ Daraufhin wurde die folgenden Worte offenbart (ungefähre Bedeutung): „Dem Propheten und denjenigen, die glauben, steht es nicht zu, für die Götzendiener um Vergebung zu bitten, auch wenn es Verwandte wären, nachdem es ihnen klar geworden ist, dass sie Insassen des Höllenbrandes sein werden (weil sie im Zustand des Kufr starben).“ (9:113) und „Gewiss, du kannst nicht rechtleiten, wen du gern (rechtgeleitet sehen) möchtest.“ (28:56).

Abu Dawūd (#3214) und al-Nasā’i (#2006) berichteten, dass `Ali sagte: „Ich sagte zum Propheten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm): `Dein Onkel, der irregeleitete alte Mann, ist gestorben.` Er erwiderte: `Geh und begrabe deinen Vater.`“

Obwohl der Islam zur Aufrechterhaltung der Verwandtschaftsbande und zur guten Behandlung der Verwandten aufruft, verbietet er gleichzeitig die enge Freundschaft zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen. Was auch immer die Form einer engen Freundschaft annimmt, ist verboten, doch was auch immer zur Freundlichkeit gehört und geringer ist als eine enge Freundschaft, ist gestattet.

Imām Mālik (möge Allāh ihm barmherzig sein) sagte: „Der Muslim sollte seinen Vater nicht waschen, wenn der Vater als Ungläubiger starb, oder an seiner Beerdigung teilnehmen oder in sein Grab hinabsteigen, außer er fürchtet, er könnte vernachlässigt werden, dann darf er ihn beerdigen.“ (al-Mudawwanah, 1/261)

Es heißt in Scharh Muntaha al-Irādāt (1/374): „Der Muslim sollte den Kāfir nicht waschen, denn es ist nicht erlaubt, eine enge Beziehung mit den Kuffār aufzubauen, und diese Handlung beinhaltet, ihn zu respektieren und zu reinigen. Daher ist es nicht gestattet, wie es auch der Fall ist beim Totengebet: „Wickelt ihn nicht ein oder betet für ihn oder nehmt an seiner Beerdigung teil“, denn Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „… nehmt nicht Leute zu Schutzherren, denen Allāh zürnt. …“ (60:13).

Es heißt in Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah (9/10): „Wie lautet das Urteil über die Teilnahme an Beerdigungen der Ungläubigen, was ein politischer Brauch und eine allseits angenommene Tradition geworden ist?“

Antwort: „Wenn einige der Kuffār anwesend sind, die ihre Toten begraben können, dann sollte der Muslim dies nicht tun oder sich ihnen anschließen oder sie dabei unterstützen oder ihnen gemäß politischer Sitte Freundlichkeit durch die Teilnahme an ihren Beerdigungen erweisen. Es ist nicht bekannt, dass der Gesandte Allāhs (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) oder die rechtgeleiteten Khalifen so etwas taten. Vielmehr verbot Allāh Seinem Gesandten (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) das Stehen am Grab von `Abd-Allāh ibn Ubayy ibn Salūl, weil dieser ein Ungläubiger war. Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Und (oh Muhammad) bete niemals über jemandem von ihnen (den Heuchlern), der gestorben ist (das Totengebet), und stehe nicht an seinem Grab! Sie verleugneten ja Allāh und Seinen Gesandten, und sie starben als Frevler (Fāsiqūn – rebellisch und ungehorsam Allāh und Seinem Gesandten gegenüber).“ (9:84). Ist aber keiner von ihnen anwesend, der ihn beerdigen könnte, dann sollten die Muslime ihn beerdigen, wie der Prophet (Allāhs Frieden und Segen seien mit ihm) es mit den Getöteten von Badr tat und mit seinem Onkel Abu Tālib, als dieser starb und er zu `Ali sagte: `Geh und begrabe ihn.`“ (das Beständige Komitee für akademische Forschung und die Ausgabe von Fatwas; ‘Abd-Allāh ibn Qa‘ūd, ‘Abd-Allāh ibn Ghadyān, ‘Abd al-Razzāq ‘Afīfi, ‘Abd al-‘Azīz ibn ‘Abd-Allāh ibn Bāz)

Scheikh Muhammad ibn `Uthaymīn (möge Allāh ihm barmherzig sein) erließ eine ähnliche Fatwa in Fatāwa Nūr `ala al-Darb.

Zweitens:

Die Teilnahme an der Beerdigung eines Kāfir in der Kirche ist weitaus schwerwiegender als das bloße Befolgen des Begräbniszuges, denn diese Teilnahme bedeutet das Zuhören bei Kufr und Falschheit. Das ist etwas, was von denjenigen ignoriert wird, die behaupten, es sei erlaubt daran teilzunehmen, und die festlegen, man solle einfach nicht an den stattfindenden Ritualen teilnehmen. Doch selbst das Sitzen, Beobachten und Lauschen auf Kufr und Falschheit ist falsch und sollte vermieden werden.

Allāh sagt (ungefähre Bedeutung): „Er hat euch (doch) bereits im Buch (Qur’ān) offenbart: Wenn ihr hört, dass man Allāhs Zeichen verleugnet und sich über sie lustig macht, dann sitzt nicht mit ihnen (zusammen), bis sie auf ein anderes Gespräch eingehen. Sonst seid ihr ihnen gleich. Gewiss, Allāh wird die Heuchler und die Ungläubigen alle in der Hölle versammeln“ (3:140).

Al-Jassās sagte in Ahkām al-Qur’ān (2/407): „In diesem Vers liegt der Beweis, dass es eine Pflicht ist, die Taten des Übeltäters zu verurteilen, und Teil des Tadels ist es, seine Missbilligung auszudrücken, wenn es nicht möglich ist, das Übel zu unterbinden, und die Versammlung zu verlassen, bis die Leute ihre schlechte Tat unterlassen.“

Somit wird deutlich, dass die Teilnahme an den Beerdigungsritualen in der Kirche ein gewaltiges Übel darstellt, da man dadurch dem Kufr lauscht und stillschweigend an einer Neuerung teilhat, zusätzlich zu der Tatsache, dass diese Teilnahme ein Zeichen der Ehrerbietung und der Freundschaft ist, wie weiter oben erwähnt wurde.

Wir bitten Allāh darum, uns und dir zu helfen, standhaft zu bleiben und uns alle zu unterstützen.

Und Allāh weiß es am besten.

Islam Q&A

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Die Anwesenheit beim Begräbnis eines Nichtmuslims

Frage:

Ist es dem Muslim gestattet, dem Begräbnis eines Nichtmuslims beizuwohnen, ohne dass er an ihren religiösen Bräuchen teilnimmt, um ihre Herzen zu gewinnen und sein Verhältnis zu ihnen zu verbessern?

Antwort:

Die Teilnahme am Begräbnis eines Nichtmuslims ist erlaubt, wenn die Absicht ist, den Angehörigen sein Beileid auszusprechen, sie zu trösten und aufzurichten und für sie zu beten, dass Allah sie entschädigt, ihnen wieder aufhilft und ihnen den besten Trost zukommen lässt. Das gehört zum guten Umgang, durch den die Herzen für den Islam gewonnen werden. Guten Umgang mit Nichtmuslimen zu pflegen, ihnen Gutes zu tun durch Trösten und freiwillige Spenden o. ä. ist kein Widerspruch zu der Pflicht, sie zu meiden und ihren Unglauben und Irrweg zu verabscheuen. Allah sagte, nachdem Er die Freundschaft zu den Ungläubigen und die Zuneigung zu ihnen verboten und befohlen hatte, sie zu meiden:

„Allah verbietet euch nicht, gegen diejenigen pietätvoll und gerecht zu sein, die nicht der Religion wegen gegen euch gekämpft, und die euch nicht aus euren Wohnungen vertrieben haben. Allah liebt diejenigen, die gerecht handeln.“ (al-mumtahana: 8)

Hier macht Allah deutlich, dass es, wenn die Ungläubigen uns nicht bekämpfen, nicht schlimm ist, sie respektvoll zu behandeln, Kontakt zu pflegen, ihnen Gutes zu tun, mit ihnen im Guten zu wetteifern und gerecht zu ihnen zu sein, besonders, wenn es sich um Verwandte des Muslims, um Nachbarn, Arbeitskollegen oder Kommilitonen handelt. Allah sagt über die nichtmuslimischen Eltern:

„Wenn sie dich aber bedrängen, du sollest mir etwas beigesellen, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht. Und verkehre im Diesseits auf freundliche Weise mit ihnen.“ (luqman: 15)

Er hat es also ihrem muslimischen Kind zur Pflicht gemacht, sie gut zu behandeln, auf freundliche Weise mit ihnen zu verkehren, obwohl sie sich anstrengen, ihn wieder vom rechten Weg abzubringen und ihn bedrängen, Allah etwas beizugesellen. Den gleichen Inhalt haben alle Koranverse und alle Hadithe, die es über die Güte gegenüber den Eltern gibt, und im allgemeinen sind damit auch die ungläubigen Eltern gemeint, wenn auch das Recht der muslimischen Eltern größer und stärker ist, weil sie neben dem Recht der Elternschaft auch noch das Recht des Islam haben. Gleiches gilt für die Koranverse und Hadithe, die es über die Rechte der Nachbarn und Freunde gibt, wie Allahs Worte:

„Und zu den Eltern sollt ihr gut sein, und zu den Verwandten, den Waisen und den Armen, zum verwandten und zum fremden Nachbarn etc.“ (an-nisa‘: 36)

Und der Prophet (a.s.) sagte: „Der beste der Nachbarn vor Allah ist der, der am besten zu seinem Nachbarn ist, und der beste der Freunde vor Allah ist der, der am besten zu seinem Freund ist.“ (Überliefert von Ahmad und at-Tirmidhi, der den Hadith für gut erklärt hat, und von al-Hakim, der ihn für authentisch erklärt hat und adh-Dhahabi stimmt mit ihm überein.) Das Beste, was man seinem

nichtmuslimischen Nachbarn oder Freund bieten kann, ist es, sie zum Islam einzuladen und ihre Herzen für den Islam zu gewinnen durch einen guten Umgang mit ihnen. Daher sagen die Gelehrten, dass die Nachbarn, was ihre Rechte betrifft, in drei Gruppen unterteilt werden:

* Der Nachbar mit einem einzigen Recht, nämlich der nichtmuslimische Nachbar, der nur das Recht der Nachbarschaft hat.

* Der Nachbar mit zwei Rechten, nämlich der muslimische Nachbar, der das Recht der Nachbarschaft und das des Islam hat.

* Der Nachbar mit drei Rechten, nämlich der muslimische, verwandte Nachbar, der das Recht der Nachbarschaft, des Islam und der Verwandtschaft hat.

Soviel zu dem, was sich zur Beileidsbekundung für die Angehörigen eines nichtmuslimischen Toten sagen lässt und dem Bittgebet um Tröstung für sie. Aber man muss wissen, dass es nicht erlaubt ist, für sie oder ihren Toten um Gnade und Vergebung zu bitten, denn das ist nicht ihr Recht und ihr Unglaube verhindert, dass sie ihnen gewährt werden; sie verdienen sie nicht. Allah sagt:

„Der Prophet und diejenigen, die glauben, dürfen nicht für die Heiden um Vergebung bitten, auch nicht, wenn es Verwandte sein sollten, nachdem ihnen klar geworden ist, dass sie Insassen des Höllenbrandes sein werden.“ (at-tauba: 113)

Dieser Vers weist darauf hin, dass, wenn sie als Ungläubige sterben, ihnen die Strafe zusteht und sie ewig im Feuer weilen müssen. Dann wird ihnen weder Fürsprache, noch die Bitte um Vergebung etwas nützen. Des weiteren weist der Vers darauf hin, dass der Gläubige in Wohlwollen und Zorn mit Seinem Herrn übereinstimmen muss und zum Freund nimmt, wen Allah zum Freund genommen hat, und zum Feind nimmt, wen Allah zum Feind genommen hat. Die Bitte um Vergebung für die Ungläubigen ist daher unvereinbar mit Allahs Worten:

„Allah vergibt nicht, dass man Ihm etwas beigesellt…“ (an-nisa‘: 48), deshalb ist die Bitte um Vergebung eine Zuwiderhandlung gegen Allahs Urteil über sie und Seine Drohungen gegen sie.Unterstrichen wird dies auch durch das Verbot im Islam, Nichtmuslime mit dem Friedensgruß zu grüßen, weil dieser nicht nur ein Gruß ist, sondern auch ein Bittgebet um Frieden und Gnade, die ihnen nicht zusteht. Man darf sie jedoch mit jedem anderen Gruß grüßen, wie z. B. mit ‚guten Morgen‘ oder ‚guten Abend‘ u. ä.

Ein weiterer Beweis dafür, dass die Ungläubigen ein Bittgebet um Gnade und Vergebung nicht verdienen und sie ihnen nicht zustehen, ist der authentische Hadith einer Gruppe von Gefährten des Propheten (a.s.): „Die Juden pflegten im Beisein des Propheten (a.s.) zu niesen in der Hoffnung, er möge ihnen ‚Allah sei euch gnädig‘ sagen. Doch er sagte ‚möge Allah euch rechtleiten und euer Herz öffnen‘.“ (Überliefert von Abu Dawud, an-Nisa’i und at-Tirmidhi, ein guter und authentischer Hadith.)

Wenn die Frage aber war, ob man an dem Trauerzug eines Nichtmuslims teilnehmen und ihm folgen darf bis hin zum Begräbnis, so ist auch dagegen nichts einzuwenden, unter der Bedingung, dass man sich nicht an ihren religiösen Bräuchen während der Beerdigung beteiligt und, wie gesagt, nicht für den Toten um Vergebung und Gnade bittet. Dass man dem Trauerzug folgt, hat zwei positive Aspekte: erstens wird man an das Jenseits erinnert und zweitens bekundet man den Angehörigen des Toten sein Beileid und gewinnt so ihre Herzen, besonders wenn der Tote ein Verwandter war, wie einer seiner Eltern, sein Kind, seine Schwester oder sein Bruder etc. oder es erfolgt als Ausgleich dafür, dass sie den Trauerzug begleiteten, als einer seiner Angehörigen gestorben ist. Ibn Taymiya sagt hierzu:

„Es ist niemandem erlaubt, für einen, der als Ungläubiger gestorben ist, um Mitleid zu flehen… Er folgt dem Trauerzug, wenn auch nur für seine Angehörigen, um ihnen Gutes zu tun und ihnen beizustehen oder aus Vergeltung o. ä…. Das Aufsuchen der Gräber von Ungläubigen ist zur Betrachtung zulässig, und auch der Ungläubige wird nicht daran gehindert, das Grab seines muslimischen Verwandten zu besuchen.“

Scheich Abdulaziz al-Fawzan

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Kategorien: Al Wala wal Bara, Fatawa, Für Muslime | Schlagwörter: , | Hinterlasse einen Kommentar

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